Ein planetarisches Gitter

Zusammenfassung der russischen Gobalgitterforschung im Originaltext von 1975

von Chris Bird erschienen in Hagia Chora 9/2001

Metaphysiker vermuten schon seit langem, dass unsere Erde und alle Materie auf ihr, ob sie für "lebendig" oder "nicht-lebend" gehalten wird, nichts anderes ist als das Endergebnis einer Energietransformation. Seit relativ kurzer Zeit wird diese Vermutung von mehreren Zweigen der modernen Naturwissenschaft, vor allem der Physik, bestätigt. Welchen Ordnungsprinzipien diese Energie unterliegt und wie sie es regelt, dass Materie entsteht, ist eine faszinierende Frage, mit der sich nur wenige Forscher beschäftigen.

Metaphysiker vermuten schon seit langem, dass unsere Erde und alle Materie auf ihr, ob sie für "lebendig" oder "nicht-lebend" gehalten wird, nichts anderes ist als das Endergebnis einer Energietransformation. Seit relativ kurzer Zeit wird diese Vermutung von mehreren Zweigen der modernen Naturwissenschaft, vor allem der Physik, bestätigt. Welchen Ordnungsprinzipien diese Energie unterliegt und wie sie es regelt, dass Materie entsteht, ist eine faszinierende Frage, mit der sich nur wenige Forscher beschäftigen. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind am Horizont wissenschaftlichen Denkens eine Reihe von Theorien aufgetaucht, die nahelegen, dass der "Äther" der antiken Philosophie, die Weisheit der Urvölker und die physikalischen Wissenschaften der Jahrhundertwende möglicherweise nicht so tot sind, wie die relativistische Physik landläufig behauptet; einige dieser Theorien beruhen auf vielen sorgfältigen Beobachtungen, andere sind sogar experimentell genau belegt. (Man lese dazu beispielsweise die Arbeit "Is There an Ether?" – "Gibt es einen Äther?" – Industrial Research, November 1974, von Professor H.C. Dudley, Radiation Physics, University of Illinois Medical Center). Auch die Vorstellung, dass die für unveränderlich gehaltenen Elemente ineinander umgewandelt werden können, ohne dem schweren Geschütz von Teilchenbeschleunigern ausgesetzt zu sein, findet zunehmend Bestätigung. Professor Olivier Costa de Beauregard, einer der renommiertesten Kernphysiker Frankreichs, hat ein Nachwort zu C. Louis Kervrans neu erschienenem, achtem Buch über biologische Transmutationen geschrieben, in dem er Kervran mit einer neuen Theorie bestätigt, die keines der bisher aufgestellten konventionellen Naturgesetze verletzt. (Siehe C. Louis Kervran, "Preuves en Biologie de Transmutations a Faible Energie" – "Biologische Beweise für Transmutationen bei niedrigen Energien" – Maloine, Paris, 1975). Aber wie ist es mit der Struktur des ungesehenen Universums selbst? Wir stellen uns den Kosmos gewöhnlich als Konglomerat von Körpern unterschiedlicher Größenordnungen vor, von Atomen zu Molekülen, zu Planeten, zu Sternen, zu Galaxien. Wie ist seine Energiematrix beschaffen? Es ist durchaus nicht nebensächlich, dass in der Sowjetunion, einem Land, dessen ideologische Einstellung jede Mutmaßung unterdrückte, es könne etwas geben, das über den Bereich des rein Materiellen hinausgeht, mehrere Theorien entwickelt werden, die, würden sie weiter verfolgt und ausgebaut, ein New Age voller aufregender Ideen ankündigen könnten. Vielleicht verengt sich die Kluft zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen in der Sowjetunion ebenso wie offenbar überall sonst.

