Die Mispel-Mistel

Die Heilkraft der Misteln – dritter Teil.

von Anna-Katharina Schmidt , Bettina Zimmermann erschienen in Hagia Chora 3738/2012

Siehe, ich zeige dir über ein fernes Leuchten deine eigentliche Heimat an. Ich vermag deinen Seelenkern mit deinem Ursprungsplaneten neu zu verbinden. Mein zartes Licht wird zu einem Verbindungskanal, der deine Seele mit deinem Ursprung in Resonanz bringt.

Irgendwo im Nirgendwo, also in keiner wundervollen Kathedrale, auch nicht in einem süßen, abgelegenen Kapellchen auf einem Berg mit großartiger Aussicht, nein, in einer ganz normalen, kleinen Siedlung machten wir Bekanntschaft mit einer überaus interessanten Ortsqualität. Der Grund, weshalb wir gerufen wurden, war der gleiche wie in den meisten Fällen: Harmonisierung des Hauses, hier des Arbeitsbereichs des Bewohners, den er sich in einem alten Gartenhäuschen hinter dem für die Familie neugebauten Einfamilienhaus eingerichtet hatte. Außen liebevoll mit Pflanzen und selbstgebauten Verandateilen umgeben, war es eine richtige kleine Bude, wie man sie aus DDR-Zeiten her kennt: klein, viel zu viel Krempel, aber eben ein Rückzugsort für Aussteiger, die nach Lösungen suchten. Hier arbeitet ein Musiker mit all seinem Material, Computerplatz samt Tonstudio. Das Problem: Es ist immer kalt, keiner fühlt sich richtig wohl. Schon im winzigen Eingangsflur empfing uns eine eisige Kälte, doch nicht die in ­dicken Mauern gespeicherte Kälte des längst vergangenen Winters, da die Wände äußerst dünn schienen und ein Teil davon nur aus Holz gebaut war.
In solch einer Kälte wollten wir nicht lange bleiben. Wir fertigten von jedem Raum eine intuitive Zeichnung an, nahmen einige Bovis- und H3-Werte auf und ver­schwanden wieder im neutralen Lebensumfeld. Die üblichen radiästhetischen Untersuchungen ergaben keinerlei bedenkliche Anzeichen für eine geopathogene Zone, vielmehr ergaben sich Resonanzen zu Qualitäten wie „heiliger Platz“ und „Weisheit“ sowie zu alten Speicherungen und Traumatisierungen. Nach Gesprächen mit den Eigentümern begannen wir einen mehrphasigen Heilungsprozess für den Ort. Davon beleuchten wir hier nur einen kleinen, aber sehr prägnanten Teil näher: Als Hauptakteurin bei diesem Prozess erwies sich unsere Mispel-Mistel, die wir anhand der Botschaft, die wir von ihr über ihre Wirkungsweise gehört haben, vorstellen möchten:

Die Botschaft der Mispel-Mistel
Siehe, ich zeige dir über ein fernes Leuchten deine eigentliche Heimat an. Ich vermag deinen Seelenkern mit deinem Ursprungsplaneten neu zu verbinden. Mein zartes Licht wird zu einem Verbindungskanal, der deine Seele mit deinem Ursprung in Resonanz bringt. Diese Erfahrung lässt einen kleinen Funken entspringen, der in dir zu wachsen ­beginnt – zu einem Licht, das in die Zukunft hineinleuchtet. Du entwickelst eine Sehnsucht und auch die Gewissheit, deinen Ursprung wiederzufinden. Das erspart dir im Leben weiteren Verdruss und verleiht dir innere Stärke und Sicherheit auf deinen Wegen. Meine Gaben sind also Hoffnung und Zuversicht.

