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Das Atmen der Erde

Atmungsphänomene und ihre Wirkungen auf Lebenskraft, Geist und Seele

von Stefan Brönnle erschienen in Hagia Chora 42/2016

Der Atem ist für uns Inbegriff für alles Lebendige. Menschen und Tiere atmen, Pflanzen in differenzierter Form ebenso. Doch wie verhält es sich mit der Erde? Atmet sie ebenfalls? Verfügt sie über Atmungsorgane? Und wenn ja: Was strömt da ein und aus?

Aussagen über die „Atmung der Erde“ zu treffen bedeutet implizit die Erde selbst als ein Lebewesen zu betrachten und nicht lediglich als einen Klumpen toter Materie, der von Lebewesen besiedelt durchs All treibt. Ja, insbesondere die Atmung wird gerne – zumindest als Analogie – herangezogen, um die Erde als ein Makrolebewesen zu definieren, wie es auch der Mystiker Jakob Lorber tat:
„Ihr wisset, dass zum physischen Leben nicht nur allein das Herz und der Magen, sondern auch eine Lunge notwendig ist. Jedes Tier hat ein solches Atmungswerk in sich; auch Bäume und Pflanzen müssen solche Transpirationsorgane haben, durch die sie binnen 24 Stunden ein- und ausatmen. Das Atemholen des Erdkörpers verspürt jedermann leicht an den Gestaden des Meeres, so er das Meer regelmäßig anschwellen und wieder zurücksinken sieht. So aber nun einmal eine solche äußere Erscheinung vorhanden ist, da kann doch auch jedermann mit Sicherheit schließen, dass sie nur von einem inneren Grunde, nie von einem äußeren herrühren kann.“
Im 17. Jahrhundert beobachtete der italienische Physiker und Mathematiker Evangelista Torricelli regelmäßige Schwankungen des Luftdrucks. Gegen 3 Uhr früh hatte er seinen Tiefstand, sein Maximum gegen 9 Uhr, um bis 15 Uhr wieder auf den Tiefstand zu fallen. Diese „atmosphärische Gezeiten“ genannten regelmäßigen Luftdruckwellen inspirierten Goethe zum Vergleich mit der Ein- und Ausatmung der Erde. Und wie bei einem Menschen hebt und senkt sich der Leib der „Großen Göttin“: Wie Satellitenmessungen ergaben, heben und senken sich die Kontinentalplatten um bis zu 80 cm!

