Orte, die das Herz öffnen

Die sieben Planetenhügel von Rittershain

von Nanda Thekla Kolbeck erschienen in Hagia Chora 9/2001

Archetypische Qualitäten nimmt Nanda Thekla Kolbeck auf den sieben Planetenhügeln von Rittershain wahr. Deren transformierende Kraft teilt sich auch BesucherInnen mit, die sich ohne Vorwissen einfach auf die heilsamen Orte einlassen.

In vielen Windungen schlängelt sich die schmale Straße durch das Bachtal und schließlich den kleinen Hügel hinauf. Selten durchbricht ein Auto die Stille. Weit schweifen die Augen über sanft gerundete Hügel, und jede Wegbiegung gibt neue Blicke frei. Gerade im Mai lassen unzählige Grüntöne mit gelben Rapsklecksen dazwischen, blühende Wiesen und Hecken, betörende Düfte und Vogelgezwitscher die Sinne schwelgen. Das ist Rittershain im nordhessischen Bergland. Was diesen Platz so einzigartig macht, sind seine sieben Planetenhügel. Marko Pogaÿcnik hat sie vor einigen Jahren entdeckt.

Die Planetenhügel

In der zweiten Generation betreibt hier Stefan Schmidt mit dem Verein zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Pflanzenzucht e.V. das spannende Projekt einer Baumschule, in der die Auswirkung der planetarischen Bildekräfte auf Bäume erforscht werden. Was Astrologen uns mit dem Geburtshoroskop zu erklären versuchen, wird hier augenscheinlich: Eine Eiche, ausgesät exakt zum Zeitpunkt der Saturn-Mond-Opposition, wächst kompakt mit dichten Astabständen, die Blätter klein und tief gezähnt wie ein Löwenzahnblatt im Gebirge. Venus dagegen lässt die Eiche in anmutiger Schönheit wie aus dem Bilderbuch wachsen. Jupiter entfaltet die Bäume und seine Blätter in auffallender Größe. Seit zwanzig Jahren hatte ich mich immer wieder mit Astrologie beschäftigt, doch war mir trotz ernsthaftem Interesse das angeeignete Wissen jedesmal wieder entglitten. In Rittershain brauchte ich mich hingegen nur auf die Planetenhügel zu stellen und erlebte die Planetenkräfte mit allen Sinnen. Astrologie ist offensichtlich nicht bloß ein Gedankengebäude - Bäume denken schließlich nicht in menschlichen Glaubenssystemen. Dieser Erfahrung führte mich gemeinsam mit der Astrologin Ullasa Nelles zu dem Seminarprojekt "Geomantie und Astrologie", das bereits mehrmals stattgefunden hat. Ich habe Rittershain allein und mit Gruppen zu allen Jahreszeiten besucht, und jedesmal wächst die Faszination daüber, welch großes Geschenk uns die Erde dort für unser persönliches Wachstum und Heilwerden anbietet.

Sehnsucht nach Rückbindung

Es ist wohl charakteristisch für unsere heutige Zeit, dass so viele Menschen die Verbindung zur Erde und zu ihrem Körper verloren haben und heimatlos, bindungslos sind - so, als wollten sie sich nicht schmutzig machen. So suchen sie Halt und Orientierung in der großen Fülle der Konsumwelt und der virtuellen Welt. Ich habe viele Jahre im Naturschutz gearbeitet und lange nicht begriffen, wieso die Menschen nicht spüren, wie sie die Erde verletzen. Die Erkenntnis hat mir damals den Boden unter den Füßen weggezogen: sie spüren tatsächlich nichts, haben keine emotionale Beziehung zur Erde. Für mich bedeutete dies das Ende dieser Arbeit - und der Anfang eines neuen Weges. Von Kind auf habe ich Geborgenheit, Trost und liebevolle Ermutigung in der Natur erfahren. Diesen Weg auch anderen Menschen zu öffnen, ist mein Beruf geworden. Menschen, die zu meinen Seminaren kommen, verspüren zumindest eine undefinierbare Sehnsucht nach etwas Tieferem, das mit dem Planeten Erde zu tun hat. Geschieht diese Wieder-Anbindung - ich behaupte, jede Seele hat sich bewusst und in Freude für dieses Erdenleben entschieden -, werden die tiefsten Sehnsüchte in uns berührt, wir kommen nach Hause.

