Die Ausdruckssprache des Lebendigen

Geomantische Aspekte in der Körperpsychotherapie

von Regula Rickert erschienen in Hagia Chora 9/2001

Die Körperpsychotherapie nach Reich und ihre Weiterentwicklungen haben unser Verständnis von bioenergetischen Prozessen im Körper geprägt. Regula Rickert betont, dass in diese Prozesse die Qualität eines Ortes einfließt.

Mein Leben und meine psychotherapeutische und Seminar-Arbeit sind von zwei großen, noch heute umstrittenen Wissenschaftlern des vergangenen Jahrhunderts geprägt worden: Dr. Rudolf Steiner und Dr. Wilhelm Reich. Wilhelm Reich starb bekanntlich 1957 in einem Gefängnis der USA, weil er gegen den Willen der Gesundheitsbehörden weiterhin seine Orgonakkumulatoren (Orgon = Lebensenergie) gebaut und vertrieben hatte. Aus dem Gefängnis schrieb er: "Ich habe falsch gehandelt , indem ich der Menschheit die kosmische, ursprüngliche, massefreie Energie enthüllt habe, die das Universum ausfüllt. Diese Energie beherrscht alle Lebensprozesse und das gesetzmäßige Verhalten der Gestirnsfunktionen. Sie bestimmt unsere Emotionen, unseren Hauptsinn für Orientierung, unsere Urteilskraft und unser Gleichgewicht. Ich habe falsch gehandelt , indem ich die Grundkraft der Natur, die seit Jahrtausenden in vielen Sprachen Gott genannt wurde, entdeckt und erreichbar gemacht habe. Die Reichweite der Entdeckung dieser primären kosmischen Energie ist natürlich nicht mein Fehler. Ich wurde ins Gefängnis geworfen, weil mein Werk auf meine Gegner den Eindruck machte, dass ich entweder ein gefährlicher Wahnsinniger oder ein krimineller Schwindler sei; für meine Freunde bin ich ein Genie und jemand, der neue Hoffnung in die Welt gebracht hat. Ich bin weder wahnsinnig noch ein Schwindler. Meine Entdeckung entspricht einfachen Naturgesetzen."

Ideen zur Lebensenergie

Rudolf Steiner und Wilhelm Reich waren Zeitgenossen. Beide forschten aus völlig unterschiedlichen Perspektiven an lebensenergetischen Prozessen, wussten aber meiner Kenntnis nach nicht voneinander. Rudolf Steiner kam als Geisteswissenschaftler und Esoteriker der theosophischen Schule zur Erforschung der Lebensenergie. Er bezeichnete diese Äther- oder Lebenskräfteenergie als die erste geistige und alles verbindende Ebene, von der aus Heilung im weitesten Sinne körperlich, seelisch und geistig ermöglicht wird. Ebenso wie der Wissenschaftler und Psychiater Wilhelm Reich beschreibt Steiner - vermutlich aus hellsichtiger Wahrnehmung heraus - zwei Formen der Lebenskräfte: die an den Leib gebundene Lebensenergie, den Äther- oder Lebenskräfteleib, der weitgehend der Form des physischen Leibes entspricht und diesen durchdringt, sowie die Lebensenergie der kosmischen Ätherkräfte, denen er gemäß der überlieferten Tradition Engelwesen als kosmische Entitäten zuordnet. Beide, Steiner und Reich, waren auf unterschiedliche Weise davon überzeugt, dass es für die Entwicklung der Erde und der Menschheit unerlässlich sei, ein Bewusstsein für die Ebene der Lebenskräfte zu entwickeln. Sie waren davon überzeugt, dass aus diesem Bewusstsein neue, bahnbrechende Heilungsmethoden für die Erde und den Menschen gefunden werden könnten. Steiner entwickelte vor diesem Hintergrund seine Anthroposophie, die Waldorfpädagogik, die biodynamische Landwirtschaft und eine erweiterte Heilpädagogik und Medizin, aus der Firmen wie Weleda und Wala sowie entscheidende Impulse für die Krebsheilkunde hervorgegangen sind. Wilhelm Reichs Weg war ein ganz anderer. Er hatte als junger Arzt bei Sigmund Freud die Psychoanalyse erlernt und war von einer eher materialistisch- nihilistischen Lebensauffassung geprägt. Er setzte sich politisch für den Kommunismus und eine fortschrittliche Sozialpolitik ein, für eine kostenfreie medizinische Versorgung der Arbeiter, für Empfängnisverhütung, sanfte Geburt und die Rechte der Frauen. Ausgehend von seinen psychoanalytischen Beobachtungen der Charakterstrukturen seiner Patienten, untersuchte Reich die sexuellen und sozialen Aspekte seelischer Störungen. Dabei erkannte er, dass die seelischen und biologischen Prozesse im Menschen funktionell identisch und durch eine primäre, nichtmaterielle, alles durchdringende Lebensenergie verbunden sind.

