Die Heilkraft der Misteln

Mit Mistelessenzen der Landschaft begegnen

von Bettina Zimmermann erschienen in Hagia Chora 3435/2010

Eine Krebserkrankung brachte der Künstlerin Bettina Zimmermann die Mistel nahe. Sie begann, die bekannte Heilpflanze in ihre geomantische Arbeit zu integrieren. Je nachdem, auf welchem Baum eine Mistel gewachsen war, zeigten sich ihr dabei unterschiedliche Qualitäten.

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Aus der geomantischen Arbeit war mir vertraut, dass misteltragende Bäume auf geopathogenen Zonen stehen. In den meisten Fällen sind es linkszirkulare Verwerfungen, manchmal auch Gitternetzkreuzungen. Die Mistel gilt in der Radiästheise als eine Zeigerpflanze, in der Biologie gilt sie jedoch als ein Halb­parasit. Die Mistel kann sich zwar durch eigene Photosynthese selbst versorgen, entzieht aber zugleich dem Baum Nährstoffe. Dass dem Baum dadurch geholfen wird, kann die gängige Biologie nicht sehen. Ich bin hingegen überzeugt, dass Mistel und Wirtsbaum eine Symbiose eingehen – und zwar auf einer feinstofflichen Ebene. Ohne die Mistel würde der Baum auf einer geo­pathogenen Zone krank werden, bestenfalls Wucherungen und Geschwüre bilden oder ganz eingehen. Die Mistel wandelt die krankmachende Strahlung so um, dass sein Standort für den Baum erträglich wird. Dafür nährt sie der Baum mit seinem Saft und somit auch mit seinen eigenen, besonderen Informationen.
Die Mistel ist eine äußerst wertvolle Pflanze, ja, nach all meinen gesammelten Erfahrungen betrachte ich sie als die Königin unter allen Heilpflanzen. In der Naturheilkunde hat sich die Mistel unter anderem als blutdrucksenkendes Mittel etabliert, und in der Krebstherapie werden mit Misteln erstaunliche Erfolge erzielt. So hilft die Mistel nicht nur dem Baum, sondern auch dem Menschen. Es hat sich her­umgesprochen, dass ein großer Teil von Krebspatienten „nur“ daran leidet, auf geo­pathogenen Zonen zu schlafen oder zu arbeiten, also über längere Zeit einem problematischen Feld ausgesetzt ist. Eine Mis­teltherapie kann Geschwüre wieder lösen, oft sogar heilen. Sie vermag aber auch die seelischen Ursachen, die den Patienten anfällig werden ließen, anzuschwingen, denn vermutlich verstärkte die Störzone das Zutagetreten eines tieferliegenden Problems des Menschen. Meiner persönlichen Erfahrung zufolge ist die Diagnose „Krebs“ eine Chance und kein Todesurteil. Ich erlebte sie vielmehr als Möglichkeit und Signal, um die Chance zu ergreifen, seelische Ursachen der Krankheit in mir aufzuspüren, anzuschauen und aufzulösen.

Mistelessenzen
Da ich die Mistel für mich selbst als ­gro­ßen Helfer entdeckt habe, wollte ich mich der Wunderpflanze voller Neugierde weiter widmen. Ich begann mit der Herstellung von Mistel­essenzen – meine erste war die Apfel-Mistel – also eine auf einem Apfelbaum gewachsene Mistel. Schon lange stelle ich eigene Essenzen her. Angeregt durch meinen Kräutergarten, habe ich immer wieder Pflanzen befragt, um neue Qualitäten und kostbare Mittel für die Erdheilung, das Harmonisieren von Traumata und das Informieren geopathogener Zonen zu entdecken. Ich wollte mich mit den Pflanzen verbinden, um ihre Botschaften zu erfahren. Die Essenzen entstanden nach verschiedenen traditionellen Herstellungsverfahren, indem ich die von mir wahrgenommenen Wünsche und Vorschläge der Pflanzen umsetzte. In den Essenzen schwingt die seelische Ebene der Pflanzen, um die es bei der Gewinnung einer Essenz ja immer geht, außerdem durch entsprechendes Informieren eingebrachte homöopathische Botschaften.
Doch zurück zur Apfel-Mistel. Ihre Essenz half mir, Themen in mir selbst aufzudecken, alte Codierungen aufzuspüren, die vielleicht sogar einige Leben zurücklagen, aber in jeder Zelle immer noch wirkten – als Verbote, Dogmen, alte Glaubenssätze, die sich in Gestalt von Ängsten und falschem Verhalten meinem Verstand bereits zuvor gezeigt hatten. So sehr ich mich aber bemüht hatte, eröffnete der Verstand keinen Weg, sie aufzulösen.

