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Kommt das Wissen aus dem Wald?

Bedeutungsfeld eines alteuropäischen Baumworts.

von erschienen in Hagia Chora 3738/2012

Die „Wirkstätte für das Alte Wissen“ in Bern erstellte eine umfassende etymologische Recherche rund um das alte Baumwort „deru“, die auch den schillernden Begriff des Druiden beleuchtet.

Die nahe verwandten Sprachen Deutsch und Englisch haben für ein „Gewächs aus Stamm und Ästen mit Blättern oder Nadeln“1 Wörter unterschiedlicher Herkunft. Während sich tree bis auf eine indogermanische Wurzel zurückverfolgen lässt, gilt die Herkunft von Baum in der Sprachwissenschaft als „ungeklärt, unklar und umstritten“; es wurde versucht, den Baum als „den (im Wind) sich Biegenden“ oder „den Wachsenden (zu erschlossenem indogermanisch bheu ‚wachsen, gedeihen‘, auch noch erhalten in bauen und Beule)“ zu erklären. Unklar ist auch, warum sich das dem englischen tree zugrundeliegende, uralte erschlossene Baumwort indogermanisch deru2 in unserer Sprache nicht in der Bedeutung „Baum“ erhalten hat. Trotzdem nehmen wir jenes alte Baumwort immer noch öfters in den Mund, allerdings ohne uns dessen bewusst zu sein.
Sprechen wir von einem Trog oder einer Truhe, meinen wir Teer zu riechen, während eine Straße asphaltiert wird, trinken wir Holunderblüten- oder -beerensirup, so scheint hinter all diesen Wörtern der Baum, beziehungsweise der deru auf. Denn so wie der Trog und auch die Truhe wortherkunftlich „aus einem deru gefertigte Gefäße/Behälter“, sind, ist Teer eine „von derus (beziehungsweise deren Holz(kohle)) stammende (zähe Flüssigkeit)“3. Und nicht nur im Holunder, der, so gesehen, ein „Schwarz(beer)baum4“ist, sondern auch im Wacholder, dem „Baum dessen Zweige zum Binden, Flechten verwendet werden5“, beziehungsweise „Wachbaum6“, im Flieder und dem weniger bekannten Massholder, Affolter „Apfelbaum“, Rüster „Rost(Rot)baum“, Heis­ter „Niederwaldbaum7“ und Reckholder „Baum mit aufgeschossenen (sich reckenden) Jungtrieben“ hören wir nun dieses Wort heraus8.
Doch nicht nur in Bezeichnungen von uns umgebenden Gegenständen und von Pflanzen steckt das Wort deru, wir finden seine Spuren auch in der Treue, im Vertrauen und im Trost. Hier ist eine der für uns wohl bemerkenswertesten Eigenschaften des Baums namengebend: seine Festigkeit, denn indogermanisch deru kann im übertragenen Sinn auch „fest, hart, treu“ bedeuten, „baumstark“ im wahrsten Sinn des Worts9. Ist mit dem Baum eher der „sich Biegende“ oder der „Wachsende“ gemeint, könnte mit deru vor allem der „Harte (unter anderem Holzlieferant)“ angesprochen sein. Wenn wir uns etwas trauen oder zutrauen, bei einer Trauung oder Betreuung – immer ist Fes­tigkeit, Verlässlichkeit, Standhaftigkeit, die Möglichkeit, sich sicher anlehnen, halten zu können, gemeint10. Im Englischen heißt sogar die Wahrheit truth, und etwas, das wahr, richtig oder echt ist, wird true genannt.

Der Begriff „Druide“
Schließlich stammt der in den letzten Jahrzehnten unter anderem durch Esoterikboom, Fantasy-, Mittelalter-Begeisterung und Computerspiele vermehrt zu Ehren (oder Unehren) gekommene Amtstitel Druide von ebendieser Wortwurzel. Da deru nebst einem „Baum“ im speziellen auch eine „Eiche“ im besonderen und, wie bereits erwähnt, auch die Eigenschaften des Baums bezeichnen kann, gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten hierzu. Der nur von lateinisch- oder griechischschreibenden Schriftstellern überlieferte Titel wurde als urkeltisch dru-uid rekonstruiert. Das Zweitglied wird sprachwissenschaftlich im Allgemeinen von der indogermanischen Wortwurzel ueid „wissen, sehen“ hergeleitet. Eine Möglichkeit, den Zusammenhang dieser beiden Bedeutungen zu erklären, ist, dass jemand etwas weiß, wenn und weil er es gesehen hat; oder „wissen“ als „im Zustand des Gesehen-habens zu sein“ zu verstehen. Von dieser Wortwurzel stammen auch die Wörter weise, (der) Weise, (die Art und) Weise, weissagen, Weistum, gewiss, Gewissen, Witz, Weissager, englisch wizard („Zauberer“), französisch voir („sehen“) und savoir („wissen“) sowie auch der Name der altindischen heiligen Schriften, der Veden.
So gesehen oder gewusst, sind Erklärungen möglich wie: die „Hochweisen11; sehr Weisen12; wahrhaft Weisen13; sehr Wissenden14; (besonders viel) Wissenden15; zuverlässig Weisen/Wissenden16; deren Wissen (sehr) groß ist17; Gro­ßen Wissenden18; sehr Gelehrten19; intensiv/stark Erkennenden20; Vielwissenden21; sehr weise (sind/Menschen)22; gut wissen23; die Wissen in seiner mächtigsten, lebendigsten Form besitzen24; über das ganze Weltwissen verfügen25; Träger eines machtvollen, geheiligten Wissens26; deren (Aus)Blick (auf die Welt) bzw. Wissen größer ist (als das anderer Menschen)27; (besonders weit) Sehenden28; intensiv Sehenden29; sicher Sehenden30; Weitsichtigen31; Eichenkundigen32; Eichenweisen33; Eichenwissenden34; Eichenseher35; Eichenkenner/Kenner der Eiche/die Eiche kennen36; Eichenmänner/Männer der Eiche/n37; weise Männer der Eiche38; Personen der Eiche39; Minister der Eiche40; Eichenpriester/Priester der Eiche41; Weise/Wissende aus dem Eichenwald42; das Wissen von den/der Eiche/n (haben)43; mit dem Wissen der Eichen44; durch die Eiche Gelehrten45; Wissen so groß (alt) wie die Eiche haben46; Bewahrer der Weisheit der Eiche47; weisen Männer, die die Eiche verehren48; mit der Eiche vertraut sind49; die Eiche finden50; Baum-Weisen51; Baumwissenden52; Baumkundigen53; Baumkenner54; Kenner des Baumes55; die Bäume kennen56; Baum-wissenden57; Kenner des Weltenbaums58; Waldwissenden59; Waldkenner60; Waldweisen61; weisen Männer der Wälder62; Weisen63; die wissen/Wissenden64; Sehr-wissenden65; Hoch-wissenden66; (sehr) weisen/gelehrten Männer67; glänzend-Sehenden, die den Gewitter/Himmels-Gott („Eiche“) kennen68; Menschen des Baums69; Vertrauensvollen70; (Ver)Trauten71; Treuen72; Seher73; Wahr-Seher74; Wahrheitsverkünder75; Männer die in der Wahrheit leben/Menschen der Wahrheit76‘“.