Entwicklung der Orgontherapie

Reich nannte diese Lebensenergie Orgon und entwickelte die Vegetotherapie, die Urform der Körperpsychotherapie, die er später Orgontherapie nannte. Er erfand den Orgonakkumulator, durch den die Lebensenergie aus der Atmosphäre konzentriert und in Resonanz mit der Körperenergie gebracht werden soll. Auf dieser Basis führte Reich Krebs-Behandlungen durch, die in den letzten zwanzig Jahren von Heiko Lassek und anderen in Berlin weiterbetrieben wurden. Durch die 68er-Bewegung in Deutschland erfuhr Reichs Arbeit eine Renaissance, ebenso in Amerika und England durch seine Schüler Fritz Perls (Gestalttherapie), Alexander Lowen (Bioenergetik), Arthur Janov (Primärtherapie) und Michael Barnett (Energiearbeit), die offen oder versteckt in wesentlichen Teilen auf den bioenergetischen Erkenntnissen Wilhelm Reichs fußen. Im Zuge des Growth-Movement und der New-Age-Bewegung habe ich selbst diese Therapieformen Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre kennen- und anwenden gelernt. Allerdings brauchte ich viele Jahre Zeit, um sie von ihrer Ideologisierung und esoterischen Mystifizierung zu befreien und sie wieder zu einem Gesamtkonzept der biopysikalischen Lebensfunktionen und der Ausdruckssprache des Lebendigen zusammenzufügen, welches Reich ursprünglich angelegt hatte. Zwei zentrale Fragen stellen sich aus der Praxis der reichianischen Körperpsychotherapie:
- Wie fließt Lebensenergie im menschlichen Organismus?
- Wie fließt sie in der Resonanz zwischen dem lebensenergetischen Kern des Individuums und seinem Umfeld, dem anderen Menschen und der Natur?
Reich entdeckte, dass der Mensch seine zurückgehaltenen unbewussten Gefühle in Form von Verspannungen im Muskel- und Bindegewebe chronisch panzert. Diese "Panzerungen" bilden sich überwiegend in der frühen Kindheit. Sie fordern vom Organismus dauerhaft zusätzliche körperlich-energetische und psychische Energie, können auf lange Sicht zu chronischer Müdigkeit, Schlaflosigkeit, seelischer und körperlicher Überlastung und später zu tiefgehenden seelischen und körperlichen Erkrankungen führen. Hierbei spielt das vegetative Nervensystem eine bedeutende Rolle, welches die Muskelbewegungen der inneren Organe steuert und willkürlich kaum beeinflusst werden kann.