Lovelocks Gaiahypothese
Auch in James Lovelocks Gaiahypothese spielt der Vergleich der Atmungsprozesse bei Mensch, Tier und Pflanze, sowie der Erde als Ganzes eine herausragende Rolle. Lovelock: Gaia ist „… ein durchgängiges physiologisches System, eine Entität, die zumindest in dem Sinne lebendig ist, als sie wie jeder biologische Organismus ihren Stoffwechsel und ihre Temperatur selbst regelt und in den mehr oder weniger engen Grenzen hält, in denen das Leben bestehen kann. […] Gaia ist ein evolvierendes System, bestehend aus allem Lebendigen und seiner Oberflächenumwelt, den Meeren, der Atmosphäre, dem Krustengestein, wobei diese beiden Komponenten fest verkoppelt und nicht voneinander zu trennen sind. […] gemeint ist ein System, das aus der gemeinsamen und wechselseitigen Evolution der Organismen und ihrer Umwelt im Laufe der Entwicklungszeitalter des Lebens auf der Erde hervorgegangen ist.“
Lebewesen nehmen Energie, Wasser, Mineralstoffe und Nahrung auf und geben dafür andere Stoffe wieder an die Umwelt ab. Die Pflanzen verwandeln so Sonnenlicht, Kohlendioxid und Wasser in Zucker, organische Substanz und Sauerstoff. Die Tiere und der Mensch dagegen atmen Sauerstoff und verbrennen damit organische Substanz wiederum in Kohlendioxid, das sie ausatmen. James Lovelock sah gemeinsam mit der amerikanischen Mikrobiologin Lynn Margulis in langfristigen Erdprozessen einen recht ähnlichen Vorgang: Bakterien und Landpflanzen beschleunigen durch ihre Atmung, die unter feuchten Bedingungen (Regenwasser mit gelöstem CO2 = Kohlensäure) stattfindet, die natürliche chemische Gesteinsverwitterung um das Tausendfache. Durch das Freisetzen der Säuren konzentrieren sie CO2 am Boden. Die so gebildeten Carbonate gelangen über Auswaschung in die Meere, werden in den Kalkschalen von Meeresorganismen eingebaut, sinken nach deren Tode zu Boden, wo sie durch die Plattentektonik ins Erdinnere wandern (Subduktion), geschmolzen werden und sich das CO2 im Magma löst: Die Erde hat sozusagen „eingeatmet“. Über Vulkane und den tektonischen Prozess des Sea-floor spreading, bei dem Magma durch Erdplattennähte aufsteigt und neuer Meeresboden entsteht, kehrt das CO2 später dann wieder in die Erdatmosphäre zurück: Die Erde „atmet aus“.
In einer Studie wurde das tiefe „Ein- und Ausatmen“ von Kohlendioxid durch unseren Planeten empirisch untersucht: Die Forscher um Christian Beer vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Jena zeigten so u.a. auf, dass der Gesamtumsatz der Erde, also sozusagen das „Atemvolumen“, 123 Milliarden Tonnen CO2 beträgt.Diese Analogie sitzt tief in unserer Psyche und so wundert es nicht, dass auch in eher spirituellen Betrachtungen der Erde, der Atmung besondere Aufmerksamkeit zukommt. Der anfangs bereits zitierte Jakob Lorber beschreibt so 1847:
„Nun fragt es sich: Wo befindet sich diese Erdlunge, wo holt sie ihren Atem ein, und wo stößt sie ihn auch wieder aus? Und endlich: Wie sieht diese Lunge aus? Diese Erdlunge, die wohl einen kubischen Inhalt von tausend Kubikmeilen hat, befindet sich zunächst unter der harten und festen Erde und begrenzt eine Fläche von etwas mehr als 5 000 Quadratmeilen. Diese Lunge ist ein großartiges Zellengeflecht, innerhalb welchen Geflechtes sich eine Menge Hohlkammern befinden, welche durch kleinere und größere Röhren miteinander verbunden sind.
Diese Röhren haben zwei Eigenschaften: erstens die Luft in die Kammern zu führen und wieder abzuleiten, und zweitens können diese Röhren sich vermöge ihrer fühlbaren Elastizität, wie Muskeln oder Sehnadern bei den Tieren, zusammenziehen und wieder ausdehnen, welche Zusammenziehung und Ausdehnung durch den steten Polarwechsel oder durch die Verwandlung des positiven in den negativen Pol bewirkt wird, welche Verwandlung lediglich in der seelischen Substanz begründet liegt, ohne welche Verwandlung keine freie Bewegung in den Körpern denkbar wäre.“ Grundsätzlich eine erstaunliche Übereinstimmung mit den Thesen Lovelocks aus dem 20. Jahrhundert, wenn man die Idee des „Einatmens“ in die Erdkruste betrachtet, wenngleich natürlich nicht mit derselben geologischen Kenntnis ausgestattet.
Geomantisch interessant sind die örtlichen Beziehungen, die Lorber zur Erdkruste sieht, auf der wir Menschen leben: „Wo atmet sie aber ein, und wo aus? Das tut die Erde auf dieselbe Weise wie das Tier; nämlich das Tier atmet durch Mund und Nase, sowie auch der Mensch; desgleichen auch die Erde … Diese große Seitenmündung führt in die große Lunge; von je 6 zu 6 Stunden wird da einmal eingeatmet und nach 6 Stunden wieder ausgeatmet.“ Und weiter: „Die Erde muss von allem dem, was in ihr ist, auf die Oberfläche durch die zahllosen Organe transpirierend ausliefern.“ Jakob Lorber sieht also verschiedenste feinenergetische „Atmungsorgane“ über die Erdoberfläche verteilt.