Autorinnen und Autoren, die sich nicht mit diesen sprachwissenschaftlichen Gegebenheiten abmühen wollen oder können (oder konnten, weil es diese Erkenntnisse zu ihrer Zeit noch nicht gab), eröffnet sich ein umso größeres Spektrum von Deutungsmöglichkeiten: „durch göttlichen Einfluss Begeisterten und Erleuchteten77; geschickt in heiligen Dingen (sind)78; mächtigen Anbeter/Anrufer79; Hinterwäldler80; Eichen81; Eicher82; weise Rektoren83; (das) Wissen der Tür (haben)84; Wasser-Mütter85; Seligmachens-Kundigen86; in die Mysterien des inneren Kreises Zugelassenen87; Eingeweihte/n des/im dritten Grad/es88; Eichenzauberer89; Zauberer/Magier90; Wahrsager91; Ausleger92; Kontemplatoren93; Doktoren des Glaubens94; mit Gott sprechen95; Götter/Herr(en)96, Drachen97“.
Gerne wüssten die jeweiligen Leserinnen und Leser wohl auch, aus welcher Quelle Anne Ross und Don Robins die „(Selbstbezeichnung) Schöpfer des Universums“ entnahmen98, welche „vereinzelten Gelehrten“ Sergius Golowin genau meint, die nach ihm versucht haben, den Namen der Druiden im Drudenfuß zu finden99, und wie die Aussage von Sonja Ulrike Klug, „das Wort ‚Druide‘ enthält die Wortstämme von ‚drei‘ und ‚drehen‘“ genau zu verstehen ist100. Nicht unerwähnt lassen wollen wir auch Versuche, den Namen der Druiden mit sogenannten Trutten, Truhten, Thruten, Druden, Drudden, Druthen, Druyten, Trüthen, Drüdnern – die wohl auch mit den in anthroposophischem Umfeld sogenannten Trotten/Drotten/Trudi101 zusammenzustellen sind – in Verbindung zu bringen102.103
Zuguterletzt seien hier noch die Dryaden, Drymiden und Dervones104 erwähnt, Naturgeister griechischer bzw. keltischer Überlieferung mit einem Bezug zu Eichen, Bäumen und/oder Wäldern, deren Namen sich ebenfalls von diesem alten Baumwort herleiten105.

Der Wald als Ursprung
Nach unserer bis in die Urgründe der Sprache eintauchenden Beschäftigung mit diesem alteuropäischen Baumwort – und auch insbesondere dem diesem höchstwahrscheinlich entwachsenen Amtstitel der Druiden – verlangt die sich uns langsam, aber sicher aufdrängende Frage: „Stammt das ((indo)europäische) Wissen aus dem Wald?“ nach einer Antwort.
Denn nicht genug damit, dass es nicht eindeutig zu entscheiden ist, ob das ers­te Wortglied für die Eiche, den Baum oder deren Eigenschaften oder gar den „Weltenbaum“ steht, gibt es im Keltischen auch noch eine Wortgleichheit (Homonymie) für das zweite Wortglied uid bei dem durch die Nähe zum erschlossenen keltischen vidu „Wald, Holz“ der Wald als Herkunft des Wissens immer mitschwingen kann. Nach Francisco Marco Simón besteht unter anderem darum „eine mys­tische Verbindung zwischen der religiösen und magischen Wissenschaft und den Bäumen (der Erkenntnis), und die Druiden sind nicht nur ‚sehr weise‘, sondern auch – in diesem Sinn – ‚Menschen des Baumes‘.“106
In seinem aktuellen Buch über die Druiden geht der Archäologe Jean-Louis Brunaux davon aus, dass das Wort Druide eine Selbstbezeichnung derselben darstellt, und er hält es auch für vorstellbar, dass sie sich „in etymologischen Studien im Zusammenhang mit ihrem Namen versucht haben und dass sie es reizvoll fanden, ihn mit einer fremden Sprache in Beziehung zu setzen“. Brunaux spielt auf die wohl einflussreichste Stelle der antiken Literatur, in welcher die Druiden erwähnt werden, an und ohne welche Miraculix wohl nicht mit goldener Sichel Misteln schneiden würde: das sechzehnte Buch der „Naturgeschichte“ Plinius des Älteren. Nachdem Plinius die Heiligkeit der Eiche und der darauf wachsenden Mistel für die Druiden geschildert hat, erwähnt er, dass dieselben ihren Namen in griechischer Deutung womöglich „davon“ (und meint damit nach allgemeiner Forschungsan­sicht wohl das mit dem alteuropäischen Baumwort verwandte griechische Eichenwort drys) bekommen haben. Hierzu ist auch im „Neuen Pauly“ zu lesen: „die Doppelsinnigkeit mit dem griechischen (drys) ‚Eiche‘ war offenbar bewusst“.
Nach viele Tage und Nächte währender Beschäftigung mit dem alteuropäischen Baumwort, ist es eher schwierig, im Vertrauen oder im englischen true den dahinter aufschimmernden Baum nicht mitzuhören. So gesehen, wäre es möglich, dass mehrere Bedeutungen gleichzeitig im Wort Druide schwangen, bzw. mit jeder Bedeutung andere Bedeutungen mitschwangen. Auf den Punkt bringt es ­Jean-Paul Persigout in seinem „Dictionnaire de Mythologie Celte“: „Dépositaire de la Science, leur nom évoque l’arbre, le bois, le chêne, mais aussi le savoir et le voir107“. Heute, nach zweitausend Jahren jedenfalls, steht dort, wo der Druide steht – kaum ist dieses Wort ausgesprochen –, vor den inneren Augen schnell mal noch ein (heiliger Eichen)Wald – keltische Wort-Zauberkunst oder ein seit der Antike bis heute weitergereichtes Klischee, oder … beides?
In seinem 2009 zeitgleich mit der deutschen Ausgabe Brunaux’s erschienenen „Druidenbuch“ führt der Religionswissenschaftler Bernhard Maier seiner Ansicht nach „eher auf einem literarischen Klischee als auf konkreter und zuverlässiger Beobachtung“ beruhende Vorstellungen an: „Von den antiken Philosophen bis zur Romantik galt der unberührte, allenfalls mit einem Altar versehene heilige Hain oder Wald als charakteristische Kultstätte der Kelten und überhaupt aller Naturvölker“. So weiß Pomponius Mela im ersten Jahrhundert in seinem lateinischen Geografie-Abriss von den Drui­den: „In vielen Dingen unterrichten sie die Adeligen des Stammes heimlich und lange Zeit, (nämlich) zwanzig Jahre, entweder in einer Höhle oder in abgelegenen Waldtälern.“ Und im mit Gallien betreffenden, ethnografischen Angaben durchsetzen Bürgerkriegs-Epos „Pharsalia“ ruft der römische Dichter M. Annaeus Lucanus dieselben an: „Tief liegende Haine bewohnt ihr in entlegenen Wäldern.“ Darüber hinaus findet sich in den sogenannten Berner Scholien – in der Berner Burger­bibliothek verwahrte Kommentare zu demselben – die Wendung: „Sie verehrten ohne Tempel die Götter in den Wäldern. […] Die Driaden [gemeint sind die Druiden], die Philosophen der Gallier, sind aber nach den Bäumen benannt, weil sie in entfernten Hainen wohnen“. Noch im 16. Jahrhundert weiß Johannes Aventinus (bürgerlich: Johann Georg Turmair) in seinen beiden „Chroniken“ von den Drui­den, dass sie „wohnten in den Wäldern bey den grossen alten Eychbäumen […] haben nichts heyligers denn die Eychen/nemlich die alten/geachtet/haben kein Beten/kein Gottes dienst/kein Kirchtag/keine Hochzeit/Feyertage/ohn Eychenlaub begangen/unter den Eychen sind sie zusammen kommen/das sind ihre Kirchen gewesen […] Nichts heiligers hieltens dann die alten Eychen und Eychen mystel/Sie erwelhten in Weld und Eychbaumen zu irem Gotsdienst“ und Jean Bodin bzw. dessen Übersetzer Johann Fischart in der Schrift „Vom Auss­gelasnen Wütigen Teuffelssheer …“, dass dieselben „inn verbandten Höltzern und Försten wohneten“.

