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Das Raunen der Pflanzen

Warum Lebewesen mit Blättern und Wurzeln Teil unserer Seele sind.

von Sibylle Krähenbühl erschienen in Hagia Chora 3738/2012

Kaum machen wir einen Schritt aus der Tür, stehen wir zwischen Tausenden von Lebewesen, die mit ihren Wurzeln die Erde schützen, mit ihren Blättern die Luft zum Atmen erzeugen und Nahrung schenken. Pflanzen spielen die Hauptrolle in der Biosphäre. Geht die Verbindung zu ihnen in unserem Bewusstsein ver­loren, verlieren wir einen Teil unserer Seele.

Am Anfang der Zeit lebten die Nomaden mit der Natur. Sie war ihr Zuhause, bot ihnen Schutz und Leben. Später fingen die Siedler an, den Hag, den Schutzzaun zwischen dem urbar gemachten Land und der „wilden” Natur zu ziehen. Zunächst als Begrenzung und Schutz vor großen Tieren gedacht, wurde dieser Zaun zur Grenze, die den Menschen aus dem natürlichen Umgang mit der Natur herauswachsen ließ. Der Urwald wurde mit dem Chaos gleichgesetzt und die göttliche Ordnung mehr und mehr in Siedlungsstrukturen rituell gefestigt. Das Kreuz, der Kreis, die Mitte als Ordnungssysteme der ersten sesshaften Kulturen zeugen von dem Bedürfnis, sich aus der Wildnis herauszulösen und ihrem Raunen und Wispern, ihrem vielfältigen Bewusstsein, das der Mensch mehr und mehr als fremd und beängs­tigend empfand, zu entfliehen. Diesen Bewusstseinsschritt haben wir perfektioniert. Das Raunen und Wispern der Welt, die nicht von Menschen geprägt ist, wird heute kaum noch gehört.
Und dennoch wurden Pflanzen lange Zeit als Wesen, als Geschöpfe erfahren, mit denen Menschen in einen lebendigen Dialog treten können. So sind noch in vielen Brauchtümern versteckte Hinweise auf den Umgang mit einer Pflanze zu finden. Der Holunder (Sambucus ­nigra) beispielsweise, dessen Samen schon in prähistorischen Siedlungen gefunden wurden, erscheint als Begleiter des Menschen. Vor dem Holunder muss man den Hut abnehmen, lautet ein weitverbreiteter Spruch. Das Umhauen und Verstümmeln eines Holunders bedeutet Unglück und Tod. Ihn vorher um Verzeihung zu bitten, war daher eine wichtige Regel, um seine Äste schneiden zu dürfen. Man opferte ihm Speise und Trank, da in ihm die Unterirdischen oder die Erdgöttin Hulda wohnen. Deshalb brachten die Frauen ihre Neugeborenen zum Holunder, erwiesen ihm Ehrfurcht und boten ihm Geschenke dar, auf dass er die Kinder gut aufnehme. Als Schutzbaum und Lebensbaum fand er vielerlei Anwendungen. Er war zu Pfingsten und Sonnwendfesten wie auch beim Lebensende ein Begleiter: Das Maß für den Sarg wurde mit einem Holunderstock genommen.
So war und ist diese Pflanze als segenspendender Strauch, ja als Verkörperung der Erdgöttin selbst, in allen Bereichen wichtig. Er durchdringt alle Lebensprozesse. Jeder Strauch hat eine je nach Standort, Licht und Boden etwas anders geformte Gestalt. Nach dem Frühling erscheint er im weißen Blütenkleid zur Sommersonnwende im Juni, im schwarzen Beerenkleid im Herbst. Der Beerensaft selbst ist rot. So trägt der Holunder die Signatur der großen Göttin: Weiß, Schwarz und Rot.
Hinter dieser physischen Erscheinungsform muss der Mensch ein eigenes Wesen erkannt haben. Wie sollte er sonst dazu veranlasst werden, den Hut zu ziehen und seine Ehrfurcht zu bezeugen? Jeder Strauch wirkt als eigenes Wesen, das sich je nach Art des Umgangs freundlich oder segensentziehend verhält.
Im Holunderstrauch wohnten der Legende nach aber auch die Unterirdischen. Sie sind das „kleine Volk“, mit der Erde verbundene Wesen, die Kohle in Gold verwandeln können und oft mit dem goldenen Zeitalter in Verbindung gebracht wurden. Der Holunder ist ein Hüter, ein „Schwellenstrauch“, der die Reiche des Menschen und der Unterirdischen zu verbinden vermag. So soll unter dem Holunder eine Öffnung in die Erde gefunden werden können. Der Strauch kann den Schleier zwischen den verschiedenen Daseinsebenen auflösen.
Die Pflanzenwesenheit nimmt den Menschen auf eine Bewusstseinsreise in die Anderswelt mit. Dort begegnet ihm sogar die Erdgöttin selbst, und er kann an der beseelten Wirklichkeit des Daseins teilhaben. So zeigt sich die Pflanzenwesenheit in einer noch größeren Dimension: als ein Aspekt und Ausdruck von Gaia. Solche Einblicke lassen erahnen, „was die Welt im Innersten zuammenhält“. Auf dieser Ebene ist es nicht mehr möglich, in voneinander getrennten Daseinsformen zu denken. Auf diese Weise erlebt, ist der Holunder zugleich Erdgöttin, ja in sich selbst ein ganzer Kosmos. So erstaunt es nicht, dass in der hinduistischen Tradition Pflanzen als Meditierende in tiefem ­Samadhi betrachtet werden, in voller Ekstase. Als Pflanzendeva ist sie Urform, Urbild – völlig verwoben mit dem göttlichen Dasein. In großen Schöpfungszyklen erschaffen, erscheint das Urbild in mannigfaltiger Form, bis hinein in das Land, in dem wir leben, bis in den individuellen Hollerbusch an der Hausecke im Garten.