Atmung der Erdenseele bei Steiner
Auch Rudolf Steiner greift beispielsweise in „Der Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde und die vier großen Festeszeiten“ (1923) die Analogie der Atmung für den Erdorganismus auf. Freilich geht es auch hier weniger um Luft, die geatmet wird, sondern um „diejenigen Kräfte , welche zum Beispiel in der Vegetation des Pflanzlichen wirken, die Kräfte, die im Frühling aus der Erde die Pflanzen heraustreiben, die im Herbst wiederum sich zurückziehen in die Erde … Also wie gesagt, nicht eine Luftatmung ist es, von der wir sprechen, sondern die Atmung, die Ein- und Ausatmung von Kräften, von denen man eine Teilvorstellung gewinnen kann, wenn man auf das Pflanzenwachstum im Laufe eines Jahres sieht“. Steiner sieht diese ätherisch-seelische Atmung (die „Atmung der Erdenseele“) mit den großen Jahreszeitenfesten in der Nähe der Sonnwenden und Äquinoktien verbunden, wobei die Erde örtlich in verschiedenen Regionen ein- bzw. ausatmet: „Wir müssen uns die Atmung der Erde so vorstellen, dass an einem Orte der Erde Ausatmung ist, am entgegengesetzten Einatmung…“ So stellt für Steiner die Osterzeit (nahe dem Frühlingsäquinox) die Ausatmung des „Sonnenhaften“ dar, während Michaeli (nahe dem Herbstäquinox) für Steiner den Einatmungszug darstellt. Weihnachten und Johanni dagegen als Höhepunkte reflektieren das Atemhalten, die Zäsur des Atemimpulses der Erde.
Natürlich sind die bis hierhin beschriebenen Vorgänge von größtem Interesse für eine geomantische Erd- und Landschaftsbetrachtung. „Organe“, die – wie von Lorber beschrieben – über die Erdhülle verteilt auftreten, können einen deutlichen, lokal verorteten Bezug haben und von hier aus wiederum Einfluss auf Mensch, Tier, Pflanze und andere Wesen ausüben. Bevor wir uns jedoch einer Beschreibung solcher Phänomene widmen, ist eine Klärung ratsam. Die Analogien, von denen wir hier sprechen stellen keine Wesensidentität dar. Wenn ein James Lovelock die Atmungsanalogie aufgreift, um über das CO2 einen Erdenrhythmus zu beschreiben, dann ist dies keinesfalls identisch mit dem Atemimpuls der „Erdenseele“ eines Rudolf Steiner oder den nicht näher beschriebenen und offenbar von den Gezeiten abgeleiteten Ausdehnungsvorgängen der Erde eines Jakob Lorber. Diese Unterscheidung ist wichtig. Allzu oft werden Analogien („entspricht“) in der Geomantieszene mit Identitäten („ist dasselbe“) verwechselt, was wiederum zu heftigen Diskussionen führen kann, was nun die „richtigen“ Atmungsorgane der Erde seien. Die hier beschriebenen Phänomene gleichen sich in der analogen Betrachtung des ­„­­Ein-“ und „Ausströmens“, sollten aber nicht als identisch gesehen werden, ungeachtet großer struktureller Gemeinsamkeiten.