Der Heilige Hain
„Heiliger Hain“ gilt als die wahrscheinlichste etymologische Bedeutung für das keltische Wort nemeton, welches einen „heiligen Ort, Heiligtum, Tempel“108 bezeichnet, was bedeuten würde, dass der Wald nicht nur der ursprüngliche Ort des Wissens, sondern auch des Heiligen war und, so gesehen, vielleicht auch der ursprüngliche Ort eines „heiligen Wissens“ oder eines „Wissens um das Heilige“109.
Nigel Pennick, wohl einer jener Menschen im „keltisch-germanischen Europa“, die sich am längsten und intensivsten mit den entsprechenden Traditionen auseinandergesetzt haben und der zu den eigentlichen Wiederentdeckern derselben gezählt werden darf, sagt hierzu in seinem Buch „Die heiligen Landschaften der Kelten“: „Der wild gewachsene Wald steht für den ungezähmten wilden Teil der menschlichen Seele: Er ist ein Archetyp der Wildheit. Wildheit bedeutet jedoch nicht einen Zustand, in dem alles außer Kontrolle geraten ist; es bedeutet vielmehr die angeborene Natürlichkeit, in der eine Ausgewogenheit mit den Naturgesetzen liegt. Im Wald herrschen ewige, elementare Kräfte und diejenigen, die nach ihnen suchen, werden ihnen möglicherweise begegnen. Wenn die Menschen in regelmäßigen Abständen zum ‚Ungezähmten‘ zurückzukehren, so kann ihnen der wilde Wald die Möglichkeit einer tiefgehenden psychischen Heilung geben. Der wild gewachsene Wald ist der Ort, an dem wir eine bewusste Verbindung mit unseren inneren Instinkten wiederherstellen können, indem wir mit dem ‚Wilden‘ in uns Kontakt aufnehmen. Wenn wir von den elementaren Kräften des Waldes unterstützt werden, können wir Vergessenes wiederentdecken. Dies kann durch Frühlings- und Fruchtbarkeitszeremonien geschehen, allerdings nur dort, wo der unberührte wilde Wald noch besteht. Wenn er einmal zerstört ist, haben wir keinen Zugang mehr zu dem wilden Anteil in der menschlichen Seele.“
Sind nicht die wie Pilze aus dem Boden schießenden „Wildnisschulen“ und „Waldkindergärten“ ein Anzeichen dafür, dass uns ein bestimmtes Wissen verlorengegangen zu sein scheint, das wir „im Wald“ wiederzufinden hoffen? Hängen mit all dem vielleicht auch die nicht endenwollenden Renaissancen der echten und/oder eingebildeten „Kelten“ und „Drui­den“ mindestens seit der ossianischen110 Begeisterung Mitte des 18. Jahrhunderts zusammen? Stellen diese eine Art Ersatz für unsere kollektive Waldtherapie dar, den Gang unserer Kultur in den Wald, zurück zu unseren Wurzeln, zu den Anfängen von Wissen und Kultur, den Gang zurück zu uns selbst? War nicht der „Wald“ auch jener Ort, aus dem „Alles“ kam, schlicht, weil im Anfang nur Wald war? Der Ursprung unseres Worts Kultur wird zumeist mit der Bedeutung von lateinisch cultura der „Pflege des Ackers“ erklärt; war somit der Gang in den Wald und das Roden desselben zur Gewinnung von Acker- und Siedlungsfläche nicht der erste kulturelle Akt überhaupt?111
Für die Menschen früherer Zeiten war das Verschlingende, Überwuchernde des Waldes und „der Natur“ alltägliche Rea­lität, jede Schneise, jeder Pfad oder (Siedlungs)Platz brachte Ordnung in das Chaos. Das nem in nemeton könnte nicht nur für den „(heiligen) Wald“ sondern auch für den „(heiligen) Himmel“ und ebenso für „Heiligkeit“ an sich stehen oder schwingen. So gesehen, gelten auch „Lichtung, in der ein Kult gefeiert wird“ und „himmlischer Ort“ als mögliche Bedeutungen.
Laut Françoise Le Roux und Christian-Joseph Guyonvarc’h stellten „Wald“ und „Tempel“ für „die Kelten“ Synonyme dar. Entsprechend schildert Jacob Grimm im Kapitel „Tempel“ in seiner „Deutschen Mythologie“: „Tempel ist also zugleich wald. was wir uns als gebautes, gemauertes haus denken, löst sich auf, je früher zurück gegangen wird, in den begrif einer von menschenhänden unberührten, durch selbstgewachsene bäume gehegten und eingefriedigten heiligen stätte“112 und in seiner „Geschichte der deutschen Sprache“: „Die ältesten ausdrücke unserer […] sprache für tempel können sich von dem begrif des heiligen hains noch nicht losreiszen, sondern gehen von diesem aus und erst unmerklich in die Vorstellung einer steinerbauten stätte über“. Jede solcher Lichtungen bildet eine heilige bzw. profane Mitte und einen Mittelpunkt im Ursprünglichen und somit Heiligen oder eben Chaotischen. Laut Helmut Birkhan „war der heilige Ort, den die Kelten nemeton nannten […] häufig im ‚Mittelpunkt‘ gelegen, d. h. die kleinräumige Welt des Stammes, des Dorfes oder der Einwohnerschaft einer Befestigung konstituierte sich von diesem ‚Zentrum‘ aus“. Ein germanisches Wort für „Welt“ (eigentlich weralt „des Menschen Zeitalter“) war mittingart „mittlerer Garten“113 im Sinn von „umgrenzte Mitte“. Außerhalb dieser Grenze lag Utgard, die „Außenwelt“, eigentlich „(Gebiet) außerhalb der Grenze“, und auch die häufigen mit keltisch medio, „Mitte“, gebildeten Ortsnamen, deren bekannteste Mailand/Milano, keltisch medio­lanum „Ebene/Feld/Heiligtum der Mitte“, und die mittlere Provinz Irlands Meath, keltisch Mide, sind, lassen sich hierherstellen. In Schottland gab es ein medionemeton „mittleres Nemeton“ und in England ein vernemeton „sehr heiliger Hain“. Bei den Galater genannten Kelten Kleinasiens gab es sogar noch ein dru­nemeton. Am dru jenes nemetons rätseln die Sprach(Wissenschaftler) schon beinahe ebenso lange herum wie am dru der Drui­den, ja die Geschichte beider Deutungen ist untrennbar miteinander verbunden, und so wird dasselbe dementsprechend mit „starkes Heiligtum, sehr großes Heiligtum, hohes Heiligtum, Erzheiligtum, treuer Hain/Wald, Eichenheiligtum, Eichenhain, Eichenwald, heiliges Eichengehölz, Heiligtum des (Welten)Baums, großer heiliger Wald“ übersetzt. Da sich dort die dreihundert Männer des Rats der zwölf Vierfürstentümer der drei Stämme der Galater trafen, könnte dies auch die eigentliche oder große Mitte der kleineren drei bzw. zwölf Mitten gewesen sein.
Le Roux und Guyonvarc’h sprechen vom Wald als „Stütze des druidischen Wissens“. War sich diese Art des Wissens – mehr als unser heutiges – auch des Verschlungenseins und des Entsprießens des einen mit und aus dem anderen bewusst, und war es sich gewahr, dass nicht immer alles nur jenes sein muss, was es zu sein scheint oder mit uns nicht nur dies tut, was wir von ihm gerne hätten? Wusste dieses Wissen, dass zum wirklichen Wissen auch die Bereitschaft gehört, sich von demselben verschlingen zu lassen und verlorenzugehen? Sehen/wissen wir in diesem Sinn nicht(s), weil wir nie „wirklich“ im Wald waren, „Wald“ waren oder uns nicht mehr daran erinnern? Der „Baum der Erkenntnis“ ist auch in anderen Kulturkreisen einheimisch und das Kosten davon ebenfalls jeweils eine (frei nach Hans Peter Duerrs „Traumzeit“) „Reise ohne Rückfahrkarte“.
