Evolution der Integralen Kultur

Die große Synthese beginnt

von Paul H. Ray erschienen in Hagia Chora 9/2001

Anlässlich der Gründung der gleichnamigen Mediengruppe (www.kulturkreativ.net) haben wir bereits die aufsehenerregende Studie von Paul H. Ray zur neuen Bevölkerungsgruppe der Kulturell Kreativen genannt (Hagia Chora Nr. 8). Sie zeigt, dass sich ein erstaunlich großer Teil der amerikanischen Gesellschaft mit ganzheitlichen und nachhaltigen Werten identifiziert. In Europa dürfte die Zahl der Kulturell Kreativen noch höher liegen. Rays Publikationen sind derzeit nur in Englisch verfügbar ? Grund für uns, seine Zusammenfassung zu übersetzen.

Es war die beste Zeit und zugleich die schlimmste." So beginnt Charles Dickens? "Geschichte aus zwei Städten", die das erste Aufwallen der modernen Politik im revolutionären Paris des Jahres 1789 beschreibt. Wir könnten dasselbe an den Anfang unserer Geschichte setzen, wenn wir bedenken, was da emporquillt, um die so genannte Moderne zu Beginn des neuen Jahrtausends zu ersetzen. Angesichts rückläufiger Einkommen der Nordamerikaner oder des beängstigenden Zustands der Umwelt auf dem ganzen Planeten ist das Gefühl vieler Zeitgenossen, von einer noch nie dagewesenen Gefahr bedroht zu sein, berechtigt. Es kann passieren, dass eine Kettenreaktion sich gegenseitig auslösender Katastrophen den Untergang unserer Zivilisation besiegelt. Und genau wie 1789 finden wir auch heute genügend Untergangspropheten unter den modernen Experten. Es stimmt schon: Wir starren noch immer in den Zerrspiegel, den uns unser eigenes Ancien Régime vorhält und der anachronistische Interessen widerspiegelt, die nicht unbedingt unsere eigenen sind. Betrachten wir die Sache doch einmal anders, denken wir doch einmal quer zu allem, was wir täglich in der Zeitung lesen: Die vor uns liegenden Chancen sind tatsächlich genauso real wie die vor uns liegenden Gefahren! Unsere Zukunft ist absolut keine unvermeidliche Rutschpartie in Armut und Verzweiflung hinein. Anders als es die Werbeagenturen posaunen, heißt das aber gerade nicht, wir könnten im Glauben an den unaufhaltsamen Fortschritt in eine goldene Zukunft ungezügelten Konsums hinein feiern. Das Leben ist härter ? und weitaus aufregender! An der Schwelle eines derart epochalen Wendepunktes dürfte die größte Schwierigkeit in dem Wissen liegen, dass wir die bestehende Welt und alles, was wir kennen und zu sein glauben, zugunsten des Unbekannten hinter uns lassen müssen. Zivilisationsbrüche dieses Ausmaßes geschehen nur äußerst selten: Die Erfindung der Landwirtschaft, Aufstieg und Fall der Eroberer- und Weltreiche, die Urbanisierung und Industrialisierung. Die Generationen vor uns durften mit vollem Recht jeden weiteren derart radikalen Umbruch ablehnen ? wir dürfen es nicht. In den nächsten beiden Jahrzenten wird sich unsere Welt unvermeidlich zum Besseren oder zum Schlechteren wandeln ? in beiden Fällen auf dramatische Weise! Das Einzige, was mit Sicherheit nicht eintreten wird, ist das Muster "weiter wie gehabt". Die meisten Entwicklungen der Vergangenheit waren schlicht nicht nachhaltig. Die Zeit des offensichtlichen Fortschritts ist um, und wir müssen entscheiden: Wählen wir den einen oder den anderen Weg? Unsere Zukunft ist nicht von der Vorsehung zementiert.
Die Zivilisation steht auf der Kippe. Wir müssen bereit sein, den guten Weg einzuschlagen. Die Qualität und Tragfähigkeit unserer Vision und die schöpferischen Handlungen, die daraus entspringen, bestimmen die Entwicklung unserer Zukunft im Lauf der nächsten ein oder zwei Generationen. Dabei steht fest, dass die Latte mittlerweile ziemlich hoch hängt.