Pflanzenwesen
In der Anthroposophie beschreibt Rudolf Steiner den Menschen als auf allen Ebenen des Seins voll inkarniertes Wesen. Der Mensch sei ätherisch ein Lebewesen, astralisch als Seele und geis­tig als Ich stark an seine Körperlichkeit gebunden. Die Pflanze in der Natur sei hingegen physisch und ätherisch gegenwärtig. Im Menschen wirke das Seelenhafte von innen heraus, während es bei der Pflanze im Außen bleibt. Nach Steiner gestaltet es den physischen Leib, indem es wie ein Urbild die Form der Pflanze bildet, in die der Leib mit Stiel, Blättern und Blüten hin­einwächst. Wer ein Pflanzenwesen achtsam wahrnimmt, wird deshalb die den Pflanzenkörper umwebende Gestalt als einen Pflanzengeist der jeweiligen Gattung wahrnehmen. Im geistigen Urbild wird die Gruppenseele der Pflanzengattung erkennbar wie auch das Wesen der Pflanze als Repräsentantin der Seele des Landes, ja als die Erdgöttin selbst.
Pflanzen sind keine passiven Lebewesen. Es scheint, als besiedelten sie von sich aus Orte, welche die Heilkraft der jeweiligen Pflanze bedürfen. Auch nehmen sie eigenständig Kontakt zum Menschen auf, indem sie sich im Garten ansiedeln, sich in Träumen und Begegnungen am Wegesrand zu erkennen geben oder als Geist den Standort so weit verlassen, dass sie über weite Dis­tanz von Menschen wahrgenommen werden können. Für den Pflanzengeist gibt es keine Raum-Zeit, daher ist eine Begegnung jederzeit möglich.

