Was sind Schwarze Ströme

Historisches, erfahrbares oder messbares Phänomen?

von André Pasteur , Howard Choy erschienen in Hagia Chora 9/2001

Die Diskussion um die Schwarzen Ströme bewegt sich gegenwärtig auf zwei zentrale Fragen zu: Wie steht es mit den historischen Quellen? Und: Welche Gase, die aus der Erde austreten, lassen sich mit wissenschaftlichen Methoden messen, und unter welchen geologischen Bedingungen können sie überhaupt vorkommen? Scheinbar unverbunden mit diesen Fragen stehen nach wie vor die Aussagen vieler Praktiker, die Schwarze Ströme als Realität erfahren und auch deren geistige Komponente erleben.

Alte Quellen?
Von Howard Choy


Eigentlich möchte ich das Thema der Schwarzen Ströme nicht wirklich diskutieren, denn hier habe ich meine eigenen Ansichten. Ich beobachte lieber meine eigenen Handlungen, als andere zu kommentieren. Allerdings wird behauptet, dass es klassische chinesische Quellen gebe, die von "Schwarzen Wolken" reden. Ich frage mich dann, wie aus schwarzen Wolken auf einmal "Schwarze Ströme" entstehen? Wolken sind am Himmel, Ströme aber auf der Erde. Woher kommt diese Analogie? Die entsprechenden Textpassagen, die angeblich Schwarze Ströme als Teil der traditionellen chinesischen Kultur präsentieren, würden mich sehr interessieren, denn seit ich mich mit Feng Shui beschäftige, lege ich mein Hauptaugenmerk grundsätzlich auf das Quellenstudium. Es gibt sehr viele verschiedene Sichtweisen im Feng Shui und viele ergänzende Gedanken. Der Akademiker in mir möchte jedoch erst einmal nachschlagen, was in den Klassikern steht. Deshalb studiere ich auch bei Prof. Wang Jude, der Historiker ist und Kopf der historischen Abteilung der Universität von China. Er liest klassisches Chinesisch und studiert die historische Literatur. Ich möchte herausfinden, woher all die Konzepte des Feng Shui stammen, in welcher Zeit, in welcher politischen Situation, vor welchem philosophischen Hintergrund, aus welcher Art des Denkens sie entsprungen sind. Man muss immer berücksichtigen, aus welcher Epoche ein Text stammt, ob aus der Tang-, Sung- oder Qing-Dynastie oder einer noch früheren Zeit. Wurden die Ideen von anderen Kulturen beeinflusst, z.B. von den Mongolen? Nur wenn man eine Quellenangabe in die historische Perspektive setzt, kann man Schlussfolgerungen und Aussagen wagen. Nur dann ist es möglich, die Essenz und die Prinzipien, die hinter diesen Konzepten stehen, herauszufiltern. Erst dann kann man sagen: "Das ist der Kern. Was können wir jetzt, in unseren modernen Zeiten, damit anfangen?"

Diese Aussagen machte Howard Choy (siehe auch linke Seite) im persönlichen Gespräch.

Die Menschen wachrütteln
N.N.


Kaum ein Thema im Bereich Erdheilung löste soviele Kontroversen aus wie die "Schwarzen Ströme". Aus meiner Erfahrung kann ich bestätigen, dass es sie gibt. Für mich ist es eine konzentrierte, schwächende Energie, die alle Auswirkungen mit sich bringt, die mein Kollege, Herr Pantazoglou, (›fss‹ Nr. 8) aufgeführt hat. Ich habe die körperlichen Symptome selbst erfahren, da unser Privat- und Geschäftshaus mit aktiven Black Streams durchzogen war. Ich bin mir aber auch bewusst, dass die Schwarzen Ströme mich nur erreichen, wenn ich eine entsprechende Resonanz dazu biete – karmisch oder aktuell. Black Streams tauchen zunehmend auf, um Menschen wachzurütteln. Oft trifft es Menschen, die sich weit von ihrem Lebensziel entfernt haben – z.B. Unternehmer – und die so sehr in der Materie verhaftet sind, dass die Blackstreams ihnen durch plötzliche Umsatzeinbrüche und andere Konsequenzen helfen, einmal genau hinzuschauen – auf das eigene Leben. Oft muss der Mensch alles Materielle verlieren, um wach zu werden. Die aktuelle Umbruchsphase und deren Auswirkungen wurden sehr treffend von Frau Renetzeder (›fss‹ Nr. 8) beschrieben. Geht ein Mensch diesen Wandlungsprozess nicht mit, können Black Streams für ihn eine Hilfe sein, doch einen Einstieg zu finden. Gewiss ist auch Angst damit verbunden, wenn ohne erkennbaren äußeren Grund eine konzentrierte schwarze Energieform auftritt (Hellsichtige können sie sehen). Dann werden eben auch entsprechende Qualitäten angezogen. Wer sich mit Erdheilung befasst, hat automatisch auch mit Energien wie Flüchen, Versiegelungen etc. zu tun. Wir wissen jedoch, dass uns Flüche nur treffen können, wenn wir eine Resonanz dazu bieten, bedingt durch dieses oder ein früheres Leben. Bei Blackstreams ist es nicht anders. Ich würde gerne noch einen Aspekt mit Ihnen teilen, der bei den Berichten über aktive Plätze, Ritualplätze, Gräber und Schwarze Ströme noch nicht erwähnt wurde: das Thema der "erdgebundenen Seelen". Es geht nicht allein um die Energien, die sich nicht positiv auf die Bewohner von Häusern mit aktiven Plätzen auswirken, sondern auch darum, dass sich dort viele erdgebundene Seelen befinden, die teilweise schon sehr lange darauf warten, ins Licht zu gehen. Warum können diese Seelen nach ihrem physischen Tod nicht einfach diesen Ort verlassen und in den "Himmel" gelangen? 1

