Selbstheilung und Vertrauen

von Ingeborg M. Lüdeling erschienen in Hagia Chora 9/2001

Ein Blick auf den weiten Bereich "Heilung", die verschiedenen Heiler und die vielfältigen Methoden lässt diesen Komplex viel zu groß und umfassend erscheinen, um abschließend etwas Objektives über ihn aussagen zu können. Blättern wir in einer Zeitschrift, die sich mit alternativer Medizin, Esoterik oder Wellness beschäftigt, werden wir geradezu erschlagen von dem übergroßen Angebot in diesen Bereichen. Wenn aber so viele Menschen Heilungswege anbieten, ist überhaupt noch jemand da, der geheilt werden kann? Und wenn alle Heilweisen so von Erfolg gekrönt sind, warum gibt es noch so viele Kranke? Viele fühlen sich überfordert, das für sie passende Heilungskonzept zu finden. Auch die Diskussion zwischen den Verfechtern der konventionellen Medizin und den Befürwortern und Anbietern der alternativen Behandlungsweise sorgt für weitere Verwirrung. Der rege Zulauf zu Heilpraktikern zeigt aber deutlich das wachsende Unbehagen gegenüber konventionellen Behandlungen.

Der einzige Weg?

Nun stellt aber jeder Heiler seinen Zugang zur Heilungsenergie als den allerbesten und wirkungsvollsten dar. Neben dem Handauflegen wurden und werden im alternativen Bereich verschiedenste Methoden und Systeme ausgearbeitet. Die konventionelle Medizin bringt ständig neue Apparate und Maschinen auf den Markt. Beim Handauflegen wird nur der Mensch aktiv, aber bei anderen alternativen Methoden kommen auch vielfach Apparate zum Einsatz. Worin liegt hier der Unterschied zur konventionellen Medizin? Ist es der, dass die alternative Medizin im feinstofflichen Schwingungsbereich und die konventionelle Medizin im grobstofflichen, körperlichen Bereich arbeitet? Die Praxiserfahrung, die ich zusammen mit meinem Partner Hartmut Lüdeling gesammelt habe, lässt uns beiden Bereichen ihre Berechtigung zusprechen, wobei wir meinen, dass die Zusammenarbeit von alternativer und konventioneller Medizin am sinnvollsten für den Patienten ist, wenn letztlich dessen Selbstheilungskräfte aktiviert werden sollen. Aber wie? Wir glauben, dass Heilungsenergie, Genesung und Wohlgefühl sehr viel mit der Person des Arztes/Heilers/Behandlers zu tun haben. Ob Heilung stattfindet oder nicht, hängt davon ab, wovon der Heiler selbst tief innerlich überzeugt ist. Um zu dieser Überzeugung zu gelangen, wurden schon viele Methoden und Systeme entwickelt. Einige Heiler setzen Symbole, Strichcodes oder andere Zeichen ein, andere arbeiten in der einen oder anderen Form mit Engeln, Aura, Chakren, Wunderwasser, Gebeten usw. All dies ist stark von der Persönlichkeit und dem Glauben des Heilers abhängig. Es kommt darauf an, wo der Behandelnde "Anker geworfen" hat. Es kommt auf die Persönlichkeit des Heilers an, auf seine Weltanschauung, seine Moral, Ethik und die eigene Arbeit an seiner Vervollkommnung. Wir selbst arbeiten radiästethisch nach der Grifflängenmethode und haben uns in diesem System verankert. Gleichwohl ist uns bewusst, dass auch diese Technik ein "Krückstock" ist und letztendlich ein Heilungserfolg immer über die "Sympathieschiene" läuft. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass eine Hausuntersuchung zwar "technisch" perfekt durchgeführt worden sein kann, aber trotzdem keine wesentliche Veränderung beim Hilfesuchenden eintreten muss. Das kann durchaus mehrere Ursachen haben, aber soviel ist gewiss: ohne eine Sympathiebrücke ist eine Beratung wirkungslos, denn dann werden die erarbeiteten Sanierungsvorschläge nicht konsequent umgesetzt. Hat ein Patient Sympathie und dadurch Vertrauen zu seinem Heiler, egal, ob er konventionell oder alternativ praktiziert, wird das seine Selbstheilungskräfte anregen. Die Überzeugung und Sicherheit, die der Heiler ausstrahlt, wird sich auf ihn übertragen. Der Patient wird an sein Gesundwerden glauben können - "dein Glaube hat dir geholfen." Bei chronischen, nicht lebensbedrohlichen Krankheiten oder diffusem Unwohlsein braucht es meist "nur" diesen Glauben. In der Notfallmedizin und bei akuten Krankheiten wird ein Arzt mit konventionellen Methoden Hilfe leisten. Auch hier gilt, je mehr Vertrauen aufgebaut wird, desto schneller geschieht die Heilung.