In diesem Sinn, ebenfalls frei nach einer englischen Volksweisheit: „Ask the wild bee what the Druids knew! (if this all is a cliché or true).“ 
 

Die Literaturangaben sind nur bei deren erster Erwähnung vollständig, bei weiteren gekürzt; etymologische Ausführungen sind nicht im Einzelnen belegt, hierzu sei auf entsprechende Fachliteratur verwiesen. Die ungekürzte Originalversion des Texts mit allen Literaturverweisen kann bei der Redaktion angefordert werden. – Dank an Philipp Locher, Bern und Peter Ulrich Johner, Nidereichi(!) und Willie von Gunten, Siedehus, ohne deren Da-Sein dies alles hier nicht zu lesen wäre – sie wissen, warum!


(1) oder „dauerhaftes Holzgewächs mit ausgeprägtem Stamm und bevorzugtem Längenwachstum an den Spitzen des Sprosssystems“.
(2) auch dru, dreu, doru und dr.
(3) hierhin wohl auch die in neueren Wörterbüchern bereits ausgestorbenen, in älteren Wörterbüchern noch aufgeführten Trudel/Drudel/Truder/Druder, genannte Stangen, Latten, Stäbe und Stöcke.
(4) von indogermanisch kel für „graue und schwärzliche Farbtöne“ und „helle und dunkle Flecken“.
(5) von indogermanisch ueg „weben, knüpfen“.
(6) da derselbe im Althochdeutschen auch queckolder (zu quick „lebendig“) heißt.
(7) zu niederländisch-nordwestdeutschen Ortsnamen wie Hees und Heest mit der Bedeutung „Hecke (im Niederwald)“ und französisch hêtre „Buche“.
(8) Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch der Hart(t)riegel erwähnt, ein fachsprachliches Wort für einen „Strauch mit hartem Holz“.
(9) hierher auch das französische dru „dicht“; beiläufig stießen wir auf die Aussage, Hütten seien „in vorgeschichtlicher Zeit […] einen solchen [lebenden Baum] herum errichtet worden“, gleicherorts ist auch von der Irmensul, Firstsul und Magansul die Rede.
(10) hierher auch Günter Eichs: „Wer könnte leben, ohne den Trost der Bäume“.
(11) Alfred Holder, Altkeltischer Sprachschatz, Graz 1961, Stichwort „druida“ und „vid“; Julius Pokorny, Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Bern, München 1959, Stichwort „deru“; Alois Walde, Vergleichendes Wörterbuch der indogermanischen Sprachen, Berlin, Leipzig 1930, Band 1, 805; Der Neue Pauly, Stuttgart, Weimar 1997-, Stichwort „Druidae“; Paulys Real-Encyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Stuttgart 1894-, Stichwort „Druidae“; Helmut Birkhan, Kelten – Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur, Wien 1997, 898; Kluges etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin, Boston 2011, Stichwort „Druide“; Whytley Stokes/Adalbert Bezzenberger, Wortschatz der keltischen Spracheinheit, Göttingen 1979, 175; nach Joachim Jünemann, Wo einst der Druide stand … – Keltische Viereckschanzen im Solling und Bramwald, Dransfeld 1995, 17; Herder Lexikon Germanische und keltische Mythologie, Freiburg, Basel, Wien 1986, Stichwort „Druiden“; Bernhard Maier, Die Druiden, München 2009, 68; Friedrich Schlette, Kelten zwischen Alesia und Pergamon, o. O. 1979, 110; Martin Löpelmann, Erläuterungen und Anmerkungen, in: Keltische Sagen aus Irland, Martin Löpelmann (Hrsg.), München 1993, Fußnote 47; Manfred Ehmer, Die Weisheit des Westens – Mensch, Mythos und Geschichte, Düsseldorf 1998, 79; Aljoscha A. Schwarz/und andere, Wyda – die Kraft der Druiden – Ein ganzheitlicher Weg zu Gesundheit und Spiritualität, Freiburg 1989, 20; Rudolf Passian, Licht und Schatten der Esoterik, München 1991, 426.
(12) Lexikon der Antike, Johannes Irmscher/Renate Johne (Hrsg.), Augsburg 1990, Stichwort „Druiden“; Sylvia und Paul Botheroyd, Kelten, Kreuzlingen 2001, 21; Jan de Vries, Kelten und Germanen, Bern, München 1960, 88; Rudolf Thurneysen, Italisches, in: Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung, Band 32, 1893, 563 f. nach Andreas Hofeneder, Plinius und die Druiden, in: Kelten-Einfälle an der Donau, Helmut Birkhan (Hrsg.), Wien 2007, 318; Henri Hubert, Les Celtes depuis l’epoque de La Tène et la civilisation celtique, Paris 1932, 276; Christian-Joseph Guyonvarc’h, Notes d’étymologie et de lexicographie gauloises et celtiques V, in: Ogam 12, 1960, 49–58 nach Hofeneder, 318, Keltische Wortsymbolik, in: Kairos 5, 1963, 195–197 nach Hofeneder, 318, Notes d’étymologie et de lexicographie gauloises et celtiques XXIII, in: Ogam 18, 1966, 112 nach Hofeneder, 318; Francoise Le Roux, Les Druides, Paris 1961, 12 f. nach Nora K. Chadwick, The Druids, Cardiff 1977, 12, und Hofeneder, 318; Francisco Marco Simón, Die Religion im Keltischen Hispanien, Budapest 1998, 105; Guiseppe Zecchini, I Druidi e l’opposizione die Celti a Roma, Milano 1984, 20 f. nach Hofeneder, 318; Jacques Brosse, Mythologie der Bäume, Solothurn, Düsseldorf 1994, 85; Ingeborg Clarus, Keltische Mythen – Der Mensch und seine Anderswelt, Olten 1991, 42; Inge Resch-Rauter, Unser keltisches Erbe – Flurnamen, Sagen, Märchen und Brauchtum als Brücken in die Vergangenheit, Wien 1994, 399.
(13) John Selden in einem Kommentar zu Michael Drayton’s Poly-Olbion von 1612, 151, und Goropius Becanus (Hermathena), Opera, Antwerpen 1580, 112, nach A. L. Owen, The famous Druids – A survey of three centuries of English literature on the Druids, Oxford 1997, 8 und 87.
(14) Xavier Delamarre, Dictionnaire de la Langue Gauloise, Paris 2003, Stichwort „druid“; Otto Schrader, Sprachvergleichung und Urgeschichte, Jena 1907, 2. Teil, 448; H. D’Arbois de Jubainville, Les Druides et les dieux celtiques a forme d’animaux, Paris 1906, 1; Francoise Le Roux/Christian-Joseph Guyonvarc’h, Les Druides et le Druidisme, Rennes 1998, 3; Jean Chevalier/Alain Gheerbrant, Dictionnaire des Symboles, Paris 1982, Stichwort „Druide“; Juliette Wood, Die Kelten – Weisheit und Mythos, Augsburg 2000, 98; Marion K. Pearce, Celtic Sacrifice – Pre-Christian Ritual and Religion, Chieveley 1998, 76.
