Gemeinsam forschen

von Franz Lutz erschienen in Hagia Chora 9/2001

Die Problematik, mit einem Zwiespalt zwischen der Welt der praktischen Erfahrung und der Welt der erklärenden Theorien umzugehen, gehört zu einem wesentlichen Bereich meiner Lebenserfahrung. Die Gründerin des Instituts für Resonanztherapie (IRT), meine Mutter, erwarb sich in langjähriger energetischer Arbeit als Heilpraktikerin einen reichen Schatz an Erfahrung, Wissen und Fertigkeiten. Diese übertrug sie auf die Resonanztherapie, war aber nicht in der Lage, sich mit Anderen über ihre Arbeit auszutauschen. Da ich schon seit meiner Kindheit immer wieder mit ihr zusammen Patienten behandelt habe, kannte ich bei meinem Eintritt ins IRT ihre Techniken sehr gut. Von Anfang an empfand ich aber das Fehlen einer umfassenden Theorie und Terminologie als schmerzlichen Mangel, besonders in Hinblick auf die Kommunikation mit anderen. Ich machte mich daran, eine Theorie auszuarbeiten, die all die von uns beobachteten Phänomene zu erklären vermag, und Begriffe zu suchen bzw. zu definieren, die jeden unserer Arbeitsschritte bezeichnen. Bei diesen Entwicklungen hatte ich immer im Hinterkopf, dass sowohl Theorie als auch Terminologie möglichst umfassend, gut lehrbar und leicht in andere Sprachen zu übersetzen sein sollten. Die mir bekannten Theorien, wie z.B. von Sheldrake oder Laszlo hatten aus unserer Perspektive den großen Mangel, uns kaum Terminologien für die praktische Arbeit anzubieten. Außerdem vermisste ich bei beiden wesentliche Aspekte. Unsere Theorie entwickelte sich schrittweise immer mehr in Richtung eines Ätherkonzepts, das ich anfangs ablehnte. Nachdem wir uns aber mit den Arbeiten von Wilhelm Reich und mit Lebensenergie im weitesten Sinne auseinander gesetzt hatten, "mussten" wir den Äther in unser Modell integrieren. Später gab ich das Ätherkonzept jedoch wieder auf, zugunsten der Idee des strukturierten Raumes. Im Augenblick beschäftigen wir uns intensiv damit, diese Theorie mit Hilfe unserer Labormethoden zu überprüfen. Diese Situation entspricht meinem Traum von Beginn unserer Entwicklung an. Jetzt freuen wir uns darauf, zusammen mit Anderen in einem Netzwerk an einer die verschiedenen Schulen zusammenführenden Theorie zu arbeiten und gemeinsam zu forschen. Ich hoffe sehr, dass die schon begonnene Aktivität sich ausweiten wird und wir die ungeheuren Ressourcen an vorhandenen Erfahrungen, Wissen und Können austauschen werden. Es wird höchste Zeit, dass die ganzheitlichen Ansätze, seien sie nun diagnostisch, therapeutisch oder beides, in einer gemeinsamen Sprache kommunizieren können. Dazu muss solide Forschung betrieben werden, die aber nicht reduktionistisch, sondern holistisch sein muss. Bei der reduktionistischen Untersuchung wird ein System in seine Teile zerlegt und diese genau vermessen. Im Holismus dagegen bleibt das System nicht nur intakt, sondern seine Interaktionen mit dem Umfeld sind sogar Gegenstand der Untersuchungen. Beiden Ansätzen liegen grundverschiedene Bewusstseinszustände zugrunde. Ich bevorzuge weder den einen noch den anderen, sondern nutze beide und bezeichne diese Haltung als Komplementarismus in Analogie zu dem in der Physik bekannten Welle-Teilchen-Dualismus. Vielleicht muss uns bei dem gegenwärtigen Stand unseres Wissens die Wirklichkeit komplementär erscheinen, und erst später können wir Reduktionismus und Holismus in einer Theorie vereinen. Unser Körper jedenfalls verfügt mit den beiden unterschiedlichen Gehirnhälften über das Werkzeug, beide Modalitäten zu verarbeiten. Es ist nur bedauerlich, dass uns die Kommunikation zwischen beiden Hälften oft so schwer fällt, aber die Zeiten ändern sich und damit das Bewusstsein der Menschen in erstaunlicher Weise. Als Antwort auf die Frage nach dem jeweiligen Erklärungsmodell im Rahmen dieses Forums möchte ich kurz einige zentrale Aussagen unserer bisherigen Forschung aufführen:

