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Zeigerpflanzen

Von Strahlensuchern, Strahlenflüchtern,
besonderen Wuchsformen
und Elfengewächsen

von Marlene Geib erschienen in Hagia Chora 3738/2012

Pflanzen spiegeln die Eigenschaften eines Orts, und so spricht man in der Radiästhesie von „Zeigerpflanzen“, die auf bestimmte Phänomene hinweisen. Eine Einführung.

Es ist kein Zufall, wenn sich eine Pflanze an einem bestimmten Platz ansiedelt, denn jede Pflanze sucht sich den Standort, den sie zum Aufwachsen braucht. Pflanzen reagieren genauso stark auf Schwingungen und Strahlen wie der Mensch. Pflanzen müssen ihm offenbaren, was bei ihm im Unterbewusstsein verlorenging“, schrieb die bekannte holländische Heilerin Mellie Uyldert.
Unsere Erde ist, wie alle Himmelskörper, ein beständiger Strahler und gibt Wellenlängen in fast allen Schwingungsbereichen ab. Wir Menschen, das Tier- und das Pflanzenreich sind in diese uns immer umgebenden terrestrischen und kosmischen Energien eingebettet. Je mehr das äußere Schwingungsfeld mit dem inneren Schwingungsfeld eines Lebewesens übereinstimmt, umso störungsfreier verlaufen Wachstum und Gesundheit.

Pflanzenwissen
Ich bin im ländlichen Umfeld mit einem großen Nutzgarten und einer noch größeren Streuobstwiese aufgewachsen. Im Sommer konnte man Walderdbeeren und Himbeeren sammeln, im Steinbruch gab es Brombeeren und in den Wiesen Champignons. Im Wald wuchsen Steinpilze und Waldmeister, auch wo Maiglöckchen und Immergrün standen, wusste ich genau. Alles hatte seinen Platz.
Wie man Apfel- und Birnbäume an den richtigen Platz stellt, wusste der Großvater. Noch heute gibt es die fast 100 Jahre alten Apfelbäume, die er pflanzte. Es sind Sorten mit klingenden Namen wie „Zuccal­maglio“ oder „Freiherr von Berlepsch“, die um so viel aromatischer schmecken als jeder Apfel aus dem Bioladen.
Im Lauf der Jahre ergänzte ich mein Kindheitswissen über die Natur mit dem Wissen der Pflanzenheilkunde. Dann kam die radiästhetische Arbeit, durch die es mir möglich war, meine Pflanzenbeob­achtungen und das Erfassen der Ortsqualität mit Rute, Pendel und letztlich mit der H3-Antenne nachzuprüfen.
Pflanzen sind Überlebenskünstler. Der Mensch kann sich von seinem Standort wegbewegen, die Pflanze, die sich ihren Platz suchte oder dorthin gepflanzt wurde, kann das nicht. Sie kann aber reagieren, und das zeigt sich in ihrem Wuchsverhalten. Vor allem Bäume, die besondere Anomalien aufweisen, geben uns Hinweise auf den Strahlungseinfluss des Platzes. Es gibt „Strahlenflüchter“ und „Strahlensucher“ im Pflanzen- wie im Tierreich. Damit sind Pflanzen oder Tiere gemeint, die weniger gut oder besser mit energieaufladenden oder -abladenden Plätzen zurechtkommen. Viele Heilkräuter sind Strahlensucher. Sie nehmen Kraft in sich auf, die wir dann für uns nutzen können.