(15) Jean Markale, Die Druiden – Gesellschaft und Götter der Kelten, München o. J., 20; Momo Edel/Bertram Wallrath, Götter, Barden und Druiden – Die Kelten – Europas spirituelle Kindheit, München 2000, 76; Alexander Lüdeke, Druiden – Von den magischen Kräften der Kelten, Wien 2008, 47; Roger Facon/Jean-Marie Parent, Vercingétorix et les mystères gaulois, Paris 1983, 46; Fred Hageneder, Geist der Bäume – Eine ganzheitliche Sicht des unerkannten Wesens der Bäume, Saarbrücken 1998, 156; ähnlich Verena Eggmann/Bernd Steiner, Baumzeit – Magie, Mythen und Mirakel – Neue Einsichten in Europas Baum- und Waldgeschichte, Zürich 1998, 31.
(16) Birkhan 1997, 899; Sabine Heinz, Symbole der Kelten, Darmstadt 1998, Kapitel „Eiche“; G. Pinault, Hor Yezh 46, 1965, 23 ss. nach Delamarre 2003; Stichwort „druid“.
(17) Chadwick, 12; Holger Pedersen, Vergleichende Grammatik der keltischen Sprachen, Göttingen 1909, Band 1, 61 nach Chadwick, 12; Rudolf Thurneysen nach Chadwick, 12; Whytley Stokes nach Chadwick, 12; Peter Berresford Ellis, Die Druiden – Von der Weisheit der Kelten, München 1996, 39, und The ancient world of the Celts, London 1998, 55; Anne Ross, Ritual and the Druids, in: The Celtic World, Miranda J. Green (Hrsg.), London, New York, 1996, 430.
(18) Manfred Böckl, Die Botschaft der Druiden – Weisheit aus der Anderswelt, Bergisch Gladbach 1999, 7.
(19) Françoises Le Roux/Christian-Joseph Guyonvarc’h, Die Druiden – Mythos, Magie und Wirklichkeit der Kelten, Engerda 1996, 38, und „Etymologischer Anhang I. Der Name des Druiden“; Jena-Louis Brunaux, Druiden – Die Weisheit der Kelten, Stuttgart 2009, 95; Lexikon der Alten Welt, Klaus Bartels/Ludwig Huber, Düsseldorf 2001, Stichwort „Druiden“; Hubert, 276; Camille Jullian, Histoire de la Gaule, Paris 1993, Band 2, 85 nach Brunaux, 95; Thierry Luginbühl, Cuchulainn – Mythes guerriers et sociétés celtiques, Gollion 2006, 93; Brosse, 85; Frédéric Maisonblanche, L’astrologie druidique, Paris 1997, 9.
(20) Alfred Bertholet/u.a., Wörterbuch der Religionen, Stuttgart 1962, Stichwort „Druiden“; Brockhaus Enzyklopädie, 2006, Stichwort „Druiden“; Lexikon Alte Kulturen, Hellmut Brunner/Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.), Mannheim, Wien, Zürich 1990, Stichwort „Druiden“; Duncan Norton-Taylor, Die Kelten, o. O.1980.
(21) Georg Rohrecker, Die Kelten Österreichs. Auf den Spuren unseres versteckten Erbes, Wien 2003, 31.
(22) Jan de Vries, Keltische Religion, Stuttgart 1961, 213; F. Guiraud, Mythologie celtique, in: G. Roth/F. Guiraud, Mythologie générale, 1935 nach de Vries 1961, 213; Fred Hageneder, Die Weisheit der Bäume – Mythos, Geschichte, Heilkraft, Stuttgart 2009, 8.
(23) Françoise Bader, La langue des dieux ou l’her­métisme des poètes indo-européens, Pisa 1989, 77.
(24) Brunaux, 98.
(25) Wolfgang Meid, Eichenkundliches, in: Ir sult sprechen willekomen, Christa Tuczay/u. a. (Hrsg.), Bern, Berlin, Frankfurt a. M., New York, Paris, Wien 1998, 108, und in: Dichter und Dichtkunst in indogermanischer Zeit, Innsbruck 1978, 164 nach Birkhan 1997, 898.
(26) Ehmer, 79.
(27) J. A. MacCulloch, The Celtic and Scandinavian Religions, London 1993, 66.
(28) Markale, 20; Botheroyd 2001, 21; Facon/Parent, 46; Hageneder 1998, 156; ähnlich Eggmann/Steiner, 31.
(29) Brockhaus Enzyklopädie, Stichwort „Druiden“; Mercurios („Druide des Temple Druidiques Supraïste“), La Religion des Druides, Paris 1993, 20.
(30) Kluge, Stichwort „Druide“.
(31) Anne Bancroft, Mythen, Kultstätten und Ursprünge des Heiligen, Düsseldorf 2004, 159.
(32) Delamarre 2003, Stichwort „druid“; Wolfgang Meid, Aspekte der germanischen und keltischen Religion im Zeugnis der Sprache, Innsbruck 1991, 21, Die germanische Religion im Zeugnis der Sprache, in: Germanische Religionsgeschichte (RGA-Ergänzungsband 5), Berlin, New York 1992, 497, Meid 1998, 108, Die Kelten, Stuttgart 2011, 175; Zur gemeinkeltischen Bezeichnung der Mistel als „allheilend“, in: Wort-Text-Sprache und Kultur, Peter Anreiter/Hermann M. Ölberg (Hrsg.), Innsbruck 1998, 117 nach Hofeneder 318, und Keltische Religion im Zeugnis der Sprache, in: Zeitschrift für keltische Philologie 53, 2003, 30 nach Hofeneder 318; de Vries 1961, 190, 213; Bernhard Maier, Lexikon der keltischen Religion und Kultur, Stuttgart 1994, Stichwort „Druiden“, Die Religion der Kelten – Götter, Mythen, Weltbild, München 2001, 163, Kleines Lexikon der Namen und Wörter keltischen Ursprungs, München 2004, Stichwort „Druide“, und Maier 2009, 69; Rudolf Thurneysen, in: Zeitschrift für celtische Philologie Band 16, 1927, 277 nach Maier 2009, 69; Ernst Windisch, Das keltische Britannien bis zu Kaiser Arthur, Leipzig 1912, 24 nach Hofeneder 318; Karl Horst Schmidt, Die Komposition der gallischen Personennamen, in Zeitschrift für keltische Philologie, Band 26, 1957, 197 f. nach Hofeneder 318; Lateinisches etymologisches Wörterbuch von A. Walde, Heidelberg 1938, Stichwort „druides“; Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung, Stichwort „Druide“; Herder Lexikon Germanische und keltische Mythologie, Stichwort „Druiden“; Barry Cunliffe, Die Kelten und ihre Geschichte, Bergisch Gladbach 1991, 106; o. A., Keltische Namen und Wörter im Deutschen und im Französischen, in: Die Kelten – Mythos und Wirklichkeit, Stefan Zimmer (Hrsg.), Stuttgart 2004, 209; Simón, 108; Dom Martin, La religion des Gaulois tirée des plus pures sources de l’Antiquité, Band 1, 1727, 176, J. Rhys, Lectures on the origins and growth of religion as illustrated by Celtic Heathendom, 1888, 221, Edward Anwyl, Celtic Religion in Pre-Christian Times, Chicago 1906, 44 nach Hofeneder, 318; A. MacBain, Celtic Mythology, 1918, 154 nach de Vries 1961, 213; Vittore Pisani, La religione degli antichi Celti, in: Pietro Tacchi Venturi/Guiseppe Castellani, Storia delle Religioni, Torino 1971, 450 nach Hofeneder 318; Alexander Demandt, Über allen Wipfeln – Der Baum in der Kulturgeschichte, Köln, Weimar, Wien 2002, 141, und Der Baumkult der Kelten, in: Dieux des Celtes – Götter der Kelten – Gods of the Celts, Charles Marie Ternes/Hartmut Zinser (Hrsg.), Luxemburg 2002, 9 nach Hofeneder 318; Martin Paetsch, Mittler zwischen Himmel und Erde, in: Geo Epoche 47/2011, Die Kelten, 108; Edel/Wallrath, 75; Gerhard Herm, Die Kelten – Das Volk, das aus dem Dunkel kam, Reinbek 1977, 80; Ehmer, 79; Sybille Günther, Wilde Stämme – Kinder spielen Kelten und Germanen, Münster 2011, 60; Herbert Schwinghammer, Von Kelten und Druiden – Das große Weisheitsspiel, Augsburg 2001, 102; Handbuch der Weltgeschichte, Alexander Randa, Olten, Freiburg im Breisgau 1954, 410; Horst E. Miers, Lexikon des Geheimwissens, o. O. 1981, Stichwort „Druiden“; Franjo Terhart, Einweihungslehren – Templer, Rosenkreuzer, Freimaurer und andere Geheimbünde, München 1996, 47.
