Zum Besten des Ganzen

von Peter W. Köhne erschienen in Hagia Chora 9/2001

Zur ersten Frage, die sich mit dem angeblichen Problematik der angeblich mangelnden theoretischen Grundlagenarbeit für praktische Anwendungen bezieht, möchte ich Folgendes sagen: Für mich gibt es hier keinen Zwiespalt. Der Mensch war immer bestrebt, das Höhere mit den zur Verfügung stehenden Technologien nachzubilden. Computer werden z.B. bald als neuronale Netzwerke arbeiten. Die theoretischen Grundlagen geben genügend Hinweise auf die praktische Anwendung. Das Umsetzen ist Aufgabe der Techniker bzw. der Technologen. Allerdings wird die Radionik immer wieder der energetischen Medizin zugerechnet, was nach meiner Betrachtungsweise und unter Berücksichtigung dieser modernen Ansätze nicht den Punkt trifft. Auf einem Kolloquium der Universität Kaiserslautern wurde vor einiger Zeit der Begriff "Informationelle Medizin" geprägt, den ich für wesentlich aussagefähiger halte. Die Homöopathie wäre auch in diesen Bereich einzuordnen, wenigstens bei der Anwendung der Hochpotenzen. Die Bioresonanz ist ein Abkömmling der Radionik und dementsprechend einzuordnen. Das Problem der Informationellen Medizin ist, dass sie in einem Bereich ansetzt, der die Urstruktur der Menschen erfasst, quasi den Grundbauplan, die "Blaupause". Dieser Bereich ist aber nun leider traditionell-wissenschaftlich nicht erklärbar. Daher sind die vielen Erklärungsversuche mit Quantenphysik, morphischen Feldern oder Elementarstrukturen der Materie die heute einzig bekannten Versuche, um in einen Bereich vorzudringen, den die herkömmliche Wissenschaft schon vom Ansatz her nicht erreichen kann. Wir können die Radionik daher nur vom Bewusstsein her erfassen, also intuitiv. Dies bringt sie auch der Geomantie sehr nahe, in der schon seit Jahrzehnten erfolgreich mit der Radionik gearbeitet wird. Die Verfahren und Technologien können also nur dazu dienen, das Bewusstsein zu unterstützen und die Intuition zu verstärken, auch wenn es oft anders dargestellt wird, weil man meint, unbedingt eine herkömmliche wissenschaftliche Basis zu benötigen, um nicht verlacht zu werden.

Die Suche nach Anerkennung

Die Beweislast der Radioniker, wissenschaftliche Erklärungen zu finden, liegt einzig und allein in dem Problem der Nichtanerkennung und der Angst vor Berufsverboten. In den USA sind Radionics nicht erlaubt. Statt dessen befassen sich viele dort mit den legalen Psychotronics, was die Radionik einschließt. Wir sehen ja in der 100 Jahre älteren Homöopathie, wie schwierig es ist, dieses Gedankengut zu akzeptieren und umzusetzen. Die Verfahren sind zu komplex, um den wissenschaftlichen Anforderungen der Reproduzierbarkeit Genüge zu leisten. Für erfahrene Radioniker gibt es diese Notwendigkeit auch gar nicht, da die Praxis die Wirkungsweise stets neu gezeigt hat. Selbstverständlich sind die neueren Ansätze der modernen Wissenschaftler sehr vielversprechend, doch wird es einige Zeit brauchen, bis sie sich gegen die Verfechter der traditionellen Wissenschaft durchgesetzt haben. Ich bin nicht der Meinung, dass dem Menschen ein wirklich "mehrdimensionales Denken" möglich ist, denn dann müsste er über seinen "Verstandes-Schatten" springen. In meiner Praxis stelle ich immer wieder fest, dass der Verstand mit dem kausalen Denkschema im Wege steht. Einen Sprung über diesen Schatten hinein in höhere geistige Zusammenhänge kann nur die Intuition vollbringen, doch wird sie bei unserem heutigen Erziehungssystem ziemlich früh "niedergeprügelt". Was bleibt, ist das, was alle heiligen Bücher und Schriften tun, sie arbeiten mit Gleichnissen, mit Bildern, Symbolen, und das ist auch die Ebene der Radionik und die Sprache, mit der sie erklärbar wird. Eine Technologie, sich dieser Ebene anzunähern, haben wir in unserem Buch "Die vorletzten Geheimnisse" beschrieben, in der wir das Arbeiten mit Skalarantennen erläutern. Solche Antennen sind geeignet, den Bereich der "Nichtörtlichkeit", wie es David Bohm nannte, anzusprechen, weil sie den Bereich der Schwingungen verlassen. Entsprechende Versuche dazu sind kaum veröffentlicht und wenig beachtet. Wenn wir in der Radionik mit Zahlen arbeiten, so nutzen wir wieder die Symbolik. Der Begriff "Frequenzen" wäre demnach aus der oben bereits genannten Ableitung falsch. In der Geschichte der Radionik wurden diese Zahlen, "Raten" genannt, empirisch ermittelt. Jede auf einem Radionikgerät eingestellte Zahl ergab ein "Muster". Beim Peggotty-Board wird z.B. nur mit Mustern gearbeitet, in dem mit Stiften auf einem Steckbrett die Zahlen als geometrisches Muster angelegt werden. Auch hier wieder die Zahl als Symbol. Der absolute Wert dieser Zahlen ist daher nicht von Bedeutung, da sie sozusagen als Codenummern dienen, die einen "Speicherplatz" in der Ebene bezeichnen, in der die gewünschten Informationen abzurufen sind. Aber auch Buchstaben sind Symbole. Bei moderneren Geräten wird daher auch mit "Wort-Raten" gearbeitet und/oder mit "Zahlen-Raten" kombiniert. Die Raten verhelfen zu einer besseren Fokussierung auf das Thema.