Der Ausdruck des Körpers

Nach Wilhelm Reich stehen spezifische seelische Symptome und Krankheiten mit chronisch verkrampften Muskelverbänden in Zusammenhang. Diese am aufgerichteten Körper horizontal und ringförmig angeordneten Muskelverbände nannte er "Segmente". Im Verlauf der reichianischen Arbeit an der Entpanzerung der sieben Körpersegmente vom Kopf zum Becken stellt sich eine charakteristische pulsatorische und mit der Atmung einhergehende Gesamtbewegung des Organismus ein: Die vom Kopf zum Becken fließenden natürlichen Körperenergien beleben und reenergetisieren den gesamten Körper. Wilhelm Reich nannte die sich dabei freisetzende, wellenförmige Bewegung des Körpers Orgasmusreflex, weil sie den Körperbewegungen beim Sex sehr nahe kommen. Die Körperpsychotherapeuten Petra Mathes und Loil Neidhöfer erweiterten das reichianische Konzept der an der Vorderseite des menschlichen Leibes abwärts fließenden Energieverlaufsbahn um eine im Rücken entlang der Wirbelsäule vom Steiß zum Kopf aufwärts verlaufende Energiebahn, die auch in den Lehren des Yoga und Tantra als Kraft der Kundalini bekannt ist. In der chinesischen Medizin und in der modernen Kinesiologie ist letztere als Gouverneursgefäß (Lenkermeridian), die an der Körpervorderseite verlaufende, absteigende Energieverlaufsbahn als Zentralgefäß (Dienermeridian) bekannt. Beide bezeichnen die entscheidenden Energieverlaufsbahnen für das Qi.
Ein Bewusstsein für die aus dem Becken aufsteigenden, immensen Kräfte im körpertherapeutischen Prozess finden wir auch schon in der Bioenergetik Alexander Lowens, die mit so genannten Stresspositionen arbeitet. (Meiner Ansicht nach wird hierbei jedoch die im Becken abgepanzerte Energie zu früh forciert, was die Kontraktion in den oberen Segmenten verstärken kann.) Tatsächlich kann man in der körperpsychotherapeutischen Sitzung beobachten, wie sich bei weitgehend entpanzerten Klienten die verschiedenen Körperbereiche und Segmente nacheinander beleben, wie von einem zum anderen Körpersegment die Aufmerksamkeit angezogen wird und sich mit dem Bewegungsausdruck auch das Empfinden für einen zirkulierenden Energiefluss einstellt.

Die Beziehung von Leib und Seele

Wilhelm Reich beobachtete zunächst die Plasmaströmungen von Einzellern anhand von Amöben und ihrer Pulsation zwischen Ausdehnung beim Fressen und Fortbewegen und Kontraktion bei der Reizung durch Licht oder Elektrizität. Im Ruhezustand wechselten sich Expansion und Kontraktion im pulsatorischen Rhythmus ab. Daraus entstand das Konzept einer plasmatischen Pulsation aller lebender Organismen, der außer der Atmung, dem Herzschlag, der Darmtätigkeit und dem langsamen Puls des Liquor (Gehirnwassers) eine Vielzahl von rhythmischen Funktionen unterliegt, die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden. Die Aufladung des menschlichen Organismus geschieht einerseits durch Atmung, andererseits durch die Aufnahme von Nahrung und Sonnenlicht. In der körperpsychotherapeutischen Sitzung kommt dem Atmen eine besondere Bedeutung beim Aufbau von energetischer und emotionaler Ladung zu. Ohne solche Ladung kann die Verkrampfung in der Muskulatur nicht ausreichend stark wahrgenommen und nicht tief genug an der Freisetzung der blockierten Empfindungen gearbeitet werden. Die Entladungsprozesse des menschlichen Organismus erfolgen durch Bewegung und Gefühlsausdruck, in der Sexualität, durch Stoffwechselprozesse und Immunabwehr. Vollständiger Entladung von körperlicher oder seelischer Spannung folgen tiefe regenerative Entspannungszustände. Durch den aktiven Wechsel von Ladung und Entladung, z.B. tieferes, rhythmisches Atmen, und emotionalem bzw. künstlerischem Eindruck und Ausdruck, stärken wir die grundlegende organismische Pulsation des Körpers. Die chronische Kontraktion der Muskulatur steht diesen natürlichen Pulsationen entgegen und schränkt die zugehörigen Wahrnehmungs- und Empfindungsmöglichkeiten ein. Deshalb können sich Menschen mit chronischen Verspannungen kaum dauerhaft durch äußere Entspannungstechniken wie Massage oder Krankengymnastik regenerieren, wenn sie nicht an die meist mit Ängsten besetzten seelischen Inhalte der Muskelpanzerung herangeführt werden. In Bezug auf die in den Segmenten und ihren Muskelgruppen festgehaltenen Emotionen kann man ohne weiteres von einem vegetativen Gedächtnis sprechen. Der Internist Friedrich Kraus hatte schon 1926 auf einen biologischen, relaisartigen Schaltmechanismus von elektrischer Ladung (Speicherung von Energie) und Entladung (Arbeitsleistung) in lebendigen Organismen hingewiesen. Auf dieser Grundlage untersuchte Wilhelm Reich 1934 in Oslo die elektrische Aktivität der Haut, insbesondere der erogenen Zonen im Zustand von Angst und Lust. Seine Messungen des Hautpotenzials (nicht des Hautwiderstandes, der bei den Messungen des Biometers von Bovis eine Rolle spielt und nur über die grundsätzliche Ladung des Organismus Auskunft gibt) bestätigten seine Hypothese, dass sich mit der Empfindung von Lust die elektrische Ladung an der Körperoberfläche erhöht, mit der Empfindung von Angst, Abwehr oder Widerstand die Ladung an der Peripherie zurückging und sich in das Körperinnere zurückzog. Subjektive Gefühlswahrnehmungen, elektrische Ladung, psychische und körperliche Prozesse scheinen demnach funktionell identisch zu sein.