(33) Birkhan 1997, 898, und Helmut Birkhan, Kelten – Bilder ihrer Kultur, Wien 1999, 39; Heinz, Kapitel „Eiche“; Wolf-Dieter Storl, Pflanzen der Kelten – Heilkunde, Pflanzenzauber …, Aarau, 2000, 65.
(34) Hageneder 1998, 156.
(35) Robert von Ranke-Graves, Die weiße Göttin, Sprache des Mythos, Reinbek 1992, 23, 42.
(36) Delamarre 1999, 37, und 2003, Stichwort „druid“; Vendryes, 291; Bader 1989, 82, und in: Studies in Honor of Jaan Puhvel Band 2, JIES Monograph no. 21, Washington 1997, 14 nach Delamarre 1999; Bertholet/u. a., Stichwort „Druiden“; The new Encyclopædia Britannica, 2007, Stichwort „Druid“; Ernest Klein, A comprehensive etymological dictionary of the English language, Amsterdam, London, New York 1966, Stichwort „druid“; John King, The Celtic Druids’ year – Seasonal cycles of the ancient Celts, London 1994, 32; Elena Percivaldi, Das Reich der Kelten, Wien 2006, 58; James Lynn Page, Celtic Magic, London, New York, Toronto, Sydney 2002, 22.
(37) Ludwig Reinhardt, Helvetien unter den Römern – Geschichte der römischen Provinzial-Kultur, Berlin, Wien 1924, 13; Georges Dottin, Die Welt der Kelten, München, Berlin o. J., 80; Paul Bouchet/René Bouchet, Les Druides – Sciene et Philosophie, Paris 1976; Douglas Monroe, Merlyns Lehren – 21 Lektionen in praktischer Druidenmagie – Das Arbeitsbuch zu Merlyns Vermächtnis, Freiburg im Breisgau, 1997, 9; Wilfried Weustenfeld, Heilkraft, Kult und Mythos von Bäumen und Sträuchern, München 1996, 56; Anette Wagner/Peter Michel, Bäume – Kraftplätze und Heiler, Wien 2000, 48; Lewis Spence, The Hist­ory and Origins of Druidism, Van Nuys 1995, 16; A. Gadal, Das Druidentum, Haarlem 1985, 9; Facon/Parent, 46; Percivaldi, 58; James George Frazer, Der goldene Zweig – Eine Studie über Magie und Religion, Köln, Berlin 1968, 234, und in Magic Art nach Spence, 14; Yvonne Aburrow, The Enchanted Forest – The magical lore of trees, Chieveley 1994, 35; Glennie Kindred, The sacred Tree, Columbus 1997, 4; Robert Charroux, Vergessene Welten – Auf den Spuren des Geheimnisvollen, München, Zürich 1976, 78.
(38) Philip Carr-Gomm („Chief of the Order of Bards, Ovates and Druids“), The Elements of the Druidic Tradition, Dorset, Massachusetts, Queensland 1994, X; Ward Rutherford, The Druids – Magicians of the West, Wellingborough 1983, 56.
(39) Brian Harrison, Forest Paths – A manual of modern tree divination, Chieveley 1999, 101.
(40) Spence, 16.
(41) Hubert, 275 f.; Alexander Demandt, Die Kelten, München 2002, 43; Schwinghammer, 102.
(42) Edel/Wallrath, 75.
(43) Meid 1978, 164 nach Birkhan 1997, 898, Meid 1991, 21, Meid 1992, 497, Meid 1998, 109, und Meid, 2011, 175; Hofeneder, 318; Simón, 108; Berresford Ellis, 40, 43; Ross 430; Carr-Gomm, X; Emma Restall Orr, Thorsons principles of Druidry, London 1998, 25.
(44) Hageneder 1998, 156.
(45) Brunaux, 95.
(46) John Matthews, Introduction – The story of Druidry, 7, in: The Druid source book, John Matthews (Hrsg.), London 1990.
(47) Emma Restall Orr, Druidenweisheit, Neuhausen 2001, 20.
(48) Anne Ross, The Pagan Celts, Ruthin 1998, 148.
(49) Chadwick, 13.
(50) The new Encyclopædia Britannica, Stichwort „Druid“.
(51) I. Pontanus, Itinerarium Galliae Narboniensis, Leyden 1606, 229 nach Owen, 87.
(52) Hageneder 1998, 156
(53) Löpelmann, Fußnote 47.
(54) Delamarre 1999, 37 und 2003, Stichwort „druid“; Encyclopedia of Indo-European Culture, Jacob P. Mallory/Douglas Q. Adams Hrsg.), London, Chicago 1997, C. Watkins, Dictionary of Indo-European Roots, Boston 1985, Stichwort „Tree“, 12 nach Delamarre 1999, 37; Bertholet/u. a., Stichwort „Druiden“; Eric Partrigde, Origins – An etymological Dictionary of modern English, London 1990, Stichwort „druid“.
(55) Delamarre 1999, 37, u. 2003 Stichwort „druid“.
(56) Delamarre 1999, 37.
(57) Herman Wirth, Die heilige Urschrift der Menschheit …, Leipzig 1931, 467; Gisela von Frankenberg, Kulturvergleichendes Lexikon – Von Abendland bis Zweisonnen-System, Bonn 1984, Stichwort „Druiden“.
(58) Delamarre 1999, 38 u. 2003, Stichwort „druid“.
(59) Hageneder 1998, 156.
(60) Caitlin Matthews, The Celtic Tradition, Dorset, Massachusetts, Queensland, 1995, 40.
(61) C. Matthews, 40.
(62) Kenneth H. Jackson, The oldest Irish Tradit­ion, Cambridge 1964 nach James MacKillop, Dictionary of Celtic Mythology, Oxford, New York, 1998, Stichwort „druid“.
(63) Maya Magee Sutton/Nicholas R. Mann, The practice of Celtic Wisdom – Druid Magic, St. Paul, 2003, XVII; Pearce, 76; Miguel Serrano, Das Goldene Band – Esoterischer Hitlerismus, Wetter 1987, 110.
(64) Albert Grenier, Les Gaulois, Paris 1994, 308; Ortrud Stumpfe, Absturz in den Selbstverrat – Rhythmik der germanischen Mythologie und der deutsch-europäischen Geschichte, Stuttgart 1993, 71.
(65) Wirth, 467.
(66) Wirth, 467.