Mit den Pflanzen sprechen
In naturnah lebenden menschlichen Gesellschaften werden viele rituelle Handlungen praktiziert, durch die Menschen Pflanzengeistern begegnen können. Fragt man Schamanen nach dem Ursprung des Wissens um die komplizierte Zubereitung von Heilmitteln aus zum Teil giftigen Pflanzen, so lautet die Antwort: „Die Pflanzen haben es uns gelehrt.“ So wie wilde Tiere instinktiv die richtige Nahrung zu sich nehmen, kann auch der Mensch direkt mit der Pflanzenwelt kommunizieren. Der heutige Trugschluss, die Heilmittel seien durch Versuch und Irrtum gefunden worden, wobei viele an giftigen Pflanzen gestorben seien, reflektiert das materialistische Bewusstsein, das nur die mentale Wissensvermittlung anerkennt. Dies spiegelt unsere entfremdete Haltung der Natur gegenüber, mit der wir kollektiv „Pflanzenschutzmittel“ in alles vergiftenden Mengen ausbringen, bis in die Gene hinein das Alphabet des Lebens verändern und im Namen der Nahrungsknappheit in eine alles vernichtende Agrarpolitik investieren.
Dabei ist der Mensch durchaus auch heute zu einer angemessenen Begegnung mit der Pflanze fähig. Wir können uns für den ökologischen Anbau einsetzen und uns Pflanzenkräften durch Tees, Kräuter und Phytomedizin öffnen. Ich kann auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit einen Baum als den meinen begrüßen und dabei Lebenskraft und Freude in mir wecken. Oder in tie­fer Meditation ganz Pflanze werden, verschmelzen und für einen Moment die menschliche Form verlassen. Wir können uns leiten lassen vom Geist der Pflanze.
Unsere kollektiven kulturellen Vereinbarungen darüber, wie die Welt beschaffen sei, bestimmen, was wir in der Begegnung mit der Pflanze als „normal“ erleben. So gibt es durchaus auch positive Beispiele für den Umgang mit der Pflanzenwelt, auch in unserer westlichen Kultur: In Aigues Vertes (Schweiz) entstanden Wundergärten, Pflanzen von außerordentlicher Vitalität. Riesengemüse und herrliche Blumen gediehen auf denkbar ungünstigen Böden, zum Beispiel im Garten der schottischen Gemeinschaft Findhorn. Dort heißt es, es seien die Pflanzendevas selbst, die die Anweisungen geben, und ein ganzes Heer kleiner Naturgeister helfe dabei. Die Anthroposophie brachte mit der bio­logisch-dynamischen Landwirtschaft ebenfalls eine andere Art der Pflanzenpflege hervor. Welcher Ansatz auch immer zur Anwendung kommt – je intensiver sich der menschliche Geist mit den Pflanzen in einer Weise auseinandersetzt, die seine Seele beteiligt, desto freudiger reagieren die Pflanzen.
Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich in einer mentalen Industriekultur die Pflanzen heute zurückziehen, kraftloser und wesensloser das Land bevölkern, begegnet ihnen der Mensch doch mit Ignoranz. Materiell gesehen, sind es die ausgelaugten Böden, die einseitigen Übernutzungen, die den Pflanzen Kraft entziehen, doch erst der geistlose Umgang mit Pflanzen erlaubt eine solche Haltung des Menschen in der Nahrungsproduktion. Es ist müßig, zu diskutieren, was die Pflanzen am meisten schwächt, ob der ignorante Umgang oder die verarmten Böden. Beides geht Hand in Hand. Umgekehrt sind die Pflanzengeister nach meiner Erfahrung hoch erfreut über jede Zusammenarbeit. Sie verwehren uns nicht ihre Fülle, wenn wir uns ihnen liebevoll zuwenden.
Ich selbst erlebte eine solche beiderseitige Zuwendung mit einer Orchidee, die in meiner früheren Wohnung einen prominenten Platz einnahm und ohne Unterbrechung über Jahre blühte! Jeder Florist weiß, dass Orchideen regelmäßige „Blühpausen“ machen. Ich verabreichte ihr weder Dünger noch spezielles Wasser, jedoch viel Aufmerksamkeit. Tagtäglich erfreute ich mich an ihrem Dasein. Seit der Geburt meiner Tochter musste die Orchidee mit sehr viel weniger Aufmerksamkeit auskommen. Jetzt verhält sie sich „normal“, wie Floristen sagen würden, mit Blühpausen, mittelgroßen Blüten und einem ziemlich „geschrumpften“ Energiefeld.
Pflanzen haben Teil an unseren Gedanken. Gebete und eine liebevolle Haltung lassen sie besser gedeihen. Sie ernähren uns und spenden uns Heilmittel. Dieses Zusammenleben ist so einfach wie tiefgreifend. Ich vergleiche es gerne mit der Familie: Ist ein Familienmitglied unbeachtet, zieht es sich zurück und „verkümmert“. Wieviele Seelenaspekte sind in uns verkümmert, weil sie in der Familienstruktur keinen Platz hatten, unerwünscht waren oder sogar bewusst unterdrückt wurden? Wieviele holen sich als Erwachsene diese Seelenaspekte durch die unterschiedlichsten Therapien mühsam wieder ins Bewusstsein zurück? Die Seelenaspekte lassen sich wieder aufwecken, aber der Schmerz über ihre Unterdrückung bleibt.
Ähnliches erfahre ich in der Welt, die über den Menschen hinausgeht. Doch es sind im Grund nicht die Pflanzengeister, welche die verkümmerten Familienmitglieder darstellen und Schmerz empfinden. Es ist der Mensch, der sich aus allen Reichen zurückgezogen hat und dessen Seele jetzt schmerzt, weil er nun alleine ist, verlassen und einsam um sein Leben kämpfend. Der Mensch hat es verlernt, an der Familie teilzuhaben. Die Pflanzen sind weise. Sie sind weiterhin Lehrer, indem sie uns geduldig ihre Freundschaft und Hilfe anbieten. Auch wenn sie sich in Massen aus den heute dichtbesiedelten und von der Agrar­industrie vielfach in Wüsten verwandelten Landschaften zurückziehen, so haben sie den Paradieszustand nie verlassen und können so auch die gegenwärtigen Entwicklungen in einer Innigkeit begleiten, die uns Menschen oft fehlt. Auf manchen Brachflächen mitten in der Stadt wachsen die wunderbarsten Heilpflanzen. Wenn Ängs­te und Nöte da sind, kann eine einfache Baummeditation so viel Kraft im Menschen wecken, dass er sprichwörtlich neuen Boden unter die Füße bekommt.