Neue Theorien aus Russland

Nach zwei neuerdings in Russland aufgestellten Theorien scheint es, dass die Erde oder Gaia – nach dem Schriftsteller William Golding, der vorschlug, unserem Planeten den Namen zu geben, mit dem die alten Griechen ihre Erdgöttin feierten – ein Netz birgt, ein Gitter oder eine Matrix kosmischer Energie, deren Erforschung uns ein besseres Verständnis für die Struktur der Erde vermitteln kann, als wir es bisher haben. Am letzten Tag des Jahres 1973 veröffentlichte Komsomolskaja Prawda, die offizielle Zeitung der jüngeren Generation der Sowjetunion, einen kontroversen Aufsatz mit dem Titel "Was bist du eigentlich, Erde?". Der Artikel behauptet, dass unser Globus keineswegs nur eine einfache Kugel ist, sondern zunächst einmal ein Kristall mit einer kantigen Oberfläche. Dieser Kristall rundete sich erst dann zu einer Kugel, nachdem sich Milliarden von Vorgängen abgespielt und viele Kräfte auf ihn eingewirkt haben. Gewisse sowjetische Naturwissenschaftler behaupten nun, dass die "Umrisse" des früheren Kristalls im Körper unseres Planeten begraben und bewahrt sind. Einige von ihnen durchdringen, wenn auch kaum wahrnehmbar, die Oberfläche in ähnlicher Weise, wie sich Teile des Knochengerüsts unter der gestrafften Haut eines mageren oder ausgehungerten Menschen oder Tieres abzeichnen. Nikolai Gontscharow, ein von der Antike faszinierter Moskauer Historiker, wusste nichts von diesen neuen und umstrittenen Theorien. Er hatte die Idee, auf einem Globus alle Zentren der frühesten menschlichen Kulturen zu markieren. Ein "intuitiver Impuls", wie die russische Jugendzeitung es ausdrückt, ließ ihn hinter ihrer Genese ein Muster, eine geometrische Ordnung vermuten. Erst als Gontscharow den Bauingenieur Wjatscheslaw Mosorow und den Elektroniker Walerij Makarow kennengelernt hatte, wurde aus diesem vagen Denkanstoß zunächst eine Vermutung und dann eine Hypothese. Nach mehrjähriger Arbeit wurden ihre Ergebnisse unter dem Titel "Ist die Erde ein großer Kristall?" in Chimija i Zisn’ (Chemie und Leben), der populärwissenschaftlichen Zeitschrift der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, veröffentlicht. Dieser Artikel beruht auf Untersuchungen, die die Verfasser in so unterschiedlichen Gebieten wie Archäologie, Geochemie, Ornithologie und Meteorologie durchführten; seine wichtigste Botschaft war die Vermutung, dass die Erde von innen her ein duales geometrisch geordnetes Gitter projiziert. Ein Teil dieses Gitters besteht aus zwölf pentagonalen Platten, was nach Meinung der drei Forscher nahelegt, dass die Erde zunächst diese Form aufwies, sie also ursprünglich ein Dodekaeder war. Diese Behauptung mag zunächst fantastisch erscheinen, aber die Idee, dass die Erde eine geometrische Form hat, geht mindestens ins antike Griechenland und auf die pythagoräische Philosophie zurück. Schon ihr berühmter Anhänger Platon schrieb, dass die Erde, von oben gesehen, einem Ball ähnelt, der aus zwölf Lederstücken zusammengenäht ist. Der andere Teil des Gitters rührt nach Meinung der drei Russen daher, dass die Erde ein Gitter aus zwanzig gleichseitigen Dreiecken, also ein Ikosaeder enthält. Durch Überlagerung der Erde mit dem doppelten Gitter meinen die Forscher das entdeckt zu haben, was möglicherweise die Energiestruktur oder das Energieskelett der Erde darstellt. Obwohl jeder zweifelnde