Den heilenden Ort finden

Auch ein Ort in der Natur kann in der Lage sein, die Selbstheilungskräfte eines Menschen anzuregen, z.B. ein Ort, dessen Schwingungsenergie mit dem Patienten in Einklang ist und wo er sich höchst wohl fühlt. Manche Orte sind offenbar auch imstande, die krankmachende Schwingung des Menschen umzupolen - betrachten wir nur die Beispiele von wundertätigen Heilungen an Wallfahrtsorten. Viele Heilungen spielen sich auch unspektakulär im Verborgenen ab, ganz sanft, manchmal spontan, einige erst über längere Zeitabläufe. Da gibt es kein Schema und keine Gebrauchsanweisung! Wir selbst haben gelernt, dass die Natur eine sehr gute Heilerin ist, wenn der Patient bereit ist, mit ihr in Resonanz zu gehen. Naturkräfte sind subtil oder direkt, sie sind einfach und doch so wirkungsvoll. Einfachheit und Komplexität müssen keine Gegensätze sein. So wie jeder hilfesuchende Mensch seinen passenden Arzt oder Heiler finden muss, so wichtig ist es auch für ihn, einen Platz zu finden, an dem er sich beschützt, geborgen, angenommen, geheilt und wohl fühlt. Dies kann ein Ort in der Natur sein, ein ausgleichendes Zuhause, eine Praxis oder Klinik mit einem Arzt des Vertrauens oder ein alternativ arbeitender Heiler. Wir persönlich glauben, dass die ganz einfachen und vor allen die preiswerten Hilfestellungen wie Handauflegen, Fernheilungen, Blütentherapien usw., wenn sie ohne aufgeplustertes Ego des Heilers gegeben werden, wirksamer sind als die komplizierten, technischen Methoden der alternativen Medizin. Letztere befindet sich viel zu oft im Konkurrenzkampf mit der konventionellen Medizin und bleibt in Erklärungsversuchen verhaftet. Man sucht Fakten und Beweise, um anerkannt zu werden. Warum? Warum richtet man nicht die Aufmerksamkeit auf die einfachen Behandlungsmethoden?

Die Kraft des Vertrauens

Wenn Heiler und Patient in Sympathie gleichschwingen, kann der Heiler die Krankheitsinformation ("Krankheit in Form gebracht") löschen und eine Heilungsinformation ("Heilung in Form gebracht") verankern. Wir selbst haben etwas Erfahrung mit der Behandlung ("mit den Händen handeln"). Schon im Kindesalter habe ich von meiner Mutter gelernt, wie sich durch Handauflegen Schmerzen auflösen lassen. Dieses Wissen und Tun hat sich durch die eigene Entwicklung immer mehr verfestigt. Durch die radiästhetischen Hausuntersuchungen und durch Behandlungen haben wir zunehmend Vertrauen geschöpft. Hat der Heiler Vertrauen zu Gott (zur Lichtenergie, zur universellen Liebe oder wie auch immer die höhere Schwingung genannt wird), kann er die reine Heilungskraft transportieren und manifestieren. Genausogut kann sich der Patient mit diesem Vertrauen aus sich selbst heraus heilen. Es gibt durchaus Krankheiten, die ein Patient allein heilen soll/kann/muss/darf, und Krankheiten, die Aufgaben oder Entwicklungsschritte sind, aber das ist ein anderes Kapitel. Der spezielle Aufbau von Systemen, sei es Radionik, Reiki, Tachyonen, Grifflängen usw., dient, wie gesagt, in erster Linie der Sicherheit, aber auch der Reproduzierbarkeit der Anwendung - und im schlechtesten Fall nur Geldbörse des Anbieters. Die wirkliche Trägerenergie der Heilungsinformation ist nach unserer Beobachtung die uneigennützige Liebe Gottes (oder wie man es nennen will) zum Heiler und zum Patienten. Hier ist eine ganz andere Erlebniswelt, ein anderes Schwingungsverhalten, eine andere Qualität am Werk, die wir mit unserem irdischen Verstand fast nicht erfassen können.