Dieser Beitrag stammt von einem Fax, dessen AbsenderIn nicht zu ermitteln war. Vielleicht meldet sich der/die AutorIn?

Mystifizierung vermeiden
Von André Pasteur


Meiner Ansicht nach handelt es sich bei Black Streams um Gase oder radioaktive Strahlung, die aus dem Erdreich austreten. Wir kennen ja das Phänomen von CO2, das manchmal in vulkanisch aktiven Gebieten in großen Mengen ausströmt. Dabei sterben immer wieder viele Menschen und Tiere. In einem See in Afrika bildet sich alle paar Jahre eine riesige Gasblase, die sich dann plötzlich entlädt und dabei CO2 verströmt. Ein anderes in großen Mengen giftiges Gas, das der Erde entströmt, ist Methan (CH4). Es entsteht durch Verrottungsprozesse im Erdreich. Eine Erklärung des berühmten Phänomens des Bermuda Dreiecks ist, dass sich unter dem Meer eine große Gasblase aus Methan bildet. Alle paar Jahre kommt sie explosionsartig an die Oberfläche. Dabei versinken Schiffe oder stürzen Flugzeuge innerhalb von Sekunden ab. Des weiteren wäre der Schwefelwasserstoff (H2S) zu nennen, der auch in vulkanischen Gebieten entweichen kann. Auch dieses Gas ist für den Menschen giftig. Radon entströmt ebenfalls als Gas dem Erdreich. Manche Häuser über Radon-Vorkommen, die vorbildlich wärmeisoliert sind, reichern das radioaktive und für den Menschen schädliche Gas an. Darüber hinaus gibt es allerhand giftige Dämpfe und Gase, die aus Abfall- und Schutthalden entweichen. An manchen Orten wurde über lange Zeit giftiger Müll in die Landschaft gekippt und wieder mit Erde überdeckt. Hier dünsten giftige Chemikalien unterschiedlicher Zusammensetzung aus. All diese Gase aus dem Erdreich kann man als Black Streams bezeichnen. Sie sind mit wissenschaftlichen Methoden messbar. Die meisten Baubiologen verfügen über Möglichkeiten, diese Stoffe in der Raumluft festzustellen. Die Problematik dabei sehe ich, wenn versucht wird, das Phänomen zu mystifizieren und mit irgendwelchen Ritualen "wegzuzaubern". Das kann nie funktionieren und ist selbstverständlich auch unglaubwürdig. Wir sollten versuchen, Feng Shui so weit wie möglich naturwissenschaftlich anzugehen. Was gemessen werden kann, sollte auch gemessen werden. Dieser Ansicht bin ich auch in Bezug auf Elektrosmog, der sich mit anerkannten Methoden messen lässt. Ich halte es für wesentlich, auch gegenüber Kunden jede Mystifizierung eines Problemkreises zu vermeiden. Auch die ja letztendlich nicht beweisbaren Grundlagen des Feng Shui, wie die Yin-Yang-Theorie, die fünf Elemente usw., basieren doch auf einem der Naturwissenschaft verwandten Denken. Man legt Grundbausteine einer Theorie, so genannte Axiome, und leitet logisch weitere Erkenntnisse ab. In diesem Sinne ist Feng Shui genauso eine Wissenschaft wie z.B. die Akupunktur oder die Kräuterheilkunde. Nicht magische Rituale bringen eine Akupunkturnadel zum Wirken, sondern die Ausschüttung körpereigener Botenstoffe, die in den Regelmechanismus des Körpers eingreifen. Auch wenn viele Erkenntnisse der chinesischen Wissenschaften rein empirisch gewonnen wurden, sind sie doch in sich logisch und systematisch aufgebaut.

Andé Pasteur leitet das Institut für integrales Feng Shui (INFIS) in Winterthur.