Mathematiker darauf hinweisen könnte, dass die Erde auch auf tausend andere Weisen zerlegt werden kann, behaupten die Russen, dass die aus dem Dodekaeder und dem Ikosaeder kombinierte Figur bei sorgfältiger Beobachtung dort faszinierende Eigenschaften aufweist, wo die "Nähte" liegen oder wo sie mit besonderen Merkmalen der Erde zusammentreffen. Eine erste solche Eigenschaft, die von den Russen überrascht festgestellt wurde, war, dass die Kanten ihres dualen Gitters mit den mittelozeanischen Rücken übereinstimmten, d.h. mit den wichtigsten Faltungszonen und Zonen aktiver Neubildung von Gebirgen und Tälern. Eine der Ecken der Dreiecke liegt in der Nähe von Florida im Zentrum des berüchtigten Bermudadreiecks, das in der letzten Zeit aufgrund des mysteriösen Verschwindens von Schiffen und Flugzeugen berühmt geworden ist. Die Russen erwähnen auch eine Behauptung des Biologen Ivan Sanderson aus Columbia, New Jersey, Gründer der Gesellschaft zur Erforschung des Unerklärlichen, nämlich dass dieses Dreieck nicht der einzige verrufene Bereich auf der Erde sei, sondern es noch neun weitere gebe. Diese zehn Bereiche sind, so Sanderson, symmetrisch über den Globus verteilt, wobei fünf oberhalb und fünf unterhalb des Äquators in gleicher Entfernung von ihm liegen. Wenn der amerikanische Forscher noch zwei weitere Punkte hinzugefügt hätte, würde, so sagen die Russen, dieses Muster genau mit dem von ihnen vorgeschlagenen Modell übereinstimmen (Diese zwölf sind die Punkte 12, 14, 16, 18, 20, 41, 43, 45, 47, 49, 61, 62.) Ein anderes Merkmal, das die Aufmerksamkeit der drei Forscher erregte, war die Koinzidenz der Ecken ihres Polygons mit den Verbindungen der Flächen oder "Schollen" der Kontinentalkruste, die viele Wissenschaftler für diejenigen Bereiche halten, in denen gehäuft Vulkanausbrüche und Erdbeben auftreten. Bei der Überprüfung von Karten zum Magnetismus fanden die Russen auch, dass die Zentren aller magnetischen Anomalien weltweit auf den Kanten der Polygone ihres Gitters liegen. Sie weisen auch darauf hin, dass sich in Kristallen die interessantesten Ereignisse an den Knoten und Kanten des Kristallgitters abspielen. Wenn ihre Hypothese zutrifft, könnte, wie sie behaupten, ein solches "Strukturgitter" den Planeten "durchdringen" und die sich auf ihm abspielenden Ereignisse bestimmen. Dann wandten die Verfasser des Artikels in Chimija i Zisn’ ihre Aufmerksamkeit meteorologischen Karten zu und fanden, dass alle globalen Zentren größten und kleinsten Atmosphärendrucks an den Gitterpunkten liegen, dass sie mit Bereichen übereinstimmen, in denen Wirbelstürme entstehen und dass die Bahnen dieser Hurrikane den Kanten des Gitters ebenso folgen wie viele der auf der Erde vorherrschenden Luft- und Wasserströmungen. Gontscharow, Morosow und Makarow entdeckten weitere Koinzidenzen: Der mittelatlantische Rücken fällt mit zwei Kanten des Dodekaeders zusammen (von Schnittpunkt 10 bis 37). Wenn das gesamte Gitter so gedreht wird, dass eine der Kanten des Ikosaeders mit der Erdachse parallel verläuft, fallen die Bergkämme und Faltungen, die nicht auf den Kanten des Dodekaeders liegen, auf Kanten des Ikosaeders. Außerdem entsprechen die Bereiche der Erde mit maximaler Sonneneinstrahlung offensichtlich jenen, über denen sich die Gitter schneiden (die wichtigsten liegen bei den Schnittpunkten 1, 17 und 41).