(67) Partrigde, Stichwort „druid“; Kenneth H. Jackson nach MacKillop Stichwort „druid“; Christian August Vulpius, Handwörterbuch der Mythologie der deutschen, verwandten, benachbarten und nordischen Völker, Leipzig 1826, Stichwort „Druiden“ (gleicherorts ein sehr ausführliches und wertvolles Verzeichnis „mir [Vulpius] bekannter Schriften über die Druiden“ des 16. bis 19. Jahrhunderts); Karl Kiesewetter, Der Occultismus der Kelten und Germanen, Hamburg 1992, 4; Georg Schuster, Die geheimen Gesellschaften, Verbindungen und Orden, Wiesbaden 1991, Band 1, 212; Gernot L. Geise, Wer waren die Römer – Die Erfindung einer Invasionsarmee, Wessobrunn 1994, 173.
(68) Bader, Abschnitt „Les Druides“, 68–83.
(69) Simón, 108.
(70) Sutton/Mann, XVII.
(71) Vulpius, Stichwort „Druiden“.
(72) Wilhelm Reynitzsch, Ueber Truthen und Barden […], Gotha 1802, Kapitel „Von den kältischen Vernunftweisen, Trühten und Truhten, ihren Lehrmeynungen und Verrichtungen“ und Kapitel „Putz und Kleidung der Trühten“; Rudolf John Gorsleben, Hoch-Zeit der Menschheit, Leipzig 1930, 193.
(73) Serrano, 110.
(74) Ellen Evert Hopman, Die Weisheit der Druiden, Niedernhausen 1998, 12.
(75) Whitley Stokes nach Spence, 16.
(76) Peter Dawkins, Die keltischen Mysterien als eine Einführung in die westliche Mysterien-Tradition, Vortrag 4/1993.
(77) Franz Joseph Mone, Geschichte des Heiden­thums im nördlichen Europa, zweiter Theil: Die Religionen der südlichen teutschen und der celtischen Völker, Symbolik und Mythologie der alten Völker von Friedrich Creuzer fortgesetzt von Franz Joseph Mone, Band 6, Leipzig und Darmstadt 1823, 386 (Mone erwähnt gleicherorts „die fleissige Arbeit des Joh. Georg Frick, commentatio de Druidis, Ulm 1744, welche ihn selbst und seine „Gränzen […] der fruchtlosen Mühe […] überheben […] die zahlreichen Schriften über die Druiden anzuführen).
(78) Goldman(n?) nach T. D. Kendrick, The Druids – A study in Keltic prehistory, London 1927, 16.
(79) J. Scherrer, in: Festschrift zur Begrüßung der 24. Philol.-Vers., veröffentlicht vom hist.-phil. Verein zu Heidelberg, Leipzig 1865, 89 ff., nach Paulys Realencyclopädie, Stichwort „Druidae“.
(80) Chadwick, 13 („backwoodsmen“ im englischen Original, im Sinn eines Spitznamens von Seiten der Griechen; siehe hierzu Le Roux/Guyonvarc’h 1996, 38, Berresford Ellis, 38, und Jullian Band 2, 85).
(81) Rudolf Steiner, Vorträge vom 30. 9. 1904 in Berlin „Die Mysterien der Druiden und Drotten“, in: Die Tempellegende und die Goldene Legende, Dornach 1991, und 12. 5. 1905 in Berlin, 3. 12. 1905 in Köln, in: Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, Dornach 1999; Ernst Uehli, Vorzeit der Schweiz, Zürich 1942, 333.
(82) W. Winwood Reade, The Veil of Isis or Mysteries of the Druids, North Hollywood 1992, 60.
(83) A. Van Scrieck, Monitorum secundorum libri quinque, Ypres, 1614, sig. K3, nach Owen, 87.
(84) Hageneder, 156.
(85) Kurt Derungs, Vorkeltische Mythologie, in: Jan de Vries, Keltische Religion, Grenchen 2006, XIV.
(86) Otto Marti, Die Götter unserer Ahnen-Mythos – Kultus und Recht der Ur- und Frühzeit im Schweizerland, Bern 1944, 87.
(87) Charles Mackay, Druidical chants preserved in the choruses of popular songs in England, Scotland, Ireland and France, in: The Celtic Magazine 1876, in: The Druidic source book, 243; Dudley Wright, Druidism – The ancient faith of Britain, 1924, 1 (dasselbe enthält eine spannende Liste älterer Literatur).
(88) Rudolf Steiner, Vortrag vom 6. 5. 1909 in Berlin „Die europäischen Mysterien und ihre Eingeweihten“ in: Wo und wie findet man den Geist?, Dornach 1984; Hans Gsänger, Irland – Insel des Abel, Freiburg im Breisgau, 266; Otto Neeracher, Die Etrusker waren Süd-Kelten, Basel 1981, 90.
(89) Pezron, Antiquité de la Nation et de la Langue des Celtes nach Wright, 1.
(90) Keysler, Antiquitates Selectae, Hannover 1720, 503 nach Owen, 87; Wilhelm Obermüller, Deutsch-Keltisches […] Wörterbuch […], Leipzig 1868, Stichwort „Druide“; Serrano, 110.
(91) Hubert, 276; Jünemann,17.
(92) Wright, 2.
(93) Wright, 2.
(94) Wright, 2.
(95) Duclos, Sur l’étymologie du nom des Druides, in: Mémoires de l’academie des inscriptions XVIII,185 nach: Mone 387.
(96) John Selden … , 8 („God […] Lord“ in der englischen Originalausgabe).
(97) Gorsleben, 195.
(98) Anne Ross/Don Robins, Der Tod des Druidenfürsten – Die Geschichte einer archäologischen Sensation, Köln 1990, 134.
(99) Wolfgang Bauer/Irmtraut Dümotz/Sergius Golowin, Lexikon der Symbole, Wiesbaden 1996, 43; beiläufig sind wir auf folgende Aussage gestoßen: „Es darf vermutet werden, dass Urbild und Herkunft des Pentagrammes aus der Atlantis stammt […] und vom Druidentum als sakrales Signum (Drudenfuß) Verwendung gefunden hat.“ (Ernst Uehli, Atlantis und das Rätsel der Eiszeitkunst, Stuttgart 1957, 107).
(100) Sonja Ulrike Klug, Kathedrale des Kosmos – Die heilige Geometrie von Chartres, Kreuzlingen, München 2001, 53; auffällig oft erscheint die Verbindung der Druiden mit der Drei und dem Drehen in dem – bei Anhängern desselben – einen gewissen Kultstatus tragenden ariosophischen und antisemitischen (Mach)Werks Gorslebens, 193 f. und 318 f. und passim.
(101) etwa: Vorträge von Rudolf Steiner „Die Mys­terien der Druiden und Drotten“ vom 30. 9. 1904 in Berlin: „Das geistige Leben [Europas] ging aus von einer Zentralloge in Skandinavien, der Drottenloge, Druidenloge. […] Drotten oder Druiden waren uralte germanische Eingeweihte. […] Alles, was wir in der Edda lesen und in der uralten germanischen Sagenwelt finden können, geht zurück bis in die Tempel der Drotten oder Druiden“, 3. 12. 1905 in Köln: „‚Drotte‘ ist eine andere Form für Druide.“
(102) Je nach Autor vermischen sich in den Darstellungen derselben Druden/Truten (als männliche Formen auch Truder/Trudner/Drüdner) genannte Alp(traum/druck)-Geister (Nachtmahren), beziehungsweise Hexen (gegen dieselben jedenfalls fand der sogenannte Drudenfuß als abwehrendes Zeichen Verwendung), deren Name wohl am ehesten, als „(nächtliche) Tret-Geis­ter“ (deren „treten“ dann auch als „trotten“ bezeichnet wurde) zu verstehen ist, und ein germanischer Gefolgschaftsführer-Titel (althochdeutsch trohtin/truhtin, altdänisch drotten zu erschlossenem germanisch druhti „(Gefolschafts)Schar“, erhalten auch noch im Truchsess „der der Schar (Gefolgschaft) (Vor)Sitzende“), dessen altnordische Form drottnar (verdeutscht Drotten/Drotner in Vollmers Wörterbuch der Mythologie Stichwort „Drotte, Drotner“) nur an einer einzigen Stelle, in Snorri Sturlusons im 13. Jahrhundert entstandenen isländischen „Heimskringla“ legendäre Tempelpriester bezeichnet, mit dem aus völlig anderer Wortherkunft sich herleitenden Amtstitel Druiden.