Die eigene Mitte finden

Der erste Schritt, einen Ort wahrzunehmen, ist die Zentrierung in unserer eigenen Mitte. Meditationen und Körperübungen helfen, unsere Präsenz zu stärken, die Sinne zu verfeinern und alle Empfindungen und Wahrnehmungen bewusst zu registrieren. Auch das Gehen in Stille schärft die Zentrierung und Wahrnehmung. Nur wenn wir tief verankert und verwurzelt sind, können wir uns weit öffnen für die Wahrnehmungen unserer feinstofflichen Körper, für unsere Intuition und Inspiration. In diesem Offensein ohne Erwartungen gehen die Schwingungen des Ortes in Resonanz mit all dem, was innerlich bereit ist, ins Bewusstsein zu treten. Die Landschaft ist Spiegel und Verstärker. Sowohl die Kräfte des Ortes als auch geistige Wesenheiten helfen, dass Annahme und Transformation geschehen kann. Diese Erfahrungen werden in jeder Zelle gespeichert. Da ich mit fast allen Teilnehmern auch nach den Seminaren, oft über Jahre, in Kontakt bleibe, weiß ich, wie nachhaltig und tief das Erleben an diesen Orten wirkt.

Geschenke von Erde und Himmel

Jeder Ort ist ein Spiegel unseres Selbst. Besonders in Großstädten - ich denke gerade an Frankfurt - werden wir mit eigenen Schatten, Verletzungen und Blockaden konfrontiert. Heilende Orte dagegen machen es leicht, das Herz zu öffnen und sich einzulassen auf etwas ganz Neues und Unbekanntes. Schwingungen von Geborgenheit und Vertrauen nehmen uns auf wie offene Arme. Wie oft fügen wir im Alltag uns und anderen Schmerz zu durch Bewertung und Verurteilung? Wie oft nehmen wir unsere besonderen Fähigkeiten und Potenziale gar nicht wahr? Das wertfreie Erkennen und in Liebe Annehmen ist der wichtigste Schritt zur Heilung.
Heilende Orte liegen verstreut wie Perlen in der Landschaft. In Rittershain sind es die Kräfte der sieben "alten" Planeten, im Taunus der Altkönig, Berg der Einweihung und der Hain der weisen und alles verstehenden Erdmutter, fokussiert in "Großmutter Birke". Im Bayerischen Wald mit seinem Urwald, zerklüfteten Felsgipfeln, Hochmooren, Bergseen und wilden Bächen, geschieht vor allem die Wiederverbindung mit dem Seelenpotenzial. Auf dem Hohen Meißner, dem sagenumwobenen Berg der Frau Holle, sind es die heiligen Orte der dreigestaltigen Göttin, die Männer wie Frauen mit den Tiefen ihrer weiblichen Seite in Berührung bringen. Es gibt so viele wundervolle Orte, die mit ihren individuellen Schwingungen uns genau das schenken, was wir auf unserem Weg brauchen. Und - wie liebende Mütter so sind - die Erde freut sich, wenn wir ihre Liebe annehmen. In dieser Verbundenheit hört Trennung auf, die Orte werden ein Stück von uns und wir von ihnen.