Koinzidenzen mit dem Gittersystem

Die drei Forscher geben Hinweise darauf, dass die Schnittpunkte des Gitters, die eine Art Kraftmatrix darstellen, wie die Farbsignale der Verkehrsampeln abwechselnd aktiviert werden und jeweils eine bestimmte Zeit lang wirken. Als sie dieses Gittersystem dem Geologen W.I. Awinski vorlegten, bestätigte er den Forschern, dass die Erde keineswegs eine ideale Kugel ist, sondern ein so genanntes Kardioid mit Konvexitäten und Konkavitäten, deren Divergenzen genau den Schnittpunkten des Gitters mit der Kugel entsprechen. Die Forscher behaupten weiter, dass an einem dieser Punkte (Schnittpunkt 40) kürzlich ein "natürlicher Atomreaktor" entdeckt wurde, der vor mehr als 1,7 Milliarden Jahren aktiv war. Seine Konzentration erreichte eine Dichte von Uran235, die zur Auslösung einer Kettenreaktion ausreicht. Als weitere Anomalien, die sich im Gitter widerspiegeln, erwähnen die Verfasser die großen Erzlager entlang der Verwerfungen und Faltungen der Erdkruste, die oft den Rippen des Gitters folgen. Reiche Ölvorkommen, wie die gigantischen Tyumen-Felder (Schnittpunkt 3) wurden dort gefunden, wo sich die Gitterlinien kreuzen. "Könnte unser Dodekaeder-Ikosaeder-System", so fragen die Verfasser, "für Geologen, Geophysiker und Geochemiker von mehr als nur von theoretischem Interesse sein?" Das Forschertrio gibt an, dass globale geologische Strukturen neuerdings auch vom Weltraum aus untersucht werden, und zwar sowohl von Astronauten als auch durch Satellitenaufnahmen. Einige dieser Strukturen konnten schon mit den Kanten des Gitters korreliert werden. So schrieb der russische Kosmonaut Sewastjanow, dass das Gebiet der Ural-Verwerfung sich weiter nach Süden erstreckt, als die vorhandenen Karten es zeigen, und entlang einer der Gitterseiten fast bis zum Persischen Golf reicht. Auch eine gigantische Verwerfung von Marokko bis Pakistan, die genau mit dem Ikosaeder-Gitter zusammenfällt (von Knotenpunkt 20 bis 12), wurde vom Weltraum aus entdeckt. Die Verfasser behaupten, dass ihre Untersuchung von Farbaufnahmen aus dem Gemini-Raumschiff ihnen deutlich kreisförmige geologische Strukturen mit Durchmessern von 200 bis 350 Kilometer zeigt, die in Marokko (Schnittpunkt 20), Kalifornien (Schnittpunkt 17) und in der Nähe von Florida (Schnittpunkt 18) liegen. Die Untersuchung geochemischer und biogeochemischer Phänomene könnte nach Meinung der Autoren den Nachweis liefern, dass der "Erdkristall" eine wesentliche Wirkung auf die Biosphäre des Planeten hatte oder hat. Sie behaupten, dass es in Europa und Asien (Schnittpunkte 2 und 5) zwei Regionen gibt, in denen jeweils ein Elemente-Typ in der Erde fehlt, während andere im Überfluss vorhanden sind. Das hätte wiederum zu speziellen Entwicklungen bei der natürlichen Auslese von Planzen und Tieren geführt. Am Baikal-See (Schnittpunkt 4) sind, entsprechend der Aussage der Autoren, drei Viertel der Tiere und Pflanzen einzigartig. Da Ornithologen heutzutage die Idee befürworten, dass Zugvögel ihren weiten Weg mit Hilfe des Magnetfelds der Erde finden, fragen sich die Verfasser, ob die Gebiete, in denen die Vögel hauptsächlich überwintern, an bestimmten Schnittpunkten ihres Systems (Punkte 12, 20 und 41) liegen. Nach ihrer Meinung konnte auch der Mensch dem Einfluss des Erdkristalls auf die Biosphäre, der er angehört, nicht entgehen. Die Verfasser behaupten, dass selbst die kulturelle Entwicklung möglicherweise durch Energien beschleunigt wurde, die an den Schnittpunkten des Gitters abgegeben werden. Sie meinen, dass ihre Annahme zumindest teilweise durch die Tatsache bestätigt wird, dass die Entstehungsorte alter Hochkulturen, wie die der Ägypter an der Nilmündung, der Mohenjo-Daro im Tal des Indus, die Kulturen im alten Irland, in Peru, auf den Osterinseln, in der Nordmongolei und anderswo genau an den Knotenpunkten ihres Gitters liegen. Sie behaupten, dass das ganze Gittersystem allen oben angeführten Anomalien besser entspricht, wenn sie die Pyramiden von Gizeh als Schnittpunkt 1 nehmen, als wenn sie geologische, geophysikalische oder andere Leitlinien benutzen. In einem Kommentar zu dem Artikel in Chimija i Zisn’ schreibt die promovierte Mineralogin M. Faworskaja: "Die Geologen interessieren sich immer mehr für die Beziehung zwischen Zonen und Knoten auf unserem Planeten und ihren Zusammenhang mit lang bekannter geochemischer und thermaler Aktivität. Diese Phänomene belegen die Existenz von Anomalien in der Struktur der Erde und liefern einen Grund zur Erforschung der Ursachen für solche Unregelmäßigkeiten. Das Problem wird noch interessanter angesichts der Tatsache, dass es in vielen Fällen eine Entsprechung zwischen großen Erz- und Mineralvorkommen und diesen aktiven Bereichen gibt." Die Geologin berichtet auch, dass die tschechische Wissenschaftlerin J. Kutina beim Internationalen Vulkanologischen Symposium, das 1973 in Bukarest abgehalten wurde, die Ergebnisse ihrer Arbeit zu einem planetarischen Netzwerk der Faltungen und dessen Bedeutung für die Vorhersage von Erzvorkommen vorlegte, wonach die Knoten des Netzes gleich weit voneinander entfernt sind. Während sie die Hypothese, dass die Erde ein Kristall sein könnte, sehr fasziniert, betont Faworskaja, dass sie als Geologin besonders an dem von den Verfassern vorgelegten Beweismaterial interessiert war. Sie fügt hinzu, dass die Aussagen zu einer "periodischen Aktivierung der Verbindungsstellen des Systems" mit den gängigen Auffassungen vieler Geologen und Mineralogen in Einklang sind. Es bleibt, so schließt Faworskaja, noch viel zu tun, bis die Theorie bestätigt ist. Um die jungen russischen Leser weiter für die von Gontscharow, Morosow und Makarow aufgestellte Hypothese zu begeistern, bildete die Zeitschrift eine der "gehörnten Kugeln" (Anm.d.Red.: rätselhafte Dodekaeder) ab, von denen 38 aus Gold gefertigte Exemplare in Vietnam gefunden wurden sowie eine aus Bronze gefertigte in Frankreich. Die Formen dieser Kugeln und deren Markierungen sind, so sagen die Herausgeber, den Wissenschaftlern noch unklar. Einige behaupten, dass sie Kalender darstellten, andere sehen in ihnen astrologische Symbole. "Wie die Leser wohl schon vermutet haben", so schreiben sie weiter, "haben die drei Forscher Gonscharow, Morosow und Makarow dafür ihre eigene Deutung: Hat dieses Objekt nicht aufgrund der Anzahl von Kanten und Knoten Ähnlichkeit mit ihrem Strukturmodell?"