Sensible Ortsbewohner
Unsere Obstbäume gehören zu den sogenannten Strahlenflüchtern, sie kommen mit gestörten Plätzen weniger gut zurecht, verkümmern dort oder bringen wenig Ertrag. Aus radiästhetischer Sicht sind Anomalien im Pflanzenwuchs wie Drehwuchs, Schrägwuchs, Hexenbesen oder Baumkrebs Ausdruck unharmonischer, gestörter Plätze. Wenn Bäume stark zwieseln, stehen sie in der Regel im Zentrum einer Wasserader.
Plätze, an denen Baumanomalien zu beobachten sind, sollten nicht generell als „schlechte Plätze“ bewertet werden. Störstellen, ausgelöst durch Wasserkreuzungen, Gitternetze oder Verwerfungen können auch Orte sein, an denen etwas Besonderes geschieht, wo außergewöhnliche Wahrnehmungen möglich sind. Wenn wir die Natur betrachten, sollte immer ihre Schönheit, die Vollkommenheit der Schöpfung im Fokus stehen.
An der riesigen Kastanie an meinem Wohnort zeigt sich diese Schönheit jedes Jahr von Neuem.

Pflanzen und Menschen
„Nähere ich mich einem Haus, einem Gebäude, um dort radiästhetisch, geomantisch zu arbeiten, schaue ich mir von außen den Bewuchs an. Welche Pflanzen wurden gepflanzt, welche sind natürlicherweise vorhanden? Wie sehen diese Pflanzen aus? Sind sie gerade gewachsen, alt und kraftvoll oder kümmerlich, schief und krebsig? Gibt es Hexenbesen, Wassertriebe, Misteln in den Bäumen? Sehe ich Drehwuchs, Zwieselungen, starken Efeubewuchs? Gibt es Moose und Flechten an Steinen, am Mauerwerk? Wo überall hat sich Holunder angesiedelt? Ist die Hecke gleichmäßig dicht oder gibt es kahle, braune Stellen?“
So lehrte uns vor einigen Jahren Eike Hensch das Herangehen an die radiästhetische Arbeit.
Der Bewuchs sollte uns einen ersten Hinweis auf die Bewohner des Hauses geben, auf Schwingungen und Strahlungen, durch die sie beeinflusst werden oder die die Bewohner selbst herbeigeführt hatten. Wie das Haus den Menschen prägt und der Mensch sein Haus, so prägen auch Pflanzen den Menschen und der Mensch die Pflanzen, die in seinem Umfeld siedeln.
Pflanzen sind intelligente, beseelte Wesen. Sie nehmen die Energie eines Menschen auf und reagieren darauf. Oft findet der Mensch sein Heilmittel im Garten als „Unkraut“ – eine positive Resonanzwirkung. Wer eine Trauerweide auf seinem Anwesen stehen hat, wird von ihr anders geprägt als von einer fröhlichen Birke.
„Ein Garten besitzt das Geheimnis des Lebens“, – an diese Ebene wurde ich in unserem eigenen Garten herangeführt:
Seit gut 40 Jahren wohnen wir im städtischen Bereich. Um unser Haus ist ein sehr kleiner Garten, in dem alles wachsen darf, was kommt: Dort siedelten sich fast gleichzeitig zwei Seidelbastbüsche, Weißdorn, die Zaunrübe und drei Eiben an, außerdem Bärlauch, viele Maiglöckchen und Akelei. Mir war lange nicht klar, was uns diese Ansammlung zu sagen hatte, bis ich das Wirken der Planeten in den Pflanzen erkannte:
Seidelbast (Daphne mezereum), wird dem Mars zugeordnet. Obwohl giftig, fand Seidelbast schon im Altertum in magischen Rezepturen Verwendung. Daphne, eine der Nymphen der Göttin Artemis, entzog sich durch die Verwandlung in Seidelbast den Zudringlichkeiten Apolls. Seidelbast gehörte auch zu den heiligen Pflanzen der germanischen Götterwelt, eine Pflanze des germanischen Kriegsgotts. Vom Seidelbast heißt es, „er sei so stark, dass man damit den Teufel an den Beinen festbinden kann“.
Auch Weißdorn (Crataegus), gehört zum Planeten Mars – ein heiliger Baum der Kelten. Für die Germanen bot die Weißdornhecke Geborgenheit. Weißdorn berührte einst Jesus’ Stirn, weshalb man glaubte, dass, wo Weißdorn steht, nie der Blitz einschlägt. Im Volksglauben wehrt Weißdorn bösen Zauber ab. Wo der Weißdorn blüht, kann man beruhigt schlafen.
Die dem Mars zugeordnete Zaunrübe (Bryonia) schützt nach alten Schriften vor Verhexung, brachte Glück für Haus, Hof und hielt den Blitz fern.
Die Eibe (Taxus), dem Saturn zugeordnet, ist ein Symbol sowohl für Tod und Unsterblichkeit als auch für Wehrhaftigkeit. Auch sie schützt vor Zauber und Geis­tern. „Vor Eiben kein Zauber kann bleiben“, heißt es über diesen Baum.
Die stark giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis) gehören wiederum zum Mars. Sie werden auch Salus mundi, „Heil der Welt“, genannt und sind ein Symbol für Glück und Liebe.
Bärlauch (Allium ursinum), ebenfalls eine Marspflanze, reinigt und stärkt. Akelei, auch Elfenhandschuh genannt, wächst an „guten Plätzen“, schützt, schafft Verbindung zu liebevollen Wesen, verleiht auch Löwenkräfte.
Astrologisch betrachtet, unterstehen fast alle in unserem Garten neu angesiedelten Pflanzen dem Mars. Dornen und Stacheln (Weißdorn), hautreizende Stoffe (Seidelbast), scharfer Geruch und Geschmack (Bärlauch, Maiglöckchen), rote Blüte oder Frucht (Zaunrübe) – all das hat Bezug zum Mars.
Eiben (Saturn) sind die Hüter der Schwelle. Mars und Saturn sind die Hüter der Gifte. Insgesamt entstand für mich der Eindruck von Schutz und Abwehr, doch wovor? Wir fühlten uns von niemandem angegriffen oder bedroht, lebten in guter Nachbarschaft.
Als ich mich in die Pflanzen einfühlte, erkannte ich den wahren Grund für ihr Kommen: Sie wollten nicht uns, sondern ihre Artgenossen schützen. „Unkraut“ auf der anderen Seite des Zauns wurde nämlich rigoros verfolgt und ausgemerzt. Nichts, was die Nachbarn nicht selbst in den Garten gepflanzt hatten, durfte bestehen bleiben. Eine wilde Rose wurde mit dem Flammenwerfer ausgebrannt, und das Grün zwischen den Steinen sollte mit Gift beseitigt werden. Einzig der Giersch, das Gichtkraut, ließ sich nicht aus Nachbars Garten vertreiben, kam aber nie bis zu unserem Zaun. Der Nachbar lebt inzwischen nicht mehr, gegen sein Leiden war „kein Kraut gewachsen“. Die wilde Rose blüht prächtig wie nie.
Diese Beobachtungen ließen Pflanzen in einem ganz anderen Licht erscheinen. Was für mich vorher Blüh- oder Heilpflanzen waren, nahm ich plötzlich als beseelte, wissende Erdenmitbewohner wahr.
Seitdem versuchte ich bei vielen Exkursionen zu besonderen Orten, über die Pflanzen die Qualität und den Geist des Orts zu erfassen.