Seelenverlust
Was ist der Mensch? Wo fängt er an, wo hört er auf? Seine Exis­tenz ist nicht durch die Haut begrenzt. Das Land, mit dem er lebt, ist für mich ein wesentlicher Bestandteil des Menschen. Hält er keinen Kontakt zu dieser Existenzebene, so lebt er mit dem Verlust eines Seelenanteils. Denn die Seele ist auch das Land, ist auch die Pflanze, ist Wasser und Stein. Die Seele des Menschen ist ebenso Erdenseele, wie es die Pflanze ist. So betrachtet, lebt der moderne Mensch mit enormen Seelenverlusten, die ihm in der Empfindung von Angst, Schmerz und Isolation bewusst werden. In sich alle Seelenanteile wiederzuvereinen, kann somit als eine Ganzwerdung begriffen werden, die es uns erlaubt, unseren Platz im Ganzen wieder einzunehmen. Diese innere Ganzwerdung kann wiederum ins Außen strahlen, und längst verschollene Arten, verdrängte Seelenaspekte der Natur, können erneut ihren Platz in der Weltseele einnehmen. Es bedarf also nicht der Angst vor Artenverlust und Umweltzerstörung, sondern des Muts zur Ganzwerdung!
Der erste Schritt dorthin ist die Übung der Achtsamkeit, das Lenken der Aufmerksamkeit auf etwas Einfaches wie beispielsweise das Ein- und Ausatmen. Und dabei im Jetzt ankommen, im Dasein weilen. Ein solches Innehalten ist durchaus ein machtvolles Mittel, so machtvoll, dass es uns zu den tiefsten Erfahrungen führen kann, pflegen wir es nur regelmäßig und wachsen so selbst in das Innehalten hinein. Was zuerst ungewohnt ist, wird mit entsprechender Praxis schnell beständig. Was zunächst wie eine Übung wirkt, äußert sich bald als gewandelte Geistespräsenz. Alle authentischen Begegnungen finden nur dann statt, wenn wir uns erlauben, präsent zu sein. Genau zum jetzigen Zeitpunkt achtsam, offen, direkt und ohne Filter oder Verkleidungen wahrhaftig da zu sein. Es ist ein unkomplizierter, sehr einfacher Zustand, der Zustand des Kindes, das in den Dingen, in der Blume am Wegrand, dem Sonnenstrahl auf der Haut, der Müdigkeit im Körper einfach lebt. Das Kind ist absolut authentisch im Ausdruck dieser Erfahrungen und seiner Seele, da die gesellschaftlichen Normen es noch nicht komplett durchdrungen haben. Aus dieser Haltung heraus ist es möglich, dem Pflanzengeist, der Erdgöttin, ja auch unserem Selbst zu begegnen.
Meine Tochter, jetzt fünf Jahre alt geworden, spiegelt mir oft diese Einfachheit. Ihre Wahrnehmungen sind schnell, sie handelt aus innerer Stimmigkeit, in einem Tempo, das jeder Erwachsene sich nur erträumen kann. Im letzten Sommer waren wir zu Fuß unterwegs, und wie jedes kleinere Kind wollte meine Tochter so weit gehen, wie ihre Kraft sie trug. In Voraussicht auf den Rückweg erklärte ich ihr, dass die Kraft auch reichen muss, um wieder nach Hause zu gelangen. Mich beschwichtigend, wanderte sie weiter dem Wäldchen entgegen. Auf dem Rückweg nun fing sie an, zu klagen, ich solle sie tragen. Selbst etwas müde, suchten wir nach anderen Lösungen. Ich sagte ihr: „Frage das Land, ob da jemand ist, der dir Kraft für den Rückweg geben kann.“ Sie stand still, schloss für drei Sekunden ihre Augen und meinte: „Ja, der Baum da.” Sie zeigte auf eine stolze Eiche, die am anderen Bachufer stand. Ich leitete sie an, zu fragen, wie die Eiche ihr Kraft übermitteln könne. „Ich muss mich an den Stamm lehnen“, meinte meine Tochter. Der Bach zeigte keinerlei Möglichkeiten, ihn zu überqueren, so dass ich fragte, ob es auch anders gehen könne. „Nein – geht es nicht.“ Klare Ansage – zwischen der Eiche und meiner Tochter hätte nur eine bestimmte Form der Kraftübertragung funktioniert – da gab es nichts zu rütteln. Also gab ich ihr die Aufgabe, nochmals das Land zu fragen, wer noch bereit sei, ihr Kraft für den Rückweg zu geben. Sofort zeigte sie mir ein Wäldchen am Horizont. Kein besonderes oder optisch auffälliges Wäldchen, also nichts, was sie aus visuellen Reizen her­aus gewählt haben konnte. Sie öffnete die Arme empfangend in diese Richtung, nahm die Kraft innerhalb von etwa zehn Sekunden auf, bedankte sich und stampfte in einem Elan nach Hause, dass ich fast nicht mitkam.