Drei Weltanschauungen

Am Maßstab der Jahrhunderte lässt sich sowohl der Aufstieg moderner Kulturformen wie auch der Niedergang des modernistischen Paradigmas beobachten. Kernaussage meiner Forschungen ist, dass wir gegenwärtig das Erwachen einer neuen Kultur miterleben, der Integralen Kultur ? einer neuen, konstruktiven Synthese, die sowohl den Modernismus wie dessen Antithese, den Traditionalismus, umschließt, aber weit darüber hinaus geht. Die Integrale Kultur ist davon geprägt, dass sie mit der Synthese jener beiden (alten) Wertsysteme die Entwicklungsgeschichte der westlichen Welt in einer gemeinsamen Tiefe würdigt und zugleich auf eine transformative Zukunft zielt. Sie beendet und transzendiert die Dichotomie von Traditionalismus und Modernismus und entwickelt eine für sie typische Akzeptanz der Mehrdimensionalität ? jenseits einer Entweder-oder-Konfrontation. Im Vergleich zum Rest der Gesellschaft pflegen die VertreterInnen der Intregralen Kultur idealistische und spirituelle Werte deutlich ausgeprägter; sie achten mehr auf ihre Beziehungen und die Vervollkommnung ihrer Persönlichkeit, sie sind umweltbewusster und offener gegenüber allen Impulsen, die auf eine positive Zukunft zielen. Meinen Studien zufolge umfasst jene Gruppe rund 24 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner, das sind etwa 44 Millionen Menschen. Sollte dies tatsächlich die Morgenröte einer Integralen Kultur sein, dann erleben wir einen äußerst ungewöhnlichen historischen Vorgang ? kommt doch ein derartiger Wechsel der dominanten Kultur höchstens ein- oder zweimal in tausend Jahren vor. Heute existieren drei unterschiedliche Ausprägungen von kulturellem Selbstverständnis und Weltanschauung, die als traditionell, modern und transmodern bezeichnet werden können und die jeweils eigene Wertkodizes entwickelt haben. Ich nenne die Träger jener drei Subkulturen die Konservativen, die Modernisten und die Kulturell Kreativen. Ich konnte systematische Unterschiede in der Weltsicht der drei Subkulturen zeigen, die jeweils auf die Ära ihres Entstehens zurückzuführen sind. Querschnittsuntersuchungen ergeben typischerweise aus dem Zeitgeschehen isolierte Momentaufnahmen. Eine Studie über eine ganze Kultur folgt jedoch Spuren, die Jahrhunderte zurückreichen. Beispielsweise zeigen die Ergebnisse der "American-Lives"-Studie, dass "da draußen" inzwischen drei spezifische Weltanschauungen existieren, während die Soziologen der vorigen Generation nur zwei Strömungen finden konnten: nämlich die Traditionalisten und die Modernisten. Bis sich erstere Erkenntnis in der Gesellschaft durchsetzt, vergeht Zeit; so lange wird auch in der Öffentlichkeit noch von nur zwei Richtungen gesprochen werden. Die neue Perspektive gegenüber Weltanschauungen, Werten und Subkulturen ist nun alles andere als eine rein analytische Wertung: Wo unsere Kultur heute steht, resultiert aus früheren Orientierungen:
- So lassen sich die Wurzeln der heutigen Traditionalisten ins mittelalterliche Europa zurückverfolgen. Dort führt die Spur über die Aufklärung zu den traditionsverhafteten Katholiken und Protestanten, die sich gegenüber der säkularen Moderne abgrenzten, bis hin zu den zeitgenössischen antidemokratischen Rechten. Der amerikanische Traditionalismus findet seinen Ursprung auch in den rassistischen und fremdenfeindlichen Bewegungen auf dem Lande, aus denen der Fundamentalismus des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die nordamerikanische Form des Modernismus erwuchs. Die heutigen Konservativen träumen nostalgisch von einer Rückkehr zum kleinstädtischen und religiösen Amerika von 1890 bis 1930 ? ein Mythos, der lautstark proklamiert, was jene für den guten, alten, "traditionellen" amerikanischen Weg halten.
- Der Modernismus beginnt mit dem Ende der Renaissance in Europa vor etwa 500 Jahren und hat sich von Europa ausgehend in die Kolonien ausgebreitet. Während man den Modernismus zum Teil aus dem Drang, autoritäre politische und religiöse Machtverhältnisse zu überwinden, herleiten kann, gründet er vor allem im Stand der Kaufleute und anderer Wegbereiter der modernen Ökonomie, im Aufkommen der modernen Staatsformen und ihrer Armeen sowie in der zunehmenden Bedeutung von Wissenschaft und Technik. Der heutige nordamerikanische Modernismus ist, genau genommen, bereits ein Spät-Modernismus. Seine Ursprünge liegen im europäischen Intellektualismus sowie in der amerikanischen Urbanisierung und Industrialisierung des 19. Jahrhunderts. Konservativere Modernisten neigen dazu, die 20er- oder 50er-Jahre zu idealisieren, während gemäßigt Liberale an Vorstellungen der 50er und 60er festhalten, dabei aber grundsätzlich offener für neue Ideen sind.
- Die Wurzeln des heutigen Transmodernismus liegen zum einen in den esoterisch-spirituellen Strömungen, die sich in der Renaissance herausbildeten und bis heute in den "Neuen Religionen" fortbestehen. Zum anderen reichen sie in die transzendentale Bewegung des frühen bis mittleren 19. Jahrhunderts etwa eines Emerson hinein. Der Transzendentalismus findet sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem in Büchern ensprechender Autoren, später in der New-Age-Bewegung, in der humanistischen und der transpersonalen Psychologie, in der Ökologiebewegung und im Feminismus, die allesamt seit den 60er-Jahren existieren. Die AnhängerInnen dieser Trends finden große Bereiche der modernistischen Weltsicht unakzeptabel und tendieren dazu, ihr gänzlich das Vertrauen zu entziehen. Diese Weltanschauung ist Avantgarde und Gegenstand der Veränderung zugleich; sie trägt die persönliche Entwicklung in das Gemeinwesen hinein: Die Transmodernen haben sich selbst neu erfunden, warum also sollte das nicht auch der Gesellschaft als Ganzes gelingen? Meine Studie gibt Anlass zur Hoffnung, dass die "transmoderne" Weltanschauung die Nachfolge des Modernismus antritt und die Entfaltung der von mir beschworenen "Integralen Kultur" zustande bringt.