Einladung zur Wanderung

Jetzt möchte ich Sie, liebe LeserInnen einladen, bei einer Wanderung über die sieben Planetenhügel als stiller Gast dabei zu sein. Ich beschreibe einige Eindrücke des letzten Seminars und möchte dabei die unmittelbare Erfahrbarkeit der Planetenkräfte nachvollziehbar machen. Nichts schränkt die Wahrnehmung mehr ein als Erwartung und Bewertung. Deshalb wissen die Teilnehmer auch nicht, auf welchem Hügel sie sind und bekommen auch im Voraus keine Informationen zu den Wesenskräften der jeweiligen Planeten. Selbstverständlich sind die Wahrnehmungen "gefärbt" von den persönlichen Planetenstellung im Geburtshoroskop und der augenblicklichen Lebenssituation.
- Venus
Durch einen lichten Wald führt der grasbewachsene Weg auf eine Lichtung. Vielen Birken und ein vielfältiger Unterwuchs mit Erdbeeren, Himbeeren, Fingerhut und Immergrün prägen den Charakter dieses Hügels. Während der einführenden Meditation spüre ich die Präsenz von Nada, der Göttin der Venus, deren Name fließende Liebe bedeutet, und von Michael. So erfahre ich das zentrale Thema dieser Gruppe: Selbstliebe und Klarheit, Erkennen, ohne zu bewerten. Jede Gruppe hat ihr zentrales Thema, und so sind die Geschehnisse an den gleichen Orten nie dieselben. Manche Teilnehmer haben bereits vor einem Jahr das Seminar besucht und beschreiben die spürbaren Veränderungen. "Das ist meine Energie, hier bin ich zuhause. Alles fühlen, Kind sein, leicht sein, im Körper zuhause, mit den Füßen und Händen das Gras fühlen. Im Gegensatz zum letzten Jahr habe ich jetzt keine Angst mehr davor. Sinnlichkeit hat viele Ausdrucksmöglichkeiten! Ich will sie leben, nicht nur mit einem Mann, mir selbst zärtliche Berührungen schenken. Singen macht mich glücklich, ich muss es wirklich leben, es ist Zeit!"
Dies sagt eine Frau mit Venus am Stier-Aszendenten und drei weiteren Planeten im Stier; seit Jahren weiß sie um die Herausforderung, sich mit ihrem rebellierenden Körper zu versöhnen. Venus weckt die Körperlichkeit und Sinnlichkeit, ebenso lässt sie den Schmerz um die unterdrückten Bedürfnisse bewusst werden. Eine weitere Erfahrung verdeutlicht dies: "Ich kann diese Intensität nicht aushalten, möchte am liebsten weglaufen. Hier bei den Birken könnte ich ein Zelt aufstellen und bleiben. Als an meinem Wohnsitz die Birken im Hof gefällt worden sind, war ich sehr traurig, doch niemand hatte dafür Verständnis. Bisher habe ich nirgends meinen Platz gefunden. Ich habe nur für meine Kinder gelebt, jetzt hassen sie mich dafür. Auch Erotik existiert für mich schon lange nicht mehr."
- Mars
Wenn die Schwingung der Venus uns gezeigt hat, die eigenen Bedürfnisse wichtig zu nehmen, wird Mars verdeutlichen, wie wir für uns selbst eintreten (könnten). Der Weg zum Marshügel gibt wundervolle Blicke in die Landschaft frei. Je näher wir dem Hügel kommen, umso quirliger und lebendiger wird die Gruppe. Schlehen und Wildrosen säumen den Weg. "Ich werde zornig über das, was ich mir in meinem Leben antue, meine Agression richtet sich nach innen und auf meinen Körper."
Dem kraftvollen Ausdruck der Wut (der Marshügel liegt weitab der "Zivilisation", es darf auch laut werden) folgt Akzeptanz und schließlich eine powervolle, lustvolle Freude, die im Tanz der wilden Frau Ausdruck findet. Eine andere Teilnehmerin versucht erst, ihre Marskraft zu kontrollieren und zu unterdrücken. Mit Unterstützung entfaltet sie die Energie in ihrem Wurzelchakra. "Ich sehe rote Energie aus dem Boden aufsteigen, eine enorme Kraft, die in mich eindringt wie ein Riesenpenis. Ich kenne diese Kraft sehr wohl. Aus Angst vor sexuellen Fehltritten meiner Tochter, die ich immerzu davor bewahren möchte, schneide ich mich aber von ihr ab." Mars mit seiner vitalen Lebenskraft bringt die innere Kriegerin, den Krieger zum Vorschein. In Verbindung mit Venus wirkt diese Kraft jedoch nicht zerstörerisch, sondern lässt uns lustvoll und kraftvoll für uns selbst und die als wichtig erkannten Ziele eintreten. Mars hilft, sich seiner Opfer-Täter-Rollenmuster bewusst zu werden und in Eigen-Macht und Kraft hineinzuwachsen.