Kabatschenkos Hypothese

Noch bevor der Aufsatz über das Erdgitter erschienen war, hatte Technika Molodjoschi, eine der führenden populärwissenschaftlichen Zeitschriften der Sowjetunion, im September 1973 einen Aufsatz des georgischen Bildhauers Witalij Kabatschenko veröffentlicht, der in einem Badeort am Schwarzen Meer lebt. "Beim Studium von Fotos der Erde aus dem Weltraum," so begann der Text, "entdeckte ich einen Überlagerungseffekt: eine Tiefenstruktur der Lithosphäre (der obersten, harten Erdkruste), die manchmal regelrecht durch die aufgeschichteten Sedimente ‚hindurchscheint’, so dass die Topographie den Strukturen unter der Oberfläche entspricht." Kabatschenkos Artikel "Die Aufdeckung unsichtbarer Verbindungen" lässt vermuten, dass der Ausgangspunkt seiner Untersuchungen ein geologischer Atlas war. Wie Gontscharow, Morosow und Makarow entdeckte er – wohl mit dem "dritten Auge" des Künstlers – auf Karten ebenfalls eine Art Gitter, wenn auch viel kleiner und aus Quadraten bestehend. Diese Gitter deutet er als die Projektion eines dreidimensionalen Würfelgitters, um das herum sich die Lithosphäre organisiert. Kabatschenko meint, ein logischer Schluss führe zu der Annahme, dass das Gitter nicht nur in der Erde selbst vorhanden ist, sondern auch über ihrer Oberfläche, und überlegt weiter, dass dessen Existenz in der Struktur beweglicher Medien wie Wasser und Wolken aufgespürt werden könnte. Was sich im Lauf von Millionen Jahren mit geringer Geschwindigkeit in der Lithosphäre abgespielt hat, sollte in Wasser und Wolken viel schneller, innerhalb von Stunden oder Minuten ablaufen. Kabatschenko behauptet, er habe diese Annahme durch die Untersuchung vieler Bilder bestätigen können, die von Flugzeugen und Satelliten aus gemacht wurden. "Ich habe bei vielen Gelegenheiten bemerkt, wie am Himmel ein kaum wahrnehmbares Netzwerk von Nebelstreifen entsteht", schreibt er. "Sie werden allmählich größer, und das Netzwerk wird umso weniger deutlich, je dichter die Wolken werden. Ich habe auch beobachtet, wie auf dem Meer schwarze Streifen auftauchen und sich in gleichen Winkeln schneiden. Noch überraschender ist die Tatsache, dass die Wolken den dunklen Streifen entsprechen. Dieses Phänomen hat, systematisch wiederholt, zu der folgenden Idee geführt: Die Gitter der Streifen auf der Oberfläche des Ozeans müssen ihrerseits die strukturelle Besonderheit des Meeresbodens reflektieren. Das bedeutet, dass wir bei der Betrachtung einer Weltraumfotografie der Erde ein Bild der strukturellen Besonderheiten der Lithosphäre gewinnen können, indem wir die feingliedrige Struktur der Wolken und die dunklen Streifen der Hydrosphäre betrachten. Ich nenne dieses Phänomen ‚Anordnungseffekt ". Kabatschenko behauptet, die Erzlager im Planeten könnten in Bereichen konzentriert sein, die unter dem Mantel der Sedimente nicht immer deutlich sichtbar sind, und dass die Untersuchung der Wolken und der Ozeane ein "Röntgenbild" der tieferen Struktur unserer Erde geben könnte. Und dann nimmt Kabatschenko plötzlich einen Teil der Ergebnisse des Forschertriumvirats vorweg. "Auf Bildern der Erde, die von Raumsonden gemacht wurden", schreibt er, "ist zu sehen, und zwar umso deutlicher, je größer die Höhe ist, aus der sie aufgenommen wurden, dass das kleinere Gitter Elemente einer größeren Struktur enthält, die für die Gestalt unserer Erde grundlegend ist". Zur Erklärung des unsichtbaren, aber alles durchdringenden strukturellen Netzwerks, das er gefunden zu haben glaubt, verweist Kabatschenko auf ein Experiment, das 1963 von dem promovierten Physiker und Mathematiker G.I. Dietler am Institut für Kristallografie der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt wurde. Dietler bedeckte die Oberfläche eines kleinen Kristallkeims mit einer isolierenden Paraffinschicht und legte ihn in eine gesättigte Lösung einer geeigneten chemischen Verbindung. Überraschenderweise wuchs der winzige Kristall, als ob er nicht isoliert wäre. Die Ablagerungen