Was die Untersuchung zeigt

Zur Zeit machen die Konservativen als Vertreter des Traditionalismus etwa 29 Prozent der (US-amerikanischen) Bevölkerung aus. Das entspricht rund 56 Millionen Erwachsenen. Der Anteil der Modernisten beträgt 47 Prozent (88 Millonen Erwachsene), und die Kulturell Kreativen kommen auf stolze 24 Prozent (44 Millionen)! Die Kulturell Kreativen tragen diese Bezeichnung, weil sie die Kultur am stärksten mit neuen Gedanken bereichern und entscheidend an der kulturellen Veränderung mitwirken. In der Regel gehören sie zur Mittel- bis Oberschicht. An der Westküste der Staaten sind sie etwas stärker vertreten als in anderen Landesteilen, aber es gibt sie in jeder Region. Das Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt 60:40; es sind also 50 Prozent mehr Frauen als Männer in dieser Richtung engagiert. Die Subkultur der Kulturell Kreativen wird von zwei Flügeln getragen:
- Der eine ist die "Kerngruppe" (10,6 Prozent bzw. 20 Millionen Amerikaner). Deren Mitglieder besitzen sowohl persönlichkeitsorientierte als auch "grüne" Wertvorstellungen: Sie sind stark an Psychologie, einem spirituellen Leben, an Selbstverwirklichung und persönlichem Ausdruck interessiert, sind aufgeschlossen für Fremdes und Exotisches, verwirklichen gerne neue Ideen und engagieren sich für soziale Belange, sie streiten für die Rechte der Frauen und machen sich zum Anwalt für die Umwelt. Unter ihnen sind die meisten Vordenker und Ideengeber. In der Regel entstammen sie der oberen Mittelschicht, und es sind mit einer Quote von 67:33 doppelt soviele Frauen wie Männer.
- Die Interessen des anderen Flügels, der "ökologisch orientierten Kulturell Kreativen" (13 Prozent bzw. 24 Millionen Erwachsene) konzentrieren sich auf Umweltfragen und soziale Themen aus einer eher pragmatischen Perspektive heraus das Interesse an Spiritualität, Psychologie oder persönlichkeitsorientierten Werten steht weniger im Vordergrund. Offensichtlich orientiert sich dieser Flügel an den Ideen der Kerngruppe. Die Mitglieder stammen meist aus der Mittelklasse. Mit der Subkultur der Kulturell Kreativen treten neue Werte und Weltanschauungen auf die Bühne, die vor dem Zweiten Weltkrieg selten und auch noch vor einer Generation kaum bemerkt wurden. In ihr verbinden sich Menschen, die die Probleme des heutigen Systems klar erkennen, sei es auf regionaler, nationaler oder auf globaler Ebene. Dazu gehören auch Individuen, deren Anspruch an Spiritualität, persönliche Entwicklung, Authentizität, Qualität der Beziehungen und Toleranz höher liegt als bei den Traditionalisten und Modernisten. Als Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit den anderen beiden Weltsichten distanzieren sich die Kulturell Kreativen von vielen überkommenen Werten. Anders jedoch als die "entfremdeten" Modernen wählen die Kulturell Kreativen harrlich Wege der Erneuerung. Wir beobachten aber nicht nur die Ausprägung einer neuen gesellschaftlichen Schicht. Die neue Subkultur entwickelt engagiert ? zusätzlich zu ihrer Fähigkeit, alte, sich widersprechende Werte und Glaubenssätze zu transzendieren ? eine neue Art, auf die Welt zuzugehen. Neue Denkmodelle entstehen, um die Welt zu begreifen: eine ökologische und spirituelle Weltanschauung, eine völlig neue Sicht auf die zwischenmenschlichen Bereiche, ein umfassendes Problembewusstsein für den gesamten Planeten anstelle der isolierten Ziele, die der Modernismus sich zu lösen vorgenommen hatte, neue Methoden der psychischen Entwicklung, eine Rückbesinnung auf spirituelle Praktiken und zum Menschheitswissen aus Psychologie und Philosophie sowie eine Aufwertung des Weiblichen in der jüngeren Geschichte. Kurz ? ein guter Anfang für eine neue Epoche. Mit 44 Millionen Menschen sind die Kulturell Kreativen die größte Gruppe, die je den Beginn einer gesellschaftlichen Renaissance markiert hat. Auch wenn die empirischen Daten meiner "American-Lives"-Studie zeigen, dass die Kulturell Kreativen seit den 70er-Jahren mit dem Übergang in die Transmoderne eine neue und einzigartige soziale Kraft etablieren, ist der Aufstieg einer Integralen Kultur keineswegs von außen her vorbestimmt. Vielmehr ist eine neu erwachende Kultur immer eine Antwort auf die aktuellen Probleme ihrer Zeit, gleich, ob es sich um die Integrale Kultur handelt oder um eine andere größere soziale Kraft. Alle Kulturen existieren, um zu lösen, was die Menschen jeweils als Problem erkennen. Der Modernismus hat einige der Probleme gelöst, denen er sich gestellt hat; er hat jedoch keine angemessene Antworten auf die komplexen Aufgaben, der sich die Gesellschaft heute gegenübersieht. Ein guter Teil der alten Problematik besteht ungelöst weiter. Bei Licht betrachtet, haben sogar viele der modernistischen "Lösungen" erst zur Entstehung der aktuellen Lage beigetragen. Jetzt wird also etwas Neues gebraucht, etwas, das wir von der Integralen Kultur erwarten und erhoffen. Können wir es schaffen? Aus verschiedenen Gründen würde ich sagen: Ja. Zum Beispiel ist die notwendige Basis in der Bevölkerung durch die Kulturell Kreativen schon vorhanden, ebenso wie ein sich rasch entwickendes globales Transport- und Kommunikationssystem. Die "neuen Wissenschaften" wie Quantenphysik, ganzheitliche Biologie, Chaosforschung und Systemtheorie (mit ihren Entdeckungen der Nichtlokalität, der gegenseitigen Abhängigkeit der Ökosysteme oder der Selbstorganisation) sind bereits dabei, das alte modernistische Paradigma zu demontieren. Zusätzlich führte eine ganze Reihe von Entwicklungen in der humanistisch-transpersonalen Psychologie, den Öko-Wissenschaften, dem Feminismus sowie eine aufblühende psychospirituelle Bewusstseinsrevolution zur Entstehung breiter sozialer Bewegungen, die ihren Teil zu einer Integralen Kultur und einer neuen Gestalt der Welt beitragen. Die Transformation geschieht direkt vor unseren Augen, jetzt, um die Jahrtausendwende. Mit einem Wort: Alles, was man für eine wahrhaft integrale Kultur braucht, ist bereits vorhanden.