Orte harmonisieren
Nach meinen Erfahrungen mit der Essenz der Apfel-Mistel setzte ich sie auch bei einer Grundstücksharmonisierung ein. Dabei konnte ich beobachten, wie sie, über geopathogenen Zonen eingegeben, bereits nach wenigen Minuten das linkszirkulare Feld in ein rechtszirkulares wandelte.
Um eine solche Wirkung zu erzielen, nimmt man das vorbereitete Teströhrchen mit der Mistelinformation, positioniert es genau über der Schwerpunktzone (gut verpackt zum Beispiel in einem Trägerstein) und taucht dann mit der Mistel und der eigenen Aufmerksamkeit über die Herz­ebene so lange ganz in das zu behandelnde Phänomen ein, bis eine Resonanz entsteht – zum Beispiel ein Schmerz. Das ist das Sig­nal, dass der Bereich angesprochen hat. Dann kann die Mistel in diesem Sys­tem ihre Wirkung entfalten.
Nun wollte ich wissen, wie die Mistel derart stark wirken kann, und fragte sie nach ihrer Arbeitsweise. Beim Hineinfühlen entstand in mir das folgende innere Bild: Von einem inneren Punkt ausgehend, dehnte sich weißes Licht gleichmäßig in alle Richtungen aus und bildete eine Kugel aus Licht. Innerhalb der Kugel begannen ein paar besonders helle Stränge, sich in alle Richtungen zu drehen. Sie wuchsen immer weiter und begannen, wie Synapsen zu pulsieren. Ihre Impulse wurden so stark, dass sie dunkle Stellen in ihrer Nachbarschaft so lange rhythmisch anpulsten, bis sie sich lösten und wie Schatten in die Lichtkugel glitten, um sich dann vollends aufzulösen.

Mit den Misteln arbeiten
Nach diesem intensiven Eindruck begann ich ein geomantisches Forschungsprojekt zu jeder einzelnen Baum-Mistelsorte. Ich habe eine große Vorliebe für Bäume und ahnte bereits, dass auch der Baum mit seinen spezifischen Eigenschaften seinen prägenden Anteil an der Wirkung der Mis­teln hat. Insofern müssten sich die Mistel­sorten doch sehr unterscheiden und sich ganz gezielt einsetzen lassen. Das bisherige Ergebnis der Untersuchung von ­bereits achtzehn verschiedenen Mistelsorten hat meine Vermutung bei weitem übertroffen.
Neben Edelsteinessenzen und Bachblüten und den von mir auf Schloss Batzdorf hergestellten Schlossblüten-Essenzen setze ich nun regelmäßig auch Mistelessenzen ein, insbesondere dann, wenn es um die emotionale, wesenhafte Ebene eines Orts geht. Sie kommen also vorwiegend bei Heilungen zum Einsatz. Mit einem Resonanztest stelle ich jeweils fest, welche Mis­telarten mithelfen wollen.
Bei Heilungsarbeit in der Landschaft hilft mir meine Tochter Anna. Inzwischen sind wir schon ein gut eingespieltes Team. Zunächst testen wir, welche Mistelart zum Einsatz kommen soll. Dann übertragen wir ihre Qualität energetisch auf die Stelle, die nach Aufmerksamkeit verlangt. Mittels Handkontakt bleibt einer von uns in direkter Verbindung mit der ausgemachten Stelle. Seit wir unsere Misteln anwenden, taucht diejenige, die den Kontakt mit der Hand hält, sofort in das Geschehen ein, wird selbst Teil der Landschaft, wandert darin umher und kann die Prozesse begleiten. Die andere von uns stützt den Prozess von außen, schreibt die Aussagen der anderen mit und gibt gegebenenfalls Hilfestellung. Indem wir dokumentieren, sind wir hinterher in der Lage, den Prozess nachvollziehen zu können und mehr Überblick über die Gesamtsituation zu erlangen.
Durch die Mitwirkung der Misteln zeigen sich bei unseren Landschaftsheilungen sehr klare Bilder, die als Metaphern helfen, die Prozesse zu verstehen. So können wir beobachten und führen, bis sich die Bilder zum Guten gewandelt haben und sich „rund“ anfühlen.
Solche Arbeit entspricht einem schamanischen Heilungsprozess. Uns ist es ein Anliegen, auch andere Menschen einzuladen, sich den Misteln zu widmen und ihren Einsatz bei der Arbeit mit Orten zu erproben. Deshalb möchten wir in dieser und folgenden Ausgaben von Hagia Chora jeweils eine Mistelsorte charakterisieren und von einem Heilungsprozess, bei dem sie helfen konnte, berichten.