Wandlungsetappen mit der Mispel-Mistel
Bei unserer Arbeit an dem Gartenhaus des Musikers verwendeten wir die Essenz der Mispel-Mistel. Mit eine Reihe von Zeichnungen begleiteten wir den Wandlungsweg.
1. Zeichnung: „Ein lichtes, mächtiges X, darunter eine riesengroße Toilette, begleitet von grauen Emotionswolken.“ Dieses Bild interpretierten wir wie folgt: Die Qualität des Orts konnte lange nicht geachtet und gelebt werden, vielleicht aufgrund einiger traumatisierender Ereignisse am Ort. Das Ergebnis ist eine Blockierung der Ortsqualität, und das hat zur Folge, dass der Ort den Gegenpol seiner Eigenschaften anzieht, was sich nun als ein Toilettenbecken, als Aufnahmeort für emotionalen Müll und Leid, zeigt. Das lichtvolle X ist eine Schutzmaßnahme aus der feinstofflichen Ebene, um das Ungleichgewicht zwischen der eigentlichen und der heutigen Wirkung des Orts auszugleichen. Im Wandlungsprozess entstand in diesem Bild eine Flammenwand, die erst die Toilette und dann das lichte X transformierte, bis sich eine Wesenheit als Ortsidentität wieder erinnern und frei aufrichten konnte.
2. Zeichnung: „Eine grüne Wiese mit vielen bunten Blumen.“ Durch dieses Bild entstand eine emotionale Schwere, die sich nach geraumer Zeit als dunkles Knäuel abhob und im Licht auflösen konnte. Daraus filterte sich ein Kruzifix heraus, also ein Kreuz mit Christusfigur. Diese löste sich vom Kreuz und ging in Licht auf.
3. Zeichnung: „Eine rosa Wolke.“ Diese Wolke vermittelte die Botschaft: „Seht, ich existiere gar nicht, aber ich bringe euch die Freude am Leben. Lasst Freude aufsteigen, und ihr werdet glücklich sein!“
4. Zeichnung: „Eine Schutzbrille, darüber ein Schutzhelm mit kaminartigem Dunstabzug.“ Nach einer Weile fiel weicher, weißer Schnee von der Seite in das Bild ein, und Heilung konnte sich vollziehen. Unter der Schutzkleidung wurde es lichter, und nach einiger Zeit schlängelte sich eine vitale Kobra nach auswärts, Schutzhelm und Dunstabzugshaube verschwanden.
Anhand dieses Wandlungsprozesses verstanden wir: Die Menschen haben hier die Christuskraft durch Filter und Abschirmung betrachtet. Ein freier, individueller Kontakt war so nicht möglich. Als Erläuterungen folgten im Anschluss drei weitere Bilder: Ein gehörntes Milchvieh als Fruchtbarkeitssymbol frühester Kulturen. Zwei gekreuzte Schwerter als Symbol für Glaubenskriege. Ein einzelnes, in den Boden gerammtes Schwert, das wie ein klassisches Kreuz aussah und für die Fundamentalisierung des Glaubens stand. Der Glaube war Kreuz geworden.
Das Toilettenbecken vom Anfang tauchte wieder auf – und mit ihm die Erkenntnis über das Wesen des Orts: In ihm liegt ein Potenzial, das Menschen mit der Christuskraft verbindet – wahre Liebeskraft durch Lebensfreude! Nicht die Hingabe an das Leid, sondern die Hingabe an die Freude führen uns zum langersehnten Ziel, und wie es die Mistel äußerte: Sie führt uns zur Ursprungsheimat zurück. Die Qualität der Dankbarkeit dafür, dass wir leben dürfen, Nahrung, Geborgenheit und die vielfaltige Schönheit der Natur genießen können, war an diesem Ort verlorengegangen. Die Mistel hat uns durch das Bewusstwerden dieses Prozesses an einen wichtigen Ursprung herangeführt. Unsere ganze Gesellschaft scheint daran zu kranken, dass sie den Ursprung der Freude verloren hat. Über die Freude stehen wir Menschen in direkter Verbindung zur Christuskraft, der wahren Herzensenergie, die alles möglich macht. Dem Ort konnte die Mistel helfen, alle schwermütigen Überlagerungen zu wandeln und das eigene Potenzial – den Impuls der Lebensfreude – wiederzuerkennen. 


Bettina Zimmermann ist freiberufliche bildende Künstlerin und gibt geomantische Seminare. Anna-Theresa Schmidt, ihre Tochter, betreibt den Kräuterhandel „Naturreich in form“. Sie leben in Schloss Batzdorf, betreuen gemeinsam geomatische Projekte und führen Orts- und Landschaftsheilungen durch.
www.atelier-schloss-batzdorf.de, www.natur-reich-inform.de