Das Erbe des Modernismus

Jetzt, wo die Integrale Kultur auf der Welt Fuß fasst, wird sie unbeirrt daran arbeiten, die Probleme unseres Planeten ganzheitlich zu lösen ? dieses Planeten, der eben erst begonnen hat, im Bewusstsein der Menschen "eine Welt" zu sein. Viele Aufgaben hat uns die Moderne vererbt, entweder als nach wie vor ungelöste Fragen oder als Probleme, die erst durch den Versuch einer Lösung entstanden sind. Die Moderne kann als eindrucksvolles Set kultureller Erfindungen betrachtet werden, welche die Nöte lindern sollten, die den Menschen während seiner langen Geschichte geplagt haben:
- Verminderung körperlicher Mühsal,
- Verteilung der Ressourcen,
- Kampf gegen Seuchen und Krankheiten,
- Behausung und Ernährung einer expandierenden Bevölkerung,
- Aufbau effektiver und produktiver Organisationen,
- Etablierung einer universellen Moral,
- Bewältigung eine zunehmenden sozialen Komplexität.
Dies waren die vorrangigen Aufgaben der alten und auch noch der frühmodernen Welt. Der Modernismus hat diese Probleme seinerzeit oft brillant gelöst. Die Vereinigten Staaten haben dabei immer wieder eine führende Rolle gespielt und sich auch häufig damit gebrüstet. Viele jener Erfolge gingen jedoch zu Lasten der traditionellen Lebensweise und der Menschen, denen diese immer noch etwas bedeutete. So hängt auch das Desaster der Dritten Welt nicht nur damit zusammen, dass die Menschen dort die genannten Probleme nicht gelöst haben, sondern vor allem auch damit, dass wir ihnen mit unseren Lösungen noch zusätzlich zu schaffen machen. Da die vom Modernismus angebotenen Lösungen auch für die westliche Welt immer gravierendere Probleme nach sich ziehen, muss diese Weltanschauung wohl oder übel abdanken. Bedenken wir:
- Mit der Begründung, Wohlstand zu schaffen und zu verteidigen, haben moderne Unternehmen, Regierungen und Militärs immer mächtigere Technologien entwickelt, um ihrem Streben nach Reichtum und Macht ? und was der unehrenhaften Ziele weitere sind ? zu mehr Erfolg zu verhelfen. Dies mag so lange ökologisch verträglich gewesen sein, wie die gierigen und machtbesessenen Organisationen nicht allzu effektiv waren. Doch jeder, der diese Zeilen liest, weiß, dass der Planet an hundert verschiedenen Fronten in großer Gefahr ist, die hier unmöglich alle abgehandelt werden können. Wichtig ist, dass viele Menschen inzwischen den Zusammenhang zwischen dem modernen Lebensstil und dieser Gefahr sehen.
- Um funktionsfähige Gemeinwesen zu schaffen sowie ethnische Konflikte und Religionskriege einzudämmen, wie sie das letzte Jahrtausend bis hin zu den jüngsten Krisen in Ruanda und Bosnien geprägt haben, hat der Modernismus die Erwartung geschürt, dass es einst mehrere gleichberechtigte Religionen und mehrere anerkannte Lebensstile und Weltanschauungen geben würde. Dies brandmarkt traditionelle Konzepte vielfach als ungerecht, bigott oder abergläubisch. Indem sie Grautöne in die ehemals strikt schwarz-weiße Wahrnehmung der Kulturen und Religionen einführte, hat die Moderne auch zu deren Beliebigkeit beigetragen: Keiner kann mehr für sich beanspruchen, den alleingültigen Weg zu kennen ? und das ist ein Schlüssel zum Verständnis des grassierenden Fundamentalismus und des kulturellen Konservativismus, die nichts anderes sind als die reaktionäre Ablehnung des modernen Relativismus sowie der modernen Komplexität.
- Die Diesseitsbezogenheit des Modernismus weist alle traditionellen Ansichten und Wahrheiten als falsch oder bestenfalls unbewiesen ab. Es gibt aber nicht nur auf dem Feld der Kosmologien und Weltanschauungen blutende Verlierer. Auch die eindrucksvollen Erfolge von Wissenschaft und Technik, die Welt zu erklären und zu gestalten, haben die Wahrheit zu etwas sich dauernd Wandelndem gemacht. Dazu zeigt sich eine Tendenz, die Dinge "auseinander zu denken", indem alle ganzheitlichen Ideen kaputtanalysiert und konkurrierende Weltmodelle demontiert werden. Doch an diesem Punkt wird die moderne Weltanschauung zusammenhangs- und orientierungslos, denn die meisten Menschen verlangt es nach einem Grundvorrat unverrückbarer Wahrheiten über die Menschheit, die Natur, über Gott und die Welt. In den Augen sowohl traditionalistisch wie auch transmodern ausgerichteter Menschen beweist die lärmende, zusammenhanglose Zersplitterung der Gegenwart das fundamentale Versagen des Modernismus.
- Die analytische Zersplitterung findet ihre Parallele im Zerbrechen der Marktwirtschaft, der Gemeinschaften, der Familien und der Zersplitterung in den Programmen der Massenmedien. Das Auseinanderbrechen ihrer vertrauten Welt bringt vielen Menschen Orientierungslosigkeit und Verzweiflung.