Die bioenergetische Resonanz

Das Bewusstmachen unbewusster Seelenanteile setzt oft noch keinen Heilungsprozess in Gang. Die in der körperpsychotherapeutischen Sitzung auftretenden Erlebnisse müssen darüber hinaus in die therapeutische Beziehung eingebracht und mit der TherapeutIn als einem lebendigen Gegenüber verarbeitet werden. Denn gerade dieses lebendig-gegenwärtige Gegenüber hat in der Zeit der Entstehung der Störung gefehlt. Gelingt die Beziehung, kann das Erlebnis dieser tiefen Resonanz mit einem anderen Menschen in vielen Fällen den eigentlichen Heilungsprozess ausmachen. An dieser Stelle können bildnerische und schauspielerische Ausdrucksmittel von entscheidender Bedeutung sein, weil sie die Möglichkeit zur einer selbständigen Verarbeitung der Erlebnisse bieten. Die eigene Lebensenergie in Resonanz mit anderen lebensenergetischen Strukturen zu bringen, ist ein wichtiger Teil eines gelungenen therapeutischen Prozesses. Vor allem die Gruppenpsychotherapie verfügt über Möglichkeiten, sich die Ausdehnung seiner eigenen energetischen Präsenz im Raum erlebbar zu machen. Dies geht mit einer starken Aufladung der Körperzellen und intensiven, teils ekstatischen seelischen Erlebnissen einher. Diese Aufladung ist nur in der Resonanz zu anderen energetischen Feldern, wie Menschen, Tieren, Pflanzen oder Landschaften, Erd- und Himmelsenergien, möglich. Die Arbeit mit der Radiation, der beständigen pulsatorischen Expansion der Energie vom Körperzentrum zur Außenwelt hin, wird meines Erachtens ergänzt durch eine von außen auf den menschlichen Leib einströmende Energie, deren Aufnahme bei den Sufis als Latihan bewusst geübt wurde. Ich selbst habe den Bodyflow 1980 von Michael Barnett erlernt und als eine wichtige Ergänzung in die Arbeit mit der Radiation integriert, bei der es, wie bei jeder Resonanz, zu einer Überlagerung von ein- und ausströmenden Lebenskräften, sowie anderen energetischen "Feldern" zu gehen scheint. Aus dem Blickwinkel der Geomantie wird ähnlich wie im Orgonakkumulator oder beim Bodyflow die energetische Befindlichkeit des Menschen durch die einstrahlende Energie eines Ortes beeinflusst. Indem sie in Resonanz zum jeweiligen Ort schwingt, baut sie entsprechend der Ladung des Ortes Energie auf oder verliert Ladung. Eine solche rhythmische, geomantisch geschaffene Auf- und Entladung finden wir auf vielen Pilgerwegen und in Kirchen, z.B. auf dem Labyrinth von Chartres. Jeder Ort auf dieser Erde scheint ebenso wie der menschliche Leib eine spezifische energetische Ladung zu besitzen. Jeder Ort hat meiner Meinung nach auch ein spezifisches vegetatives Gedächtnis über die vergangenen Geschehnisse, die durch energetische Aufladung des Leibes mit Hilfe der Atmung und der Radiation bewusst "gelesen" werden können. Ob wir die entsprechenden Energiefelder personifiziert (z.B. als Devas) oder als Qualitäten wahrnehmen, ist meiner Meinung nach zweitrangig, solange von einer lebendigen Qualität der Energiephänomene ausgegangen wird, welche uns die Erde als ein lebendiges Wesen mit eigener Geschichte erlebbar werden lässt.