Eine Theorie des Raumes

In unserem Äthermodell wird der Äther mit dem Raum an sich gleichgesetzt und als dreidimensional strukturiert angesehen. Es ist nicht mehr von Ätherpartikeln die Rede, sondern von kleinsten Raumteilchen, die miteinander in Verbinung stehen. Je kleiner sie sind, desto feiner ist der Raum strukturiert und desto mehr ermöglicht er die Übertragung feinster Schwingungen. Heilige Orte zeichnen sich beispielsweise durch eine besonders feine Raumstruktur aus, so dass es hier besonders einfach ist, mit Informationen in Resonanz zu geraten. Auch das Konzept der Lebensenergie lässt sich mit diesem Modell einfach erklären: Ist eine bestimmte Menge Lebensenergie im Raum vorhanden, dann befinden sich die Raumeinheiten in einem angeregten Zustand, sie sind beweglich und schwingungsfähig, so dass Bioinformation als Schwingung weitergeleitet wird. Die Theorie von Hartmut Müller bietet hier eine interessante Grundlage für die Ausbreitung von Information im Raum als Gravitationswelle. Die morphischen Felder nach der Theorie von Sheldrake, im IRT Attraktoren gennant, sind Grundlage für die Übertragung von Informationen zwischen einander ähnlichen Systemen. Der strukturierte Raum kann hier die Übertragung leisten und zwar je besser, desto ähnlicher sich die jeweiligen Systeme sind. Ich bin der Ansicht, dass bei der Anziehungskraft morphischer Felder bzw. Attraktoren neben der Repetition, wie Sheldrake es vorschlägt, auch die Kompatibilität eine wesentliche Rolle spielt. Den Begriff des Systems ergänzen wir mit dem des "Holon". Der Holon-Begriff stammt von Arthur Koestler und bedeutet im Griechischen "Ganzes". Koestler (1972) schreibt dazu: "Diese Substanzganzheiten - oder Holons, wie ich sie versuchsweise genannt habe, haben, wie der römische Gott Janus, zwei Gesichter, von denen das eine die unabhängigen Merkmale der Ganzheit und das andere die abhängigen Merkmale des Teils aufweist." Damit meint er, dass das Holon für sich steht und gleichzeitig Teil einer Ganzheit ist. Damit sind sich der System- und der Holon-Begriff sehr ähnlich – unterscheiden sich aber grundlegend in einem Aspekt: Systeme können von der Umwelt abgetrennt sein (Stichwort geschlossenes System), während Holone immer eingebettet sind. Für das IRT entspricht das Holon einer natürlichen Ganzheit, es ist ein behandelbarer Ausschnitt aus einer Umgebung. Es hat natürliche Grenzen und daher ist es selten, dass eine Holongrenze einer Besitzgrenze entspricht. Eine wesentliche Rolle für die Behandlung spielt der Begriff des Resonators. Er resoniert mit dem Attraktor des zu behandelnden Systems in Abhängigkeit von der Ähnlichkeit. Dabei geht es in erster Line um eine "innere" Korrelation. Als Resonatoren können Abbildungen und Proben des Holon Verwendung finden, aber z.B. auch Namen. Unser Geist ist in der Lage, mit einem Attraktor in Resonanz zu treten, indem man sich innerlich mit dem Holon (zum Beispiel einem Baum) verbindet. Ein Resonator ist eine große Hilfe bei Ferndiagnosen- und behandlungen, er übernimmt die Funktion einer Antenne. Für einen optimalen Empfang richtet man eine Antenne aus. In ähnlicher Weise tritt der Resonantor mit dem morphogenetischen Feld dann in optimale Resonanz, wenn er in die hierfür beste Richtung gedreht wird, die intuitiv wahrnehmbar ist. Wir hoffen, dass sie eines Tages zumindest teilweise berechenbar wird. Diese optimale Ausrichtung nennt man Critical Rotation Point (CRP), wie es Dr. Albert Abrams, der Begründer der Radionik, vorschlug.

Kategorien von Heilmitteln

Wenn die optimale Resonanz hergestellt ist, können intuitiv die entsprechenden Heilmittel ausgewählt werden. Wir unterteilen sie in Gruppen von Informatoren, Transformatoren und Lebensenergie. Informatoren sind komplexe Schwingungsmuster in materieller Form, z.B. hebräische Buchstaben, Runen oder Homöopathika. Sie erzeugen Schwingungen im Äther und vermitteln so bestimmte Informationen. Symbole enthalten im Gegensatz zu Zeichen vielschichtige Bedeutungen, sind auf mehreren Komplexitätsniveaus wirksam und schwer in einem einzelnen Begriff zu fassen. Ziel der Herangehensweise mit Informatoren kann einerseits sein, Detailprobleme zu lösen, oder aber das Holon in einen Zustand zu versetzen, in dem es in der Lage ist, mit der problematischen Situtation selbst umzugehen. Der Transformator ist in der Lage, die Feinstofflichkeit des Raumes zu erhöhen, was sich in einer erhöhten Leitfähigkeit des Raumes ausdrückt. Der Transformator sorgt dafür, dass ein System in die Lage versetzt wird, neue Informationen aufzunehmen. Dazu können z.B. ebenfalls hochpotenzierte Homöopathika und Symbole eingesetzt werden, die außerdem eine transformierende Wirkung haben. Dies entspricht dem Effekt von Chakren, die unserer Meinung nach Wirbelstrukturen darstellen, also sowohl den Raum beschleunigen als auch transformieren. In Zusammenhang mit der Lebensenergie sprechen wir von Ätherbeschleunigern, die den strukturierten Raum beschleunigen und konzentrieren. So kann z.B. einem System Orgon zugeführt und DOR abgeführt werden. Als Ätherbeschleuniger werden typischerweise Orgonakkumulatoren- und -strahler nach Wilhelm Reich eingesetzt, aber auch Pyramiden und Spiralen. Bei jeder Behandlung werden die Attraktoren von Resonator, Informator und Transformator miteinander in Verbindung gebracht. Dabei wirkt als Verbindungsglied der Mensch selbst, wobei er sowohl Resonator, Informator als auch Transformator intuitiv in den Critical Rotation Point dreht. Danach kann die Behandlung mit Hilfe von radionischen Geräten durchgeführt werden.