- Die Moderne hat eine Anzahl institutioneller und organisatorischer Formen hervorgebracht, die ohne jede wirksame Konkurrenz dastehen und die alte Formen wie kleine Landwirtschaften, Nachbarschaft, Gemeinschaft und Familie einfach überwuchern. Diese neuen Struktren umfassen Verwaltungen, den Nationalstaat, Unternehmen, Universitäten, Fabriken, Massenverkehrsmittel, wissenschaftlichen Einrichtungen, Massenmärkte, ausufernde urbane Siedlungsgebiete oder ständige technische Neuentwicklungen. Überall treibt die massive und vielseitige Anwendung "intelligenter" elektronischer Chips den Ausbau der Informationsgesellschaft voran, die in bislang ungekannter Weise so umfassend wie unpersönlich miteinander vernetzt ist. Zahlreiche Beobachter glauben, dass uns die Fortentwicklung der Menschheit aus vor-zivilisierten Zeiten mit ihren typischen Einheiten wie Hofstelle, Nachbarschaft und Familie in tiefe Schwierigkeiten gestürzt hat. Sie argumentieren, dass unsere inneren "Schaltungen" für eine andere Lebensweise "fest verdrahtet" seien.
- Der moralische Konsens der modernen Gesellschaft hat sich verflüchtigt. Für die meisten Nordamerikaner der Generation meiner Eltern existierte noch ein bürgerlicher Moralkonsens über das, was richtig und gut war, aber nach dem Zweiten Weltkrieg begann dieser zu bröckeln. Viele heutige Modernisten und Traditionalisten sind sich zwar grundsätzlich einig darüber, was falsch läuft, ja, viele teilen sogar eine gemeinsame Idee, wie ein Ausweg auszusehen hätte. Gleichwohl haben sie nicht die geringste Ahnung, wie dieser in die Realität umgesetzt werden könnte. Sowohl die schlimmen Konsequenzen der Moderne als auch ihr Unvermögen, die Herausforderungen der Zeit zu "sehen", zu "visualieren", beweisen die Erschöpfung der Moderne als kulturelles System.
- Der Modernismus bietet als einzigen Lebensweg ein Standardmodell an, welches stetiges Klettern auf der Karriereleiter vorsieht. Die individuell erreichte Stufe in dieser Hierarchie definiert Gewinner und Verlierer. Dies und die Zurschaustellung von käuflich erworbenen Statussymbolen führt zu einer starken Differenzierung der sozialen Klassen und des Lebensstils.
- Die Tatsache, dass sie erheblich zum nationalen Wohlstand Amerikas beitragen, machen viele Modernisten zur stillschweigenden Rechtfertigung ihrer Weltsicht. Dies zementiert eine Haltung, die nur darauf aus ist, "im Leben zu gewinnen" ? wie die amerikanischen Modernen der Mittel- bis Oberschicht beweisen.
- Zur gleichen Zeit verängstigen Massenentlassungen im Namen der "Gesundschrumpfung" und anderer Euphemismen die Arbeiterschaft. In der Hoffnung, sie könnten so wenigstens ihren eigenen Arbeitsplatz halten, lassen sie ihre Bemühungen um verbesserte Arbeitsbedingungen fallen. Lebenslange Beschäftigung in einer Firma und der damit verbundene soziale Aufstieg, so wie wir es bisher kannten, könnten bald der Vergangenheit angehören. Zukunftsforscher sagen voraus, dass die Macht der multinationalen Konzerne, überall auf der Welt einkaufen oder Arbeiter anheuern zu können, zu einem weltweiten, verelendenden Arbeiterproletariat führen könnte. Eine Reihe Modernisten sind inzwischen von der (Un-)Kultur des Gewinnens abgestoßen, da sie realisiert haben, dass sie immer nur zu den Verlierern dieses Spieles gehören werden. Viele sind gefangen zwischen der modernen und der traditionellen Welt. Das gilt für Arbeiter, die dem weltweiten Wettbewerb ausgesetzt sind, wie für Mittelklasse-Angestellte. Sie fühlen sich wohler in den gewohnten Bahnen, glauben aber nicht an die Traditionen. Andererseits sind sie noch nicht so weit, dass sie die Werte der Kulturell Kreativen erfassen können. Noch finden sie kein anderes Zuhause und lehnen deshalb gleich alle positiven Werte ab. Wie überreife Früchte wären sie für jeden Demagogen bequem zu pflücken. Angst und Zynismus durchziehen die Medien; dem nachzugeben und die pessimistische Grundschwingung unserer Zeit ernst zu nehmen könnte sich als schwerer Fehler erweisen. Denn dann würden wir früher oder später etwas wirklich Katastrophales glauben: "Die Dinge stehen schlecht, und es wird immer schlimmer, aber man kann nichts dagegen tun". Man kann die Dinge auch anders sehen. Denn wie Fred Polak in seiner Studie über 1500 Jahre europäischer Geschichte ("The image of the Future") zeigte, wird ein düsteres Zukunftsbild, das eine ganze Kultur vertritt, zwangsläufig zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Untergangsszenarien müssen nicht unbedingt eintreffen, jedoch könnte eine krankhaft pessimistische Verhaltensweise in der Tat ausreichen, den Untergang herbeizuführen. Was für den kranken Glauben gilt, gilt aber auch für das Gegenteil: Hat eine Kultur ein positives Zukunftsbild, so muss sie nicht notwendigerweise Recht behalten. Die Investition in neue Möglichkeiten jedoch und die Bereitschaft zu einer guten Gemeinschaft können genügen, ein anständiges Leben hinzubekommen, wenn schon nicht die beste aller Welten zu erschaffen.