- Mond
Der Mondhügel wirkt von weitem unscheinbar. In seinem Bereich liegt die Baumschule von Rittershain - der "Baumkindergarten", wie eine Teilnehmerin treffend formuliert. Hier kommen die "inneren Kinder" zum Vorschein. Die weitere Umgebung interessiert nicht mehr, ein kleiner kuscheliger Platz reicht aus. Manche werden schläfrig-träumerisch. "Hier ist Strukturlosigkeit!", bemerkt eine Ingenieurin. Auch uns Leiterinnen verlangt es Disziplin ab, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Ich werde passiv, empfänglich, es ist "gleich-gültig", was geschieht. Nicht denken, schon gar nicht strukturieren. "Tritt mir nicht auf meine Vergissmeinnicht! Diese himmelblauen Blumen habe ich als Kind meiner geliebten Mutter geschenkt und später auf ihr Grab gepflanzt. Heute kann ich lernen, selbst wie eine Mutter für mich zu sorgen." Es ist auffallend, dass gerade Frauen mit arg vernachlässigten inneren Kindern sich zu den Vergissmeinnicht hingezogen fühlen: Vergiss dein Kind nicht! Eine Teilnehmerin fühlt Geborgenheit, aber auch ihre Angst vor Liebe, die sie in nicht kontrollierbare Tiefen führt. Sie spürt ihre Sehnsucht nach Geborgenheit und Kuscheln, um schließlich festzustellen, dass sie sich in die Brennesseln gelegt hat: der einzige Fleck auf dem ganzen Platz (Mond-Mars-Aspekt im Horoskop -Tendenz, die Erfüllung von Geborgenheitsbedürfnissen zu verhindern).
Venus spiegelte dieser Frau ihre Freude an Sinnlichkeit, Mars zeigte, dass sie sich Sexualität verwehrt, Mond macht ihr die Angst vor Liebe und Sexualität bewusst. "Wofür stehen die Stacheln (Brennesseln) in dieser Geborgenheit? Angst vor Abhängigkeit. Geborgenheit und Freiheit sind für mich nicht vorstellbar. Was fehlt mir zur Freiheit? Vertrauen, aber wie kann ich Vertrauen finden, wo Struktur- und Formlosigkeit (der Mondenergie) mir Angst machen? Vertraut das innere Kind in mir? Nein, weil ich es oft vergesse und missachte. Ich bitte es um Verzeihung." Mond offenbart tiefe Gefühle, das bisher Unbewusste, zuweilen auch die Angst vor Kontrollverlust. Auch selbstzerstörerische Anteile, Schmerz und Trauer kommen an die Oberfläche. Eine Teilnehmerin mit einer Planetenhäufung im Widder erlebte ihre weibliche Seite bisher auf sehr schmerzliche Weise durch Missbrauch und viele Operationen an ihren weiblichen Organen. Die Bewusstwerdung dieser Wunden braucht viel Achtsamkeit, Geduld und Mitgefühl - die Mondin, Spiegel des göttlichen Kindes in uns, vollkommen offen, die geheimnisvolle Kraft des Empfangens, die machtvolle Kraft im Verborgenen.
- Saturn