Eichen und Buchen
Für unsere Vorfahren war es selbstverständlich, die Zeichen der Natur zu deuten, um an störungsfreien Plätzen ihr Haus zu bauen.
„Vor Eichen sollst du weichen, vor Fichten sollst du flüchten, auch Weiden sollst du meiden, doch Buchen sollst du suchen!“ So, oder leicht abgewandelt, kennt fast jeder die alte Blitzregel, doch was ist davon zu halten? Fragt man Radiästheten, wird meist bestätigt: „Eichen wachsen häufig auf Wasseraderkreuzungen, auf gestörten Plätzen, Buchen nicht. Deshalb schlägt in Eichen vermehrt der Blitz ein.“ Zerklüftete, prächtige alte Eichen mit Blitzspuren sind tatsächlich nicht selten. Da ist es nicht verwunderlich, dass frühe Kulturen Eichen eine besondere Bedeutung gaben, wo doch hier das „Himmelsfeuer des Donnergotts“ immer wieder einschlug. Die Eiche war das Tor zur anderen Welt. Über den Blitz schuf sie die Verbindung der Götter im Himmel zu den Erdgöttern, reichten doch ihre Wurzeln tief in die Erde hinein.
Eichen können auch feuchte Gebiete besiedeln. Ihre Wurzeln reichen bis zum tiefen Wasser. Steht die Eiche auf einer Wasserader, hat sie ein größeres Resonanzfeld auf Wasserstrahlung. Sie ist auch in der Lage, die Strahlung einer Wasserader umzupolarisieren, was der Buche nicht so zuverlässig gelingt. Wohl aus diesem Grund war es früher in Sachsen, in Westfahlen und wohl auch in anderen Gegenden der Brauch, Höfe mit Eichen zu umpflanzen oder zumindest eine Eiche als Hausbaum zu wählen. Sie konnte einen störungsfeien Wohnplatz schaffen.