auf der isolierenden Schicht entsprachen dem strukturellen Keim. Diese Fernwirkung läßt sich nach Kabatschenko durch die Tatsache erklären, dass die Information über die Struktur des winzigen Kristalls "in Form elektrischer Felder gespeichert war, die von dem Schutzfilm nicht vollständig abgeschirmt wurden." Dasselbe könnte nach Kabatschenko auch bei unserem Planeten der Fall sein, falls die Entstehung der Lithosphäre von dem elektrostatischen Feld der Erde abhängig war, das erst jetzt erforscht wird. Die von Kabatschenko aufgestellte Theorie wurde von dem Geologen und Mineralogen Dr. Wladimir Neiman kommentiert, der meinte, dass Spezialisten seit langem auf Anzeichen von Regelmäßigkeiten und Unstetigkeiten irdischer Strukturen hingewiesen haben. W. Piotrowskij, Dekan des Instituts für Ingenieurwissenschaften, Geodäsie, Luftbilder und Kartografie, zeigte, dass die Höhenwerte im Relief der Erde nicht zufällig sind, sondern sich in Gruppen oder Haufen anordnen. Wie Neiman sagt, fand der Amateurastronom M. Schemjakin heraus, dass Kraterketten auf dem Mond Reihen bilden, in denen der Durchmesser jedes Krater um die Quadratwurzel von 2 größer ist als der vorhergehende, und dass sich die Entfernungen zwischen den Zentren der Krater entsprechend ändern. Neiman, der ein Buch über die Umwandlung von Elementen geschrieben hat, eine Theorie, die bis jetzt nur von dem französischen Gelehrten C. Louis Kervran vertreten wurde, sagt, seiner Meinung nach könnten sich die Elemente auf der Erde auf eine ähnliche Weise entwickelt haben, wie es in der Elementenverwandlung von Stickstoff zu Silizium zu Eisen zu Cadmium zu Radium geschieht, und zwar nach der Formel N14 zu Si28 zu Fe56 zu Ca112 zu Radium224, wobei sich das Atomgewicht in einem genau festgelegten Zeitraum verdoppelt. Anders gesagt: Die Regelmäßigkeit ist nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit erkennbar. Neiman behauptet, Kabatschenko habe Hunderte von Luftbildern untersucht und ein System bekannter – und auch unbekannter, aber vorhersagbarer – geophysikalischer Faltungszonen bestimmt, die sich zu einem einzigen globalen Netzwerk verbinden. Diese Hierarchie der Zonen, die von extrem großen zu extrem kleinen reichen, setzt er dann in Gedanken bis in die feinsten kristallinen Strukturen fort. Sein ganzes Gitternetzsystem ähnelt so einem Muster von Gittern in Gittern, alle von anderer Größenordnung, um ein grundlegendes Gittersystem des gesamten Universums zu bilden. Nachdem Kabatschenko herausgefunden hatte, dass sich Wolken entlang der Kanten des Gitters bilden, und als er diese Vorstellung auf Festkörper erweiterte, schreibt Neiman, dass er die Dynamik bestimmter irdischer Elemente geradezu zu "fühlen" lernte. Mit seinen anscheinend übersinnlichen Kräften hat er auch Anomalien in den Bildern von Strukturen auf Mond und Mars aufgespürt. Aufgrund seiner Untersuchungen meint er, dass in einer Zone, wo zwei ungleiche "Hälften" zusammentreffen, eine "Verschmelzung der Materie stattfindet, die auf einer Spirale abläuft, welche sich um eine der Kanten des Gitters windet". "Wenn ich mit Kabatschenkos Augen sehe", schreibt Neimann, "beginne ich, dasselbe zu sehen. Ich glaube, dass auch der Leser es bemerken kann. Wenn man diese Sichtweise annimmt, gelangt man unweigerlich zu dem Schluss, dass entgegengesetzte Teile – der ‚Anfang’ und das ‚Ende’ – aller geologischen Formationen ihrem Wesen nach ungleich und polar sein müssen. Man nehme beispielsweise den Ural (oder eine andere Fläche). Diese Bergkette beginnt im Zickzack in der Arktis. Weiter im Süden, auf der Breite von Swerdlowsk, wird sie plötzlich breiter. Was passiert an den östlichsten Ausläufern des Urals nördlich von Swerdlowsk?" Neiman bedauert, dass die Frage der Polarität kaum je erforscht wurde. Und er behauptet, dass im "Gitter des Weltalls", wie er und Kabatschenko es nennen, nicht nur die Planeten und Sterne lokalisiert sind, sondern auch die Galaxien und der intergalaktische Raum.