 

Die Robinien-Mistel
Meine Herangehensweise beim Erkunden der Wirkung verschiedener Misteln ist das Verbinden zur Pflanze mit dem Herzen. Ich frage sie, ob sie für uns eine Botschaft hat. Was ich von der Mistel, die auf Robinien wächst, über die Wirkung ihrer Essenz auf den Menschen empfangen habe, ist folgender blind mitgeschriebener Wortlaut.

Die Botschaft der Robinien-Mistel
„Wir haben eine lange Geschichte zu erzählen. Unser Baum, die Robinie, kommt ursprünglich von weit her (aus dem östlichen Nord­amerika, wie sich beim Nachschlagen zeigte). Die Robinie musste lernen, sich in den hiesigen Breiten neu zu integrieren. So bringen auch wir Robinien-Misteln etwas hervor, was für euch neu ist. Wir schenken euch einen neuen Blickwinkel. Wenn es darum geht, euer Leben neu zu überdenken, können wir euch aus eingefahrenen Gleisen befreien und all euer Sein in ein völlig anderes Licht tauchen. Ist euer Bewusstsein in solch ein Licht getaucht, fühlt es sich an, als wärt ihr sehr weit weg oder wie im Traum. Durch diesen Abstand, diese imaginäre Ferne, entsteht plötzlich Leichtigkeit in der Betrachtung aller Schwierigkeiten des Lebens. Vieles wird sich relativieren. Wo euch die Lage aussichtslos erschien, werdet ihr jetzt handlungsfähig.
Auch wenn wir in unserem Ursprungsland wachsen, vermögen wir euch in ein entrücktes Licht zu versetzen. Aber hier bei euch wirkt noch etwas anderes, Stärkeres – die Kraft, sich neu zu integrieren und die Kraft der Erkenntnis.
Das süße Entrücktsein, das wir schenken können, ist ein wunderbarer Ersatz für eure Flucht in Drogen – und ein wertvoller Ersatz. Ihr kommt gestärkt, statt geschwächt von eurer Reise zurück. Wird aus uns eine Urtinktur hergestellt, stärkt sie euren Solarplexus.“

Heilung mit Hilfe der Robinien-Mistel
Mit der Essenz der Robinien-Mistelessenz konnte ich auch bei der geomantischen Arbeit in der Natur intensive Erfahrung sammeln und möchte hier von einem Beispiel berichten.
Nach einer Landschaftsheilung machte sich bei mir am nächsten Tag starkes Herzstechen bemerkbar. Ich erlebe es oft, dass sich im Anschluss an eine unterstützende Arbeit in der Landschaft weitere Befindlichkeiten innerhalb desselben Landschaftssystems „melden“. Wenn sich bei meiner Tochter Anna, mit der ich viel zusammenarbeite, die gleichen Symptome zeigen, können wir leicht feststellen, dass die Beschwerden nichts mit uns selbst zu tun haben. Es scheint, als ob der Ort uns noch einmal ruft, indem er sich in dem Chakra, in dem er selbst Hilfe benötigt, bemerkbar macht.
Ich spürte also in den Stich im Herzen hinein und bat um eine nähere Erklärung. Um die Antwort erfassen zu können, entstand eine intuitive Zeichnung, die uns, meine Tochter Anna und mich, zu einer Felsnase führte. Die Zeichnung vermittelte, was uns hier etwa erwarten würde und was wir mitbringen sollten.
Intuitives Zeichnen geschieht absichtslos mit geschlossenen Augen, während man sich in ein Phänomen hineinfühlt und sich den Stift „führen lässt“. So werden Momentaufnahmen des jeweiligen Seinszustands festgehalten. In meiner Arbeit mit intuitiven Zeichnungen halte ich, nachdem sie entstanden sind, meine Hand über das Blatt Papier, schließe wieder die Augen und fühle mich erneut in das Geschehen ein. Oft entstehen dann Bilder oder sehr deutliche Gefühle, die darauf hindeuten, was zu tun sei.
In diesem Fall zogen meine Tochter Anna und ich mit unseren selbst hergestellten Essenzen und Tinkturen los und ließen uns an einen bestimmten Platz in der Landschaft führen. Dort leiteten wir einen Prozess ein, der wieder Harmonie bringen sollte. Wir blieben so lange in unseren inneren Bildern, bis es sich gut anfühlte.