Büsche, die Wasser suchen
Auch andere Bäume haben diese Fähigkeit zur Umpolarisierung, beispielsweise der Holunder (Sambucus nigra). Er ist ein Wasserzeiger ersten Ranges, und so heißt er im Französischen „Sureau“, was „über Wasser“ bedeutet. Wo sich Holunder von selbst ansiedelt, hat er Anbindung an Wasser, das zeigen schon seine schnellwachsenden Triebe. Zwei Meter und mehr schaffen seine weichen, hohlen Wasserstängel in einem Jahr.
Der Holunder, der Baum der Frau ­Holle, gilt im Volksglauben als magisch und heilig: „Rinde, Wurzel, Blatt und Blüte – jeder Teil ist Kraft und Güte“, heißt es im Volksmund. Vor dem Holunder musste man den Hut ziehen, und hatte man ein „Fieber“, übergab man es dem Holunder, der die negative Schwingung an das Wasser weiterreichte, das diese Schwingung dann gewandelt fortleitete. Wie die Eiche kann der Holunder Feldveränderungen bewirken, schafft Störungsfreiheit hinter sich. Wohl deshalb wurde er als schützender Geist um Hof und Scheune gepflanzt.
Doch nicht nur Wasser zieht Holunder an, auch unter Windrädern und Starkstrommasten wächst er prächtig, wie jeder nicht nur bei langen Autobahnfahrten beobachten kann. Selbst auf dem Mittelstreifen zwischen den Fahrbahnen ist er anzutreffen. Was verleitet ihn zu diesen Standorten? Es ist wohl seine heilende Art, Strahlung umzupolarisieren, positiv zu verwandeln.
Auch der Haselstrauch (Coryllus avelana) liebt Wasser. Wenn er besonders kräftig wächst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er über einer Wasserader steht. Schon die Etrusker schnitten aus den Trieben Wünschelruten zum Wassersuchen. Unter Haselsträuchern kann man mit freundlichen Naturgeistern in Verbindung treten.
Neben den Bäumen und Büschen, die zu Wasseradern besondere Beziehung aufnehmen, können viele weitere Pflanzen Wegweiser auf der geomantischen Landkarte sein. Im Folgenden stelle ich einige von ihnen vor.