(103) In seinem „Celtische Alterthümer zu [sic!] Erläuterung der ältesten Geschichten und Verfassung Helvetiens“ (o. A., Bern 1783, 111) von Gottlieb Walther ist eine Aufzählung von Literatur „Zur Kenntnis der verschiedenen Meinungen hierüber [über die Etymologie von Druiden]“ abgedruckt. Der Vollständigkeit halber sei hier noch die Erwägung der Zusammenstellung mit gotisch throthjan „üben“ von Jacob Grimm aufgeführt (Deutsche Mythologie, Graz 1968, Band 3, 39) und eine bei (Le Roux/Guyonvarc’h 1996, 581) leider ohne Literaturverweis besprochene Zusammenstellung mit irisch druailnithe „verdorben“ und druailnid „verderben“ von Rudolf Thurneysen erwähnt.
(104) Die aus keltischen Überlieferungen bekannten Dervones werden als „Feen/Göttinnen der Eichen/Eichbäume/Eichenwälder“ bezeichnet (Holder Stichwort „Dervones“; Franz Joseph Mone, Die gallische Sprache, Karlsruhe 1851, 95; MacCulloch, 14). Auch auf diese Art gebildete keltische Personennamen sind überliefert: Derva, Dervius, Dervacius (latinisierte Form von erschlossenem keltischen Dervacos) und Dervogenus „Sohn der Eiche“ sowie altbretonisch Dergen, Derien, Derjen (Holder, Stichwort „derva“).
(105) Alexander Demandt erwähnt außerdem eine in den Dolomiten spukende sogenannte Drusilla, die nach ihm eine „Eichenfee“ sein könnte. In Schweden und Dänemark standen in der Regel bei Höfen sogenannte vårdträd „von den vård [Wärter/Schutzgeister] bewohnte Bäume“ und boträd beziehungsweise boeträ „Wohnsitzbaum (der Schutzgeister)“. Im „Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm“ ist 1860 unter dem Stichwort „Drudenbaum“ zu lesen, dass die Druden unter ihm „ihre zusammenkunft halten, wozu sie vorzüglich eichenbäume wählen“.
(106) Françoise Bader interpretiert die Bezeichnung Druiden als ein ererbtes, sogenanntes kenning „(Er)Kenntnis“, eine poetische, metonymische Umschreibung, auch als „verhüllende Tabubezeichnung aus dem magisch-religiösen Bereich“ der indogermanischen hermetischen Dichter-Sprache bezeichnet – der „Sprache der Götter (langue des dieux)“ –, in der die Eiche als irdische Repräsentation des Gewitter-Gottes (peut-être fusionné avec le dieu solaire en un grand dieu du ciel en Gaule, comme dans le cas de Zeus en Grèce) gilt. Entsprechend der „omniscience“ der Druiden und deren schon von den antiken Quellen vermerkten „volonté d’ésoterisme“ übersetzt sie die Qualität des uid als „Brillants-Voyants“. Hierher möglicherweise auch der von Jacques Brosse erwähnte Glaube „auf dem Lande“, die Mistel komme mit dem Blitz vom Himmel herab; zu den „Nachfolgern“ des indogermanischen „Donnergottes“ bei den verschiedenen Kulturen und diesbezüglichen Eichen-Traditionen siehe die Zusammenstellung ebenda. Hierhin auch die Bemerkung Max Höflers in seiner „Volksmedizinischen Botanik der Kelten“: „Der Genuss der göttlichen Eichelfrucht, gleichsam eine Theophagie des vegetabilischen Totems, machte dann auch prophetisch“, die sich auf eine Scholie (über die sogenannten Berner Scholien weiter unten) zu Lukans „Pharsalia“ bezieht, in der es heißt: „Die Driaden [gemeint sind die Druiden], die Philosophen der Gallier, sind aber nach den Bäumen benannt […] weil sie nach dem Verzehr von Eicheln weiszusagen pflegten“. In der „Introduction“ des Buchs „Les Druides – Sciene et Philosophie“, des „Grand-Druide des Gaules“ Paul Bouchet und des „Président du Grand Chêne Celte“ René Bouchet ist gar die Gleichung zu finden: „Chêne = Deru = Druide“.
(107) „Verwahrer der Wissenschaft, beschwört ihr Name den Baum, den Wald, die Eiche, aber auch das Wissen und das Sehen“.
(108) anders: Le Roux/Guyonvarc’h 1996, Stichwort „Nemeton“ im Glossar, die in diesem zum Teil mehr in Rätseln als erklärend sprechenden Abschnitt bemerken: „Zwar dient das Holz als unerlässliche Grundlage der ‚Erkenntnis‘ des Heiligen, so wie auch ein hermeneutischer Bezug zwischen dem ‚Baum‘ und der ‚Kenntnis‘ (vidu-) besteht, doch kann das nemeton selbst kein Wald sein, auch wenn jeder Wald im Prinzip heilig ist“.
(109) Auch für den Forst, ein dem König zur (heiligen) Jagd vorbehaltener Bannwald, wird eine ursprüngliche Bedeutung von „heiliger Hain“ in Betracht gezogen. Der Hain dagegen kam wohl erst und vor allem durch Martin Luthers Gebrauch desselben für heidnischen (Bibel-)Göttern geweihte Wälder in den Ruch des Heiligen.
(110) ausgelöst durch die von dem Schotten James Macpherson verfassten, jedoch einem angeblichen Dichter des dritten Jahrhunderts namens „Ossian“ zugeschriebenen und später unter dem Titel „The Works of Ossian, the Son of Fingal“ 1765 veröffentlichten Texte, die „unter anderem von Herder, dem jungen Goethe und Napoleon bewundert wurden. […] Bei der 1807 auf Drängen seiner Kritiker veröffentlichten schottisch-gälischen Fassung der Gedichte handelt es sich dementsprechend nicht um die von Macpherson reklamierte Vorlage seiner Übertragungen, sondern um eine nachträgliche Übersetzung aus dem Englischen.“
(111) „Die Ordnung der menschlichen Dinge schritt so vorwärts: zunächst gab es die Wälder, dann die Hütten, darauf die Dörfer, später die Städte und schließlich die Akademien“. Dieses Zitat aus Giambattista Vicos „Neuer Wissenschaft“ fanden wir in Robert P. Harrisons „Wälder – Ursprung und Spiegel der Kultur“ aus dem wir zum hier Behandelten das erste Kapitel „Zuerst die Wälder“ ans Herz der Leserinnen und Leser legen möchten.
(112) Durch die Romantiker kam auch die Idee der germanischen Waldesdome auf, die gewissermassen steingewordene überlebende Zeugen des hohen Glaubens der Vorväter und -mütter darstellen; „Die gotische Kathedrale reproduziert sichtbar die alten Orte der Anbetung; ihr aufstrebendes Inneres erhebt sich senkrecht zum Himmel und schließt sich dann von allen Seiten zu einem Gewölbe zusammen, wie eine Vielzahl von Baumkronen, die sich in der Höhe zu einem Blätterdach zusammenschließen. Wie Durchbrüche in dem Blattwerk lassen Fenster Licht von aussen in den umfriedeten Raum ein“.
(113) Der Garten ist der „umzäunte/-grenzte Ort“.