Erdatmungsorgane in der Geomantie
In der Radiästhesie fallen hier allgemein die polaren Kreuzungssysteme z.B. des sogenannten Hartmann- und Currygitters auf, denen eine „aufladende“ bzw. „abladende“ Wirkung zugesprochen wird. Rein äußerlich scheint dies noch recht wenig mit der Analogie der Atmung zu tun zu haben, sondern gleicht in der gewählten Sprache eher Magnetfeldern oder Ladungen. In Beschreibungen von Personen, die sich bewusst auf Gitternetzkreuzungen aufhalten, hört sich das anders: „Ich fühlte mich, als würde die Kraft aus mir herausströmen“, oder „sukzessive wurde die Kraft aus mir herausgesaugt“ sind typische Beschreibungen für eine „linksdrehende Currygitterkreuzung“.
Noch deutlicher wird dies meist bei den von Siegfried Wittmann beschriebenen „Polaren Feldern“, die auch als „Wittmannsche Polpunkte“ bekannt wurden. Schon der Radiästhet Reinhard Schneider beschrieb in Workshops die ca 0,5 bis 1 Meter durchmessenden Felder als von einer „Grenzschicht“ umgeben, die mit Hilfe der Grifflängenradiästhesie bzw. der Lecherantenne als durch bestimmte zuordenbare Frequenzen („Kennzeichnenden Grifflängen“) definiert wurden. Für die „abladenden Wittmanschen Polpunkte“ waren dies u.a. die Wellenlänge 6,3 cm LA [LA = Lecherantennen-Einstellwert] und für die „aufladenden Polpunkte“ die Wellenlänge 5,8 cm LA. Wir werden darauf gleich noch zurückkommen. Der Theorie nach sind die Punkte in Abständen von ca 10 Metern zu finden, es existieren aber auch andere Erfahrungswerte. Einige Radiästheten beschreiben die Polpunkte bereits als „Atmungspunkte“, was ich persönlich unterstützen würde.
Stärker noch greift der Geomant Marko Pogacnik in der Phänomenbenennung auf die Analogie der Atmung zurück. Er unterscheidet dabei zwischen „Ein-“ bzw. „Ausatmungspunkten“, einem „Atmungssystem der Berge“, dem wechselseitigen Verhältnis von „Einstrahlpunkten“ und „Ausgießungszentren“ sowie den von ihm beschriebenen „Urkraftquellen“. Ich möchte hier die eben genannten Phänomene kurz beschreiben, um die damit verbundene Atmungsanalogie zu verdeutlichen. „Mittels der Kraft der Ein- und Ausatmung wird der Raum kraftmäßig ernährt“ schreibt Pogacnik selbst in „Schule der Geomantie“ über die Atmungszentren. In gemeinsamen Betrachtungen dieses Systems konnte eine trichterartige ätherische Struktur erkannt werden, die umgeben ist von einer Grenzschicht, die mittels Grifflängenradiästhesie mit den kennzeichnenden Grifflängen 5,8 cm LA (Einatmung), bzw. 6,3 cm LA (Ausatmung) erfasst werden kann.
Interessanterweise besteht hier offenbar ein Bezug zu den Wittmannschen Polpunkten, wenngleich sowohl die räumliche Entfernung einzelner Atmungszentren, als auch ihre Größe ungleich größer sind. Der Durchmesser ist mit einigen Metern bis zu 20 oder 30 Metern beschreibbar. Aber: „Als das grundlegende vitalenergetische Organ des Raumes ist das Atmungssystem auf allen Potenzebenen des gegliederten Raumes zu finden, was für die anderen Systeme keineswegs zutrifft. Sogar in jedem Gärtlein oder in jedem Zimmer oder Hohlraum kann ein winziger Einatmungs- und ein Ausatmungspunkt gefunden werden“. Die Erfahrung der Atmungspunkte beschreibt Pogacnik „wie ein sanfter Wind“.
Beim „Atmungssystem der Berge“ dagegen geht es verstärkt um einen Austausch von Kräften der Erde mit ihrer kosmischen Umgebung. Die aus dem Kosmos stammenden Kräfte treten durch Bergspitzen in den Erdorganismus ein und an verschiedenen Stellen der Landschaft am Fuße der Berge quellenartig wieder aus, wobei die Kräfte eine „Verarbeitung“ und dadurch „Wandlung“ erfahren. Pogacnik selbst sieht von der Wahrnehmung her eine Beziehung dieser „Ausatmungsquellen“ zu „sakralen Wasseradern“ (= rechtsdrehend), was ich in dieser Einfachheit so nicht sehe (wobei erwähnt werden sollte, dass Marko Pogacnik auch hier nicht zwingend physisches Wasser beschreibt).