Mitschrift eines inneren Wegs – „die Laus“
Ich will versuchen, den Weg unserer Reise ins Innere der Landschaft, die uns wieder gerufen hatte, in Ansätzen wiederzugeben. Als Grundlage verwende ich die Mitschrift, die wir von unseren Aussagen während der Reise angefertigt haben. Sie begann mit dem Übertragen der Robinien-Mistelessenz auf den gefundenen Platz.
„Ich spüre einen Stich im Hinterkopf. Vor meinem inneren Auge ist es hell, aber in der Mitte liegt eine dunkle Stelle. Dort schauen mich zwei rot geränderte, verschwommene Augen eines seltsamen Wesens missvergnügt an. Jetzt wird auch das ‚dritte Auge‘ des Wesens sichtbar, das sich als dunkler, röhrenartiger Hohlraum zeigt und mich nun mit einem sehr dünnen, gelben Stahl anpeilt.
Die Dunkelheit hinter dem gelben Lichtstrahl gewinnt an Dominanz, sie verwundert mich. Sie wirkt wie eine Höhlung, in die ich nun eintauche. Ich spüre einen Druck auf der Stirn. Um mich herum pulsiert es, es fühlt sich an, als befände ich mich in einem großen Organismus.
Alles wird in violettes Licht getaucht, das ist wohltuend. Aber ich spüre noch schmerzhafte Stiche im Hals, im Nackenbereich und im Herzen. Ich erhalte Einblick in eine Art System von Arterien des Organismusses, in den mich die Reise geführt hat. Ein dunkler Fleck zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, ich versuche, ihm zu folgen, aber er verschwindet immer wieder. Nach einer Weile kann ich genauer hinsehen: Es ist etwas ganz Kleines, es sieht aus wie eine Laus! Jetzt bläst sie sich gewaltig auf! Sie spielt Versteck mit mir und verschwindet immer wieder in anderen Röhren des Arteriensystems. Es scheint ihr Spaß zu machen. Ich bitte um Licht. Rosa Licht erscheint und zentriert sich um die Laus. Sie spuckt irgendetwas aus, sie kämpft, sie will in diesem rosa Ei aus Licht hochkrabbeln, rutscht aber immer wieder ab. Ich versuche, das Licht im Ei zu verstärken. Die Laus beginnt langsam zu schweben und sich aufzulösen. Aber ein Schatten bildet sich neu, ich sehe wieder eine neue Laus und wiederhole die Auflösung. Das Spiel wiederholt sich auf fünf verschiedenen Ebenen. Schließlich komme ich wieder im Tor des dritten Auges an und tauche auf. Das Wesen leuchtet jetzt aus der Tiefe, von innen heraus. Auch seine Augen sehen mich jetzt klar und leuchtend an. Es scheint gut so, und ich bedanke mich.“

Interpretation
„Dem ist eine Laus über die Leber gelaufen“ – Anna und mir kam nach dieser Erfahrung dieser Spruch als Parallele zur Situation in der Landschaft in den Sinn. Eine missliche Begebenheit hat ihr Gleichgewicht gestört. Die Laus ist ein Parasit, Parasiten bringen Krankheiten hervor. Die Krankheit hatte in diesem Fall die Visionskraft des dritten Auges des Wesens blockiert. Die Robinien-Mistel hat mich bis zum Kern des Problems geführt und bei seiner Auflösung ihre Heilkraft aktiv eingesetzt. Was für eine wundervolle Zauberpflanze!