Der energetische Raum

Ein temporäres räumliches Energiefeld wird bei der Familientherapie nach Bert Hellinger aufgebaut. Es ermöglicht den KlientInnen, Probleme, die sie in der Vergangenheit hatten (in der Zeit), im Raum in Form einer "Skulptur" sichtbar zu machen. Dazu wählt die KlientIn Stellvertreter für die beteiligten Familienmitglieder oder die Aspekte, die zu dem Problem gehören, und stellt sie nach ihrem Gefühl im Raum auf. Oft beobachtet und verwunderlich ist, dass die Stellvertreter an eben diesem Platz, der ihnen zugewiesen wurde, die besonderen Befindlichkeiten der Personen, für die sie stehen, fühlen können. Bert Hellinger geht davon aus, dass Kinder vielfach ungelöste Probleme und Befindlichkeiten ihrer Vorfahren übernehmen, selbst wenn sie nichts von ihnen wussten. Anscheinend gibt es ein Systemgedächtnis, vergleichbar der überlieferten Idee der Akasha-Chronik, das im Körperenergiesystem resonant werden kann. Bei den Nachfahren von SS-Angehörigen des Dritten Reiches zeigt sich beispielsweise fast immer ein schweres Schicksal, das sie erst lösen können, wenn sie die übernommene Schuld in der Aufstellung denen zurückgeben, denen sie gehört. Mir scheint es auch hier einen Lebenskräftestrom zu geben, der mit der Weitergabe des Lebens von den Ahnen zu den Nachkommen durch die Generationen fließt, an den wir uns durch ein nährendes Verhältnis zu unseren Eltern anschließen können. Dass auch der vorübergehende Aufbau eines Energiefeldes innerhalb eines Seminars durch das vegetative Gedächtnis eines Ortes beeinflussbar ist, konnte ich 1999 anlässlich eines Seminares mit Bert Hellinger in Hamburg feststellen. Die dort öffentlich durchgeführten Familienaufstellungen schienen alle thematisch mit dem Thema der Judenverfolgung verbunden zu sein, obwohl dies in keiner Weise geplant war. Nach einigen Tagen stellten wir fest, dass unser Seminarort auf dem Gelände des ehemaligen Judenviertels stand. Ohne es zu wissen, hatten wir so auch zur Heilung eines Ortes beigetragen.

Verfeinerte Wahrnehmung

Kürzlich konnte ich am eigenen Leib erfahren, wie jahrelange Arbeit mit Körperenergien die Fähigkeit zur exakten Wahrnehmung erweitert. Bei meinen Erfahrungen mit geomantischen Punkten in den 70er-Jahren an Kultstätten in England und Schottland konnte ich mir noch wenig Spezifisches von der jeweiligen Energieform bewusst werden lassen. Ganz anders war mein letztes Erlebnis in der Krypta des Baseler Münsters. Zu meiner Überraschung fand ich zwei exakt begrenzte Plätze. Der erste war von einer von allen Seiten auf mich einströmenden Kraft erfüllt, die meine Rückenbeschwerden neutralisierte und mich noch Stunden später eine innere Aufrichtung erleben ließ. Der zweite Punkt ließ mich nach Westen ausgerichtet schauen, wie ein Sternenstrahl mit meinem Bewusstsein durch die Mauer zu einem unsichtbaren Punkt gelangen, von dem aus Energie zurückzufließen schien. Dasselbe wiederholte sich nach einer Drehung in Richtung Südwesten und dann in alle Himmelsrichtungen wie ein langsamer, achtgliedriger Tanz. Abschließend hatte ich ein starkes Gefühl des Eingemessenseins in den Raum, das den ganzen Tag anhielt.