Der Übergang in die Transmoderne

Der Modernismus hat versagt, und einige kluge Köpfe haben es schon seit einiger Zeit kommen sehen ? darunter Sozialgeschichtler wie Pitirim Sorokin in "The Crisis of our Age", Fred Polak in "The Image of our Future", Harrison Brown in "The Challenge of Man?s Future" und später Lester Brown in den jährlichen Reportagen des Worldwatch Institutes. Einige Theoretiker wie Willis Harman wagten eine etwas positivere Annäherung an das Thema; in "Global Mind Change" deutete er unsere Glaubenskrise als Anzeichen für den Übergang von einer Weltanschauung zu einer anderen. Als Folge der wachsenden gemeinsamen Anstrengung generieren die Vordenker des Westens eine breite Palette potenzieller Nachfolgeideen, Vorstellungen und Begründungen, um den Modernismus der letzten Jahrhunderte zu ersetzen. Der Beginn der Transmoderne ist eine Zeit verworrener, widersprüchlicher und desorientierter Gedanken und Vorstellungen. Anstatt diese Unordnung zu beklagen, sollten wir jedoch besser anerkennen, daß sie ein positives Kennzeichen von etwas wirklich Neuem ist. Das Chaos bringt vieles zur Entfaltung, was unter "normalen" Umständen keine Chance hätte.
Interessanterweise gibt es die Vision einer Integralen Kultur als positiven Weg der Transzendierung der Moderne bereits seit über 50 Jahren, erstmals zu Wort gekommen bei dem großen russisch-amerikanischen Soziologen Pitirim Sorokin in "The Crisis of Our Age". Ich sage absichtlich "Transzendierung", um auszudrücken, dass es darum geht, die gewesene Geschichte zusammen mit ihrer Antithese zu integrieren und zu einer neue, reicheren Synthese zu führen. Drei große Denker haben sich, offenbar unabhängig voneinander, in den 30er- und 40er-Jahren dem gleichen weitreichenden Konzept mit ähnlichen spirituellen Ideen genähert: Sri Aurobindo in "A Practical Guide to Integral Yoga" und "The Life Divine", Sorokin, der über die Idealistische (später Integrale) Kultur in seinem Buch "Social and Cultural Dynamics" schrieb, und Jean Gebser, der in "The Ever-Present Origin" ein Modell integraler Bewusstseinsstrukturen entwickelte. Zumindest Sorokin wurde später auf Aurobindos Werk aufmerksam und bewunderte es sehr. Auch zahlreiche zeitgenössische Autoren kehren zu diesen fundamentalen Themen zurück, ohne sich notwendigerweise ihrer Vorgänger bewusst zu sein. Dies ist nicht nur als unabhängige Wiederentdeckung zu deuten, sondern eher als Beispiel für die permanente Einwirkung dessen, was Gebser "den stets präsenten Ursprung" nannte. Denn es ist gerade die ?Spiritualisierung" der Moderne, welche die postmoderne Synthese lebendig und fruchtbar macht und verhindert, das sie in die Sterilität abgleitet. Tatsächlich schöpfen viele jener Autoren aus derselben Inspirationsquelle, wenn sie den "Fall der Moderne" und den Aufstieg einer neuen Kultur voraussagen.