Charakteristische Zeigerpflanzen
Die Stechpalme (Ilex aquifolium), bei Kelten und Römern ein heiliger Baum, gilt als Zeigerpflanze für Verwerfungen, ebenso das Schöllkraut. Bei den Externsteinen und im Teutoburger Wald gibt einen regelrechten Ilex-Wald.
Ameisen haben einen starken Bezug zu Schöllkrautsamen und verschleppen ihn längs ihrer Wanderwege durch Gemäuer, Türme, Burgruinen. So erklärt sich die Vorliebe der Pflanze für alte Steine, die durch Fugen und Klüfte auch eine Form von Verwerfung bilden. Schöllkraut wächst nur, wo einmal Menschen lebten. Es bildet damit einen Zeiger für menschliche Besiedlungen und half schon manchem Archäologen.
Starker Efeubewuchs an Häusern oder Bäumen soll ein schlechtes Zeichen sein. Dies kann man anders sehen: Efeu (Hedera helix) polarisiert Strahlung um. Wenn Efeu Bäume umschlingt, erstickt er den Baum nicht, sondern er hilft dem Baum, an diesem Platz zu überleben. Ein ungestörter Baum lässt keinen Efeubewuchs zu. Efeu ist also kein Schmarotzer, sondern schützt. Selbst wenn Efeu so viel Licht wegnimmt, dass einzelne Äste absterben oder gar der ganze Baum, wäre dies ohne Efeu vielleicht viel früher geschehen.
Wo die Eibe (Taxus) steht, ist ein Platz, der Menschen in ihr Innerstes führt. Der Mensch kann dort seinen dunkelsten und hellsten Erinnerungen begegnen, wenn er unter ihr auf Visionssuche geht.
Wo die Linde (Tilia) steht, ist ein Platz für Kommunikation. Unter ihr soll man sogar in die Zukunft sehen können. Die Linde blüht als letzte Baumart zur Sommersonnwende, zur Zeit der höchsten Sonneneinstrahlung, so dass uns die Sonnenkraft im Winter als Lindenblütentee zur Verfügung steht.
Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist die Blüte des Lichts. Es ist sozusagen ein Schutzengel in Pflanzengestalt. Wie sonst könnte es selbst unter Starkstromleitungen oder an Bahngleisen so herrlich blühen und Licht einsammeln?
Salomonsiegel (Polygonatum) steht an lichten Plätzen im Wald oder am Waldrand meist an einem Ort mit Orakel- oder Kultplatzschwingung. An vielen Orten, insbesondere in den Alpen, begegnete mir Salomonsiegel in Verbindung mit Hexenkraut (Circaea lutetiana), dem Kraut der Circe. Wo beide auftreten, sind besonders lichte, mystische Plätze, an denen man Naturwesen, wenn nicht sehen, so doch erahnen kann. Es heißt, dass eine „Frau mit Hexenkraut alles erreichen kann, was sie will“. Das männliche Gegenstück dazu ist die alte Zauberpflanze Eisenkraut.
Oft ist noch ein dritter Verbündeter in der Nähe, Aronstab (Arum maculatum). Wo er von selbst wächst, sind Plätze geis­tiger Anregung, wie ich sie aus dem Wald beim Kloster Andechs kenne.
Immergrün (Finca minus, französisch Violette des sorciers, Zauberveilchen) bedeckt, wenn es blüht, blaugrün schimmernd den Waldboden und lässt erahnen, dass hier Elfen im Mondlicht tanzen. Vielleicht wurde deshalb aus Immergrün ein Liebestrank hergestellt, der mit Hilfe der Elfen eine glückliche Ehe sichern sollte.
Die Mistel (Viscum album), deren keltischer Name bedeutet: „Die, die alles heilt“, wird allgemein als Schmarotzerpflanze betrachtet, dabei ist sie eine gewaltige Schutzpflanze, die Strahlung umpolarisiert. Ich kann die Mistel seit langem, verstärkt im städtischen Umfeld, als Beschützer der Bäume erkennen: Im Einflussbereich von Mobilfunkstrahlen besiedeln derzeit Misteln massenhaft innerstädtische Bäume.
Wo Engelwurz, Knabenkraut, Johanniskraut, Alant, Betonie oder Odermenning wachsen, sind lichte, glückbringende Plätze. Belladonna, Bilsenkraut, Stechapfel, alle hoch giftig, wachsen auf besonderen Heil- und Zauberplätzen. Zu Belladonna meinte Hildegard von Bingen, keiner Pflanze sei der Teufel näher.
Bilsenkraut begegnete mir ein einziges Mal bei Heilsteinen in Unterfranken, einem sehr kraftvollen Ort. Wir können es als „Schlüssel zum Tor der Anderswelt“ nutzen, zumindest sahen es unsere heidnischen Vorfahren so und brauten damit berauschende Getränke.
Viele Pflanzennamen sind im Volksmund mit dem Wort „Elfe“ verbunden: Eine auch für Balkonkästen beliebte Blume heißt „Elfenspiegel“, Akelei wird auch „Elfenhandschuh“ genannt oder die Traubenkirsche „Elfenbusch“. In Dänemark heißt die Erle „Elfenkönig“. In früherer Zeit sah man lebendige, beseelte Wesen in den Bäumen und Pflanzen und verstand sie als Helfer und Heiler.