Schlussfolgerung

Indem er darauf hinweist, dass viele Wissenschaftler die Vorstellung eines primordialen Urchaos beschwören, um die Bildung des Kosmos zu erklären – Meteoriten treffen zufällig zusammen und bilden Planeten, Leben entsteht aus zufällig verschmolzenen organischen Molekülen –, lehnt Neiman selbst diese Idee ab. "Vielmehr", schreibt er, "könnte man behaupten, dass es in der Natur regulierende Pulsationen gibt, welche die Wirkkräfte ihrer Einzelteile in Beziehung setzen, indem sie einige Phänomene vergrößern und andere verkleinern. So hat beispielsweise ein Moskauer Ingenieur herausgefunden, dass die Temperatur auf der Erde dann, wenn Erde, Mars und Jupiter auf einer Linie stehen, deutlich ansteigt und gleichzeitig die Anzahl der Sonnenflecken zunimmt sowie so genannte Protonen-Eruptionen auftreten (wie sie V. Kozlow, Mitglied des Zweigs der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften auf der Halbinsel Kola untersucht hat). "Es ist das Gitter", schreibt Neiman, "das den Weg der Impulse im Raum bestimmt. Jede Gruppe von Signalen verläuft entlang der Gitterkanten." Dass die mit polarisiertem Licht aufgenommenen Fotos das Gitter viel deutlicher zeigen, sei kein Zufall. "Das Gitter erklärt auch die Entstehung und Stabilität solch zweidimensionaler Formationen wie der Ringe des Saturn und der regelmäßigen Spaltsysteme auf der Erde, welche die Geologen Verwerfungen nennen und die mit starken elektrostatischen Feldern einhergehen. An den Knoten des Gitters, wo drei Signalgruppen zusammentreffen oder ‚fokussiert’ sind, liegen die Orte, an denen höchstwahrscheinlich Materie erschaffen wird. Je nach Größenordnung des Gitters bilden sich dort solche ‚punktähnlichen Formationen wie Planeten, Sterne und Galaxien." Neiman betont, dass "die Möglichkeit einer ‚Schöpfung aus dem Nichts (genau genommen auf Kosten des energetischen Zustands der Materie) schon theoretisch vorhergesagt wurde. Wenn das so ist, dann läuft zweifellos auch ein umgekehrter Prozess ab, bei dem Materie in ‚Schwarzen Löchern verschwindet." Die Idee der Verschmelzung von Materie, die spiralförmig abläuft, erinnert an eine Reihe von Theorien, von denen diejenige von Wilhelm Reich nicht die geringste ist; er behauptete, dass der Äther oder die Lebenskraft, die er Orgon nannte, in Spiralwellen verläuft, deren Überlagerung zur Erschaffung von Materie führt. Es wäre sehr interessant zu wissen, ob Leser der Zeitschrift The New Age Journal neue Hinweise geben können, die die Hypothesen bestätigen, die von den Russen, mit denen der Verfasser dieses Artikels in Verbindung steht, aufgestellt wurden.