Das Raunen ist allgegenwärtig
Vordergründig haben wir uns von der Natur abgekoppelt, haben damit Seelenanteile abgespalten und verkümmern lassen, sind seelisch und physisch daran erkrankt, doch verschwand das Raunen der allgegenwärtigen Bewusstheit der Pflanzen und der Natur dadurch endgültig? Schafft es der Mensch, sich so seiner Angst nie stellen zu müssen? Denn diese Angst ist es wohl, die uns dazu antreibt, alles unter Kontrolle bringen zu wollen.
Das Raunen, das bevölkerte Land, die Welt, das Leben selbst erinnern uns permanent daran, dass wir uns der Angst stellen müssen, wenn wir wieder heil sein wollen. Zu diesem Wispern und Raunen tragen die Pflanzen bei, werden nicht müde, in ihrem körperlichen Leiden und ihrer geistig-seelischen „Heil“igkeit uns Führer und Heiler zu sein, damit auch wir dereinst wieder Teil des Ganzen sein können.


Sibylle Krähenbühl besuchte die Schule für Gestaltung Bern und arbeitete in den Bereichen Textil- und Farbberatung, Dekoration, Werbung und Kollektionsentwicklung, Ausbildung in Geomantie bei Hagia Chora, Fortbildung beim Institut für ­Geomantie, Johanna Markl. Heute leitet sie zusammen mit Stefan Brönnle die Schule für Geomantie Inana. www.inana.info