Kosmischer Kraftaustausch
Während beim „gewöhnlichen Atmungssystem“ verbrauchte vitalenergetische Kräfte aus der Landschaft eingeatmet und im Erdorganismus gereinigt und gewandelt werden – das Wesen Erde nimmt dabei auch „Informationen“ über Vorgänge auf der Erdoberfläche auf –, stellt das Bergatmungssystem einen großräumigen kosmischen Kraftaustausch dar, der zumeist als sehr viel „sakraler“ empfunden wird. Entsprechend finden wir mit der Methodik der Grifflängenradiästhesie sowohl bei den „Einatmungszonen“ an den Berggipfeln als auch bei den „Ausatmungsquellen“ die Grifflängen 4,5 cm LA (Lebenskraft), als auch 6,6 cm LA, was auf eine eher astrale, also seelenhafte Ebene hindeutet.
Beim komplementären System der Einstrahlpunkte und Ausgießungszentren treten verschiedene kosmische, ja sogar als „geistig“ zu benennende Kräfte strahlartig in den Erdorganismus ein (Einstrahlpunkte 11,0 cm LA). (Einstrahlpunkte werden außer von Marko Pogacnik auch von anderen Geomanten wie z.B. Hans-Jörg Müller beschrieben.) Die Erde empfängt über sie energetische und geistige Impulse aus dem kosmischen Raum z.B. in Gestalt der sogenannten planetaren Einstrahlpunkte. Diese Kräfte – ebenfalls eine Art Kommunikationsmedium der Erde mit den Kräften des sie umgebenden Alls – werden in der Erde „aufgearbeitet“ und so erst für Pflanzen, Tiere und Menschen in eine brauchbare Kraft gewandelt.
So transformiert treten die Kräfte aus den sogenannten Ausgießungszentren aus, im Randbereich wiederum mit einer Wellenlänge von 11,4 cm LA. Während die Einstrahlpunkte eine durchschnittliche Größe von vielleicht 1-2 Metern Durchmesser haben, sind die Ausgießungszentren mit 10-15 Metern Durchmesser deutlich größer. Auch verhält es sich hier anders als beim Bergatmungssystem. Während bei diesem eine Einatmungszone mehrere Ausatmungsquellen bedient, bedienen viele Einstrahlpunkte sozusagen nur ein Ausgießungszentrum, manchmal auch eine Gruppe von Ausgießungszentren. „Wahrnehmungsmäßig unterscheiden sich die Einstrahlungs- von den Ausgießungspunkten dadurch dass sie einen scharfen und strikt senkrechten Charakter haben. Letztere hingegen weisen einen weichen, sich waagrecht nach allen Seiten ausdehnenden Charakter auf.“ (Pogacnik)
Zu guter Letzt soll hier noch ein Phänomen in dieser beispielhaften Aufzählung Erwähnung finden, die natürlich ohne Anspruch auf eine Vollständigkeit sein kann, das ich im erweiterten Sinne auch der Erdatmung zurechnen würde: Die von Marko Pogacnik so benannten „Urkraftquellen“. Dieses Phänomen, die Geomantin Johanna Markl spricht von „Drachennestern“, ist Teil der Urkraftebene der Erde. Äußerlich ähnelt es einer Art Blase, innerhalb derer ein unmittelbarer Kontakt zum Erdbewusstsein möglich ist. Die Blase ist durch eine Hülle aus Erdäther abgegrenzt. Der Randbereich ist begrenzt durch eine Grenzschicht mit der Grifflänge 8,8 cm LA, im Inneren ist u.a. die Wellenlänge 10,8 cm LA vorherrschend. Die Höhe der Blase liegt in der Regel bei 1,50 – 1,80 Meter, kann aber auch 3-4 Meter erreichen. Da hier unmittelbares Erdbewusstsein an die Oberfläche tritt und dieses innerlich wiederum oftmals als eine Art Strömen beschrieben wird, möchte ich auch dieses Phänomen in die Reihe der „Atmungssysteme“ stellen, was letztlich die Frage aufwirft, was denn da überhaupt strömt oder „veratmet“ wird.

Was „strömt“?
Wie gesagt bestehen große Unterschiede zwischen dem CO2-Kreislauf eines J. Lovelock zur visionären Schau eines Jakob Lorber oder Rudolf Steiner. Während Lorber durchaus Beziehungen zu physikalischen Kräften wie den Gezeiten sieht, bezieht sich Steiner eher auf geistig-seelischen Impulse in Verbindung mit rituellen Festen. Interessant ist, dass zwischen dem Atem und dem Bewusstsein große Gemeinsamkeiten zu bestehen scheinen, betrachtet man nur einmal die etymologische Nähe bestimmter Begrifflichkeiten: Das lateinische „spiritus“ (Geist) hat eine Wortverwandtschaft mit „spirare“ (atmen), das hebräische „ruach“, mit dem auch der Heilige Geist beschrieben wird, bedeutet streng übersetzt ebenfalls Atem oder Wind, während das griechische „pneuma“ in sich selbst Hauch, Luft oder Geist heißen kann. Ähnlich sieht es mit den Begriffen Qi oder Prana aus, die ebenfalls Atem bedeuten, aber eben auch unmittelbar mit der ätherischen Lebenskraft, ja dem Bewusstsein selbst verbunden sind. Insbesondere die das Ätherische umschreibenden Begriffe sind auf die eine oder andere Art den Worten für „Atem“ entnommen.
In diesem Sinne atmet die Erde auf sicherlich unterschiedlichste Art verschiedenste Facetten des Ätherischen an den Atmungszentren ein bzw. aus. Mal stärker die Lebenskraftebene betonend, mal das Seelenhafte berührend, mal ins Geistige strebend. Dadurch ist trotz aller Unterschiedlichkeit eine innere Verbindung zwischen den Beschreibungen Steiners, Lorbers, Pogacniks sowie vieler geomantisch Forschender zu sehen. Dennoch sind wir in der Geomantie weit entfernt davon einheitliche Systematiken irdischer Atmungsvorgänge zu benutzen. Vielmehr bedarf es noch vieler wechselseitiger „Veratmungen“ gegensätzlicher Meinungen und Erfahrungen, um vielleicht eines Tages dorthin zu kommen. Und vielleicht ist das auch gut so, denn es lässt uns eine Spanne Zeit den „Atem der Erde“ einfach wirken zu lassen.