Der Begriff des Feldes

Sicher ist der Begriff des "Feldes" in der Radionik sehr missverständlich. Er ist heute eindeutig definiert, und jede andere Nutzung beschwört den Vergleich zu dieser Definition herauf. So regen morphogenetische Felder, innere Daten-Felder, selbstorganisierende Biogravitationsfelder etc. immer wieder zu Missverständnissen an. Wie gesagt, sprechen wir über einen Bereich, den der Verstand nicht mehr erfassen kann, und für diesen Bereich fehlen schlicht die passenden Begriffe. Von Feldern zu sprechen, zeigt die Hilflosigkeit, diese "höheren" Bereiche zu beschreiben. Bohm verwendete z.B. den Begriff des Quantenpotentials, den ich sehr treffend finde. Ein mir bekanntes Institut hat sich auf "Attraktor" geeinigt (siehe den Beitrag von Franz Lutz), da dieser Begriff eine engere Beziehung zu mathematischen Modellen wie Chaostheorie oder fraktaler Geometrie hat. Ich selbst spreche oft von "Inneren Daten-Feldern", da der Vergleich mit der Computer-Technik viele Erklärungsmöglichkeiten bietet ("das ist … wie … wenn"). Allgemein versuche ich, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, denn alle Erklärungsmodelle haben etwas für sich. Resonanz ist für mich ein sekundärer Effekt, sie ist für den informationellen Bereich nicht relevant. Vielleicht könnte man eher von Ansprechbarkeit sprechen. Resonanz kann erst entstehen, wenn die Information Träger benötigt, also im polaren Gefüge weitergeleitet werden muss. Bei vielen Radionikern äußert sich der Ansprechpunkt allerdings wie eine Resonanz durch eine körperliche Wahrnehumg. Der Prozess in der Radionik gleicht eher einem Schöpfungsprozess, bei dem in Symbole umgesetzte Ideen, Visionen, Informationen den Auslöser für eine Entwicklung angeben. Dieser Schöpfungsprozess geht durch alle Ebenen bis zur körperlichen Realisation; er ist daher ganzheitlich. Das Ergebnis dieses Schöpfungsprozesses wird dann sozusagen wieder zurückgemeldet und zur Korrektur verwendet, auf deren Basis ein neuer Schöpfungsprozess durchlaufen wird. Sheldrake beschreibt diese Rückmeldung als "morphische Resonanz", sein bahnbrechendes Ergebnis aus der Erforschung der "Morphogenetischen Felder", wie sie der deutsche Biologe Hans Driesch definierte. Oft wird heute die Aussage verwendet, "alles ist Schwingung", was ja sicherlich nicht falsch ist. Die kleinsten hypothetischen "Teilchen", die angenommenen Strings sollen ja nichts als Schwingung sein. So muss man wohl annehmen, dass es in bestimmten Bereichen des Schöpfungsablaufes zu Resonanzen kommt, auch zwischen Therapeut und Behandeltem. Die Ethik ist das Thema in der Radionik schlechthin – sie sollte es jedenfalls sein, was jedoch von einigen Anwendern schlichtweg ignoriert wird. Die Deutsche Radionische Gesellschaft e.V. hat besonders diesen Punkt in ihr Leitbild aufgenommen. Diese Ethik lässt sich damit beschreiben, immer "zum Besten des Ganzen (Z.B.D.G.)" zu arbeiten. Gewiss ist dies kein einfacher Anspruch, da "das Ganze" verständlicherweise äußerst komplex ist. Der Radioniker muss daher an einem bestimmten Punkt der Arbeit an eine "höhere Instanz" in Dankbarkeit abgeben. Das Umsetzen der Ethik in die tägliche Arbeit erfordert immer wieder eine Besinnung auf dieses eigentliche Ziel. Z.B.D.G.