Die Wiederbelebung der Kultur

Der Übergang in die Integrale Kultur wird jedoch (wenn er tatsächlich stattfinden sollte) keinen vollständigen oder radikalen Bruch mit früheren gesellschaftlichen Übereinkünften bedeuten. Die Kulturen großer Zivilisationen verschwinden nicht einfach vollständig, sie schaffen sich neue Formen. Es ist klar, dass sich die Institutionen der Moderne ? gegenwärtig verkörpert in unserem westlichen Knotenwerk aus Städten, Jobs, Arbeitsstätten, Märkten, Unternehmen, Universitäten und Regierungen ? nicht in einem massiven "Systemabsturz" über Nacht in Luft auflösen können. Viel eher werden sie in einer transmodernen Welt Formen annehmen, die unsere Eltern nicht wiedererkennen würden. Wir mögen über den Verlust des Altbekannten trauern ? das Neue sollte uns viel mehr locken: die Aussicht auf eine Integrale Kultur.
"Transmodern" zu sein, bedeutet im Kern, für etwas zu sein. Die Chance für eine neue Kultur liegt in der Wiedergewinnung und Reintegration dessen, was von der Moderne zerstört wurde: Authenzität und Selbstbesinnung, die Hinwendung zur Gemeinschaft und Verbindung mit Anderen ? nicht nur zu Hause, sondern rund um den Globus ?, die Verbindung mit der Natur und ein Handeln im Einklang mit Ökologie und Ökonomie sowie die Synthese unterschiedlicher Sichtweisen und Traditionen, inklusive der Philosophien des Ostens wie des Westens. Integrale Kultur eben. Die Ergebnisse der Untersuchung über die Kulturell Kreativen sollten eigentlich Mut machen! Obwohl es die Wenigsten von uns ahnen, bewegen wir uns doch inmitten einer enormen Gruppe von Verbündeten: Keine der vergangenen Erneuerungsepochen hat je eine derart große Zahl von kreativen Menschen gesehen, die als Träger von positiven Ideen, Werten und Strömungen fungieren. Wahrscheinlich können sie alle mobilisiert werden, im Interesse der Zukunft uneigennützig zu handeln. Signifikant ist hierbei auch der Jahrtausendwechsel. Während die bloße Änderung des Datums an sich selbstverständlich keine Veränderung bewirkt, hat der Glaube daran sehr wohl Konsequenzen. Eine der wichtigsten könnte ein Befreiungsimpuls sein, auf gesellschaftlicher Ebene etwas Neues auszuprobieren. Indem man die Idee der Transformation an den Wechsel ins dritte Jahrtausend bindet, könnte ein kraftvolles Symbol geschaffen werden, das buchstäblich nichts anderes wäre als magisches Denken. Aber Symbolismus wirkt: Er gibt den Menschen einen neuen Blickwinkel, und die Vision, die daraus hervorgeht, bringt sie dazu, auf neue Art zu handeln. Bewegungen der kulturellen Wiederbelebung (wie der Anthropologe Anthony F.C. Wallace sie nannte) können einen Schub nach vorn ins Neue auslösen. Genau das macht eine ganze Kultur, wenn sie bereit ist, der Tatsache ins Gesicht zu blicken, dass der alte Weg nicht mehr funktioniert, und sich dann fragt: "Was nun?" Der Passionist Thomas Berry sagt: "Es ist alles eine Frage des Drehbuchs. Wir stecken gerade in Schwierigkeiten, weil wir kein gutes Drehbuch haben. Wir stecken zwischen zwei Geschichten. Die alte Story von der Erschaffung der Welt und wie wir in sie