Geradlinig führt der Weg durch den Wald auf den Saturnhügel. Eine Birke mit ihrer graziösen und verspielten Art markiert die letzte Schwelle, ehe man vollends in das Schwingungsfeld des Saturn hineintritt, der sich als Fokus eine majestätische Buche erwählt hat. Ein Gefühl von Zeitlosigkeit und Ewigkeit stellt sich ein, zugleich auch eine väterliche Geborgenheit. Saturn setzt Grenzen, damit ich mich nicht verliere und zu früh Schritte tue, für die ich noch nicht reif bin. Saturn ist der Hüter der Schwelle zu anderen Dimensionen. Es ist ein Ort der Einweihung. Es gibt kein Zurück. In langsamen, achtsamen Schritten gehen wir - ein Fuß ist immer in der Erde verwurzelt. Die Buche strahlt starke Vitalität aus, trotz ihrer Narben. "Du kannst nicht durchs Leben gehen ohne verletzt zu werden und ohne andere zu verletzen. Es gehört zum Leben. Es gibt keine Schuld." Menschen mit starker Saturn-/Steinbockbetonung sind aufgefordert, den Diamanten in sich zu finden und dabei auch das Allein-Sein zu erfahren. Das braucht den Mut, sich ein eigenes Weltbild zu erarbeiten und dafür gerade zu stehen. Saturn macht bewusst, ob wir im rechten Maß Verantwortung tragen. Viele Frauen erkennen, wie sie mit ihrer Überverantwortlichkeit die Familie erdrücken. Am Sonntag möchte eine Teilnehmerin nochmals zur Saturnbuche gehen, die ihr anfangs Angst eingeflößt hatte. "Die Buche wandelte sich zu einem gütigen, wohlwollenden, väterlichen Baum. Transformation des autoritären Vaters in den verzeihenden, liebevollen, wohlwollenden Vater (den ich vermisst habe), der mir den Weg zeigt und mich loslässt, ich darf Fehler machen und lernen ..."
- Sonne
Auf dem Sonnenhügel liegt das ehemalige Jagdschloss, unser Seminarhaus, und die mit herrlichen Bäumen umstandene Wiese. Leben und leben lassen, wohlige Wärme, die eigene Sonne strahlen lassen, das Da-Sein genießen. Noch vor einem Jahr hatte eine Teilnehmerin entdeckt, daß sie einen Stein im Bauch mit sich herum schleppt. "Wenn der Stein schmilzt, wird meine Sonne strahlen und mich durchströmen." Jetzt ist ihr Solarplexus offen und gibt ihr als Schutzschild Stabilität und Stärke. Darin kann sie offen, empfänglich - und glücklich sein.
Eine feurige Fischefrau fühlt hier nur Kälte. Es scheint so, dass ihre Sonne im Wasser "ertrunken" sei. Nach der Morgenmeditation am nächsten Tag sagt sie:
"Seit die Kinder geboren sind, habe ich meine Sexualität abgespalten, mich vor lauter Funktionieren und für die Familie Sorgen von mir selbst abgespalten und den Zugang zur Wärme der Sonne verloren. Wenn ich in mir kalt bin, wie soll die Familie dann Wärme spüren?"
- Merkur
Hecken mit Schlehen, Rosen und Weißdorn säumen den Hügel. Ein Kalkmagerrasen mit einer Artenvielfalt, die jedes Botanikerherz höher schlagen lässt. Ein Windhauch treibt den Thymianduft in die Nase. Der fantastische Panoramablick schweift über die vielen Hügel mit kleinteiligen Feldern, Wiesen, Hecken und Baumgruppen. Von hier aus können wir alles überblicken. Hier springen die Gedanken, Ideen sprudeln, quirlige Lebendigkeit, keine Spur von Besinnlichkeit, das Interesse geht ganz nach außen - mein Lied fliegt mit dem Wind über das Land.
Wer vorher noch müde war oder Gedanken nachhing, ist wieder hellwach, mit klarem Verstand - eine wohltuende Leichtigkeit und "Oberflächlichkeit" ergreift uns nach der Tiefe der anderen Planeten.
- Jupiter
War auf dem Merkurhügel noch der Rundumblick in die Landschaft wesentlich, so ist es hier der Blick in die endlose Weite. Die Augen wollen nichts mehr fixieren und erfassen, sondern eintauchen in grenzenlose Weite ohne Zeit. Die Begrenzungen des Körpers lösen sich auf. "Der Weg hierher ist wie ein Pilgerpfad, hoch zu einem Ziel. Unterwegs, bei der Meditation am Waldrand habe ich Gelassenheit und Vertrauen gefunden. Hier fühle ich mich frei, spüre meine Mitte und Ausgeglichenheit. Ich bin alles, in mir ist alles, wie innen so außen. Hier ist Gott nahe in mir, mit mir." Wie aus einem Munde kommt der Wunsch, hier gemeinsam OM zu singen. Unsere Töne tragen unser All-Eins-Sein in die unendliche Weite - bald werden wir wieder hier sein.