Technische Störfelder
Ein besonderes Thema im Zusammenhang mit Pflanzenstandorten sind von uns Menschen gemachte Störfelder. Sie können das Pflanzenwachstum anregen, wie zuweilen auf Grünstreifen zwischen Fahrbahnen zu sehen ist. Kürzlich beobachtete ich kilometerlang am Mittelstreifen Datura-Stauden, eine eher selten anzutreffende Giftpflanze.
Oft sieht man auch die gewaltigen Dolden des Riesen-Bärenklaus unmittelbar am Straßenrand. Auch längs der Bahntrassen ist dieses Wachstum zu beob­achten. Was treibt es an? Reagieren die Pflanzen womöglich auf eine „Reizüberflutung“, auf die Macht der Gedanken und Gefühle der Vorbeifahrenden? Grundsätzlich brauchen Pflanzen CO2, was an der Autobahn ja reichlich vorhanden ist.
Tote Baumspitzen zeigen oft die Nähe von Mobilfunkstationen an, die mit eng begrenzten Richtstrahlbündeln arbeiten. Wo nichts die Bäume schützt, sterben Äste ab, oder die Bäume bilden Nottriebe. Vor einem Haus stehende Bäume haben ­absorbierende Wirkung auf Mobilfunkstrahlung.

Es gibt keine schlechten Plätze
Wenn wir mit offenen Sinnen unterwegs sind, können wir den Zauber der belebten Natur für uns zugänglich machen. Wer das Geheimnis des Orts erfasst, erlauscht, durchschaut hat, wird zum Geist des Orts geführt, zum Genius Loci. Pflanzen weisen den Weg. Wenn wir erkennen, brauchen wir nicht zu bewerten. Demnach gibt es keine „guten“ oder „schlechten“ Plätze, nur ausgeglichene oder eben besondere Orte. An letzteren sollten sich Menschen nicht dauerhaft aufhalten. Sie können uns vielmehr helfen, höhere Erkenntnis zu erlangen oder auch mit Pflanzenwesen in Kontakt zu treten. Energie-abziehende Orte können wunderbar dabei unterstüzen, Körper und Geist zu entleeren, zu reinigen, aufnahmebereit zu machen für Neues.
Alles kann krank machen, alles kann heilen. Es ist eine Frage der Dosis, ob uns etwas schadet oder nützt.
 

 

Zum Weiterlesen über Pflanzen und Geomantie: Marianne Beuchert: Symbolik der Pflanzen. Insel, 2004 • Hartmut Lüdeling: Handbuch der Radiaesthesie. Drachen Verlag, 2006 • Olaf Rippe, Margret Madejs­ky: Kräuterkunde des Paracelsus. AT Verlag, 2006 • Wolf-Dieter Storl: Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor, AT Verlag, 2005

 

 

 

Marlene Geib arbeitet als Heilpraktikerin in Unterschleißheim und bildet sich im Bereich Radiästhesie und Geomantie ständig fort.
GeibMarlene@aol.com