hineinpassen funktioniert nicht mehr. Und die neue Geschichte kennen wir noch nicht." Man sagt, Not mache erfinderisch ? wir werden jedenfalls eine Tugend aus unseren Lösungen machen, die wir uns zur Beseitung des Notstands einfallen lassen müssen. Ja wirklich, etwas ganz Anderes wird kommen, und wir können etwas dazu beitragen! Der Beitrag der kulturellen Wiederbelebung besteht in einem neuen Weg, uns selbst zu sehen und die alten Ideen und Techniken auf neue Weise zu verwenden. Es ist eine hoffnungsvolle und schöpferische Phase im Lebensbogen einer Kultur, die gewöhnlich auf eine Phase des Niedergangs und der Verzweiflung folgt ? beides nicht Folgen von Unglück, sondern exakt das Resultat alter Geschichten, die nicht mehr funktionieren. Nehmen wir die Untersuchungsergebnisse ernst, haben die 44 Millionen Kulturell Kreative die Chance, sich zu einer kulturellen Wiederbelebungsbewegung zusammenzuschließen, deren Ziel die Manifestierung der Integralen Kultur ist. Wie gesagt, betonen solche Bewegungen oft, dass "die alte Geschichte nicht mehr funktioniert", und sie wollten nun eine neue Geschichte erfinden. Sie erschaffen neue Bilder von dem, "was wir sind", spielen mit neuen Symbolen und archetypischen Vorstellungen, ersetzen alte, nicht mehr gültige Lebensweisen durch neue, und blicken voller Hoffnung in die Zukunft. Ganz konkrete Weise werden sie genau damit ihren Beitrag zur Gestaltung genau dieser Zukunft leisten.
Meine zentrale These ist, dass das Neue die Transmoderne sein wird ? oder das, was jenseits der Moderne liegt. Das hat weder mit Untergang noch mit Utopie zu tun, aber es deutet auf wichtige Entwicklungen hin, die hier und heute stattfinden. Eine positive Entwicklung der westlichen Welt liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Meine Untersuchung zeigt, dass es 44 Millionen amerikanische Bürger gibt, die an die Werte einer Integralen Kultur glauben. Das ist kein Randgruppenphänomen, sondern Teil des amerikanischen Mainstreams. Es ist das Erwachen der Kulturell Kreativen, jener Leute, die sich gut im neuen Informationszeitalter zurechtfinden und welche die meisten Ideen dazu haben, was dem Leben in Amerika gut tun würde.

Übersetzung aus dem Englischen von Human Touch GmbH

Originaltitel: The rise of integral Culture, erschienen im Noetic Sciences Review, Vol. 37, Frühling 1996, S. 4-15, www.noetic.org. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Literatur:
Fred Polak, The Image of The Future (Oceana Publications, 1961); Pitirim Sorokin, The Crisis of Our Age (E. P. Dutton, 1941); Harrison Brown, The Challenge of Man s Future (MacMillan, 1954); Willis Harman, Global Mind Change (Warner Books, 1988); Sri Aurobindo, A Practical Guide to Integral Yoga (Sri Aurobindo Ashram, 1955); The Life Divine (Sri Aurobindo Ashram, 1970); P. Sorokin, Social and Cultural Dynamics (Bedminster Press, 1937-41); Jean Gebser, The Ever-Present Origin (Ohio University Press, 1993); Anthony F. C. Wallace, "Cultural Revitalization Movements", in American Anthropologist (1961); Thomas Berry, Dream of the Earth (HarperCollins, 1993)