Noahs Geschichte

von Marko Pogačnik erschienen in Hagia Chora 21/2005

In dieser Kolumne beschreibt der Geomant, Bildhauer und Erdheiler Marko Poga?cnik seine Wahrnehmung der gegenwärtigen Erdwandlung. Hier vergleicht er die gegenwärtige "kosmische Wandlungswelle" mit der biblischen Geschichte der Arche Noah. Die Arche ist für ihn der neue planetare Raum, dessen Manifestation er seit Jahren nachspürt.

Wir können die gegenwärtigen Erdwandlungen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Sieht man sie aus der Perspektive der ökologischen Zerstörung des Planeten, so kann man von einem Selbstheilungsprozess der Erde sprechen. Aus kosmischer Perspektive gesehen, handelt es sich möglicherweise um eine gigantische Welle der Wandlung, die sich immer wieder durch das Universum ausbreitet. Man kann in diesem Sinn einen periodisch wiederkehrenden Impuls der Göttin der Wandlung vermuten, der dem Vergangenen Erneuerung und Entwicklung bringt.
Aus dieser Sicht verblüfft es nicht, dass schon Jesus genaue Hinweise zur gegenwärtigen Epoche der Wandlung geben konnte. Die kosmische Wandlungswelle war schon unterwegs. Er sprach von "zukünftigen Ereignissen", und dabei handelt es sich um eine verschlüsselte bildliche Sprache, die gedeutet werden muss.
Sein Hinweis auf die Geschichte von der Arche Noah ist eine ausgezeichnete Darstellung vom laufenden Prozess. Er sagt: "Wie in den Tagen vor der Sintflut die Menschen aßen und tranken, Weiber nahmen und Männer nahmen, bis Noah in die Arche ging, und wie die Menschen die Lage nicht erkannten, bis die große Flut hereinbrach, so wird es sein, wenn sich der Menschensohn offenbart."
Die Flut ist mit der kosmischen Wandlungswelle (Tsunami) gleichzusetzen. Die Arche wäre der neue planetare Raum, der seit Jahren im Aufbau ist. Im Buch Mose wurde beschrieben, dass alle Pflanzen- und Tierarten in der Arche versammelt waren und sich die ganze Lebensraumstruktur nach der Welle aus dieser neu entwickelt hat.
Schon öfters wurde auf die natürliche Einstimmung der Naturwelt an den neuen Raum hingewiesen, die den Erdreichen ermöglicht, sich aus dem alten Raum herauszuziehen. Mit den Menschen ist es anders. Ob sie die "Arche Noah" wahrnehmen oder ihrer Existenz abweisend gegenüberstehen, ist von ihrem freien Willen abhängig. Die tragische Tatsache, dass viele beim letzten Aufprall der kosmischen Wandlungswelle nicht in der Arche Noah in Sicherheit gebracht werden konnten, wird durch die Worte erklärt: "Sie erkannten nicht (rechtzeitig) die Lage." Erkenntnis davon, was hinter der Kulisse des täglichen Lebens geschieht, ist entscheidend dafür, ob sich Menschen im alten, schwindenden oder im neuen, aufbauenden Raum befinden.
In der modernen Geomantie würde man "Erkenntnis der Lage" durch den Begriff "Wahrnehmung" ersetzen. Die Warnung Jesu würde lauten, dass es in der Zeit der Wandlung nicht genüge, die Wahrnehmung ausschließlich auf die gewohnte Ebene des täglichen Lebens zu richten, denn trage man zu einem Teil ihres Selbstzerstörungsprozesses bei. Man sollte lernen, auch an den unsichtbaren Ebenen des Seins teilzunehmen. Durch das ständige Hinüberlenken wird man in der ätherischen Struktur des neuen Raums verankert. Wenn dann der "kosmische Tsunami" die Erde erreicht, ist man schon selbstverständlicher Teil der Arche Noah. Es handelt sich jedoch nicht nur um die Erweiterung der Wahrnehmung. Man wird auch an den alten Raum gefesselt, indem man ohne zu hinterfragen den gewohnten, in der Psyche eingeprägten Mustern folgt. Jesus weist auf das Muster der "flachen Wirklichkeit" hin. Er hatte gewiss nichts gegen Essen, Trinken und Nähe. Man wird nur davor gewarnt, ausschließelich dem Muster der biologischen Existenz, das an den alten Erdraum gebunden ist, Aufmerksamkeit zu schenken. Dadurch identifiziert man sich nämlich mit ihm und wird folglich seines Schicksals teilhaftig.