Die Macht der Gedanken

Das Gehirn verbindet uns mit allem, was schwingt

von Günter Haffelder erschienen in Hagia Chora 6/2000

Heilige Orte versetzen uns in einen Zustand gesteigerter Aufmerksamkeit und öffnen Türen zu Dimensionen, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Der Gehirnforscher Günter Haffelder untersucht mit ausgeklügelten Messungen, was dabei in unserem Denkorgan vor sich geht. Seine Schlussfolgerungen klingen für Geomanten vertraut - die Erfahrung lehrt, dass menschliche Gedanken und Energiefelder eines Ortes miteinander in Wechselbeziehung stehen. Wie außerordentlich tief diese Interaktion greift und wie höchst sensibel unsere Gehirne aufeinander reagieren, ist jedoch kaum in aller Tragweite bekannt. Vor allem der letzte Satz des Artikels sollte jede seriöse geomantische Arbeit begleiten.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit im Institut für Kommunikation und Gehirnforschung liegt auf der Beschäftigung mit Cerebralgeschädigten und Kindern mit Lernstörungen, um Ursachen ihrer Probleme messtechnisch zu erfassen und ihnen über neuroaktive Musik gezielt Hilfe zur Überwindung ihrer Schwierigkeiten an die Hand zu geben. Die Erforschung der physikalischen Wirksamkeit von Orten der Kraft auf unser Bewusstsein gehört zu den Randgebieten unserer Forschung, die wir aus persönlichem Interesse betreiben. Damit diese Arbeit besser nachvollziehbar wird, gebe ich zunächst eine kurze Einführung in das wunderbare Organ, unser Gehirn, sowie in unsere Messmethoden. Als Möglichkeit, die Schwingungen des Gehirns grafisch darzustellen, dürfte die EEG-Ableitung (Elektro-Enzephalogramm) allgemein bekannt sein. In der Medizin kommt diese Technik heute immer weniger zum Einsatz, man arbeitet statt dessen mit dem PET (Positronen-Emissions-Tomograph) oder der Röntgendiagnostik etc. Wir haben jedoch mit dem EEG eine besondere Messmethode entwickelt bzw. bestehende Techniken so zusammengetragen, dass sich äußerst differenzierte Bilder ergeben. Im medizinischen Bereich, in dem das EEG zur Feststellung von lokalen Schädigungen des Gehirns verwendet wurde, hat man diese Technik nie richtig verstanden. Die gemessenen Schwingungen waren in Wirklichkeit Summenbildungen enorm vieler Frequenzen. So ergab sich z.B. ein Alphazustand aus der Überlagerung einer Theta- und Deltafrequenz. Bereits 1900 wurde in Frankreich ein mathematisches Modell - die so genannte Fourier-Transformation entwickelt, mit deren Hilfe man aus der Frequenzsumme auf die einzelnen Bereiche schließen kann. Wir verwenden heute eine spezielle Software, die diese Berechnung übernimmt und uns erstaunliche Informationen über die einzelnen Frequenzbereiche zur Verfügung stellt. Unsere Methode unterscheidet sich auch insofern von der konventionellen medizinischen Technik, dass wir nicht an der Großhirnrinde oben am Schädeldach messen, denn hier treten bei den Messungen durch Muskelentladungen so genannte Artefakte (Störungen) auf und verfälschen die Ergebnisse. Stattdessen haben wir an den Schläfenlappen und an den Mastoiden, den kleinen Knochenvorsprüngen hinter den Ohren, neue Messpunkte gefunden, die uns Zugang zu Signalen des Limbischen Systems erlauben und damit Impulse der Gefühle weitergeben. Wie man heute aus der modernen Gehirnforschung weiß, werden sämtliche unserer Wahrnehmungen über das Gefühl aufgenommen und bewertet. Alle 3 Sekunden erfolgt dabei eine Abfrage an das Stammhirn: "Ist diese Situation für mich gefährlich, oder nicht?" Unsere ganze Welt schwingt im Rhythmus dieser 2 bis 3 Sekunden, in denen das Gehirn versucht, einen bestimmten Eindruck der Realität aufrechtzuerhalten oder auch entsprechend zu verändern. Da im Gehirn eine Vielzahl von Ereignissen pro Sekunde gleichzeitig stattfinden, müssen diese Vorgänge in eine grafische Darstellung übertragen werden, in ein so genanntes Chronospektrogramm, das uns anhand einer Zeitachse die jeweiligen Veränderungen nachvollziehen lässt. Die Frequenzen werden gewissermaßen "auseinander geklappt" und in der Zeit angeordnet. Wenn wir z.B. nach 2 Minuten und 40 Sekunden einer Testperson die Rechenaufgabe 5 ¥ 7 stellen, sehen wir, ob das Gehirn der Probandin in diesem Moment eine bestimmte Reaktion zeigt. Nach diesem Prinzip beobachten wir auch die Wirkung von heiligen Orten: Wir erkennen die Veränderungen in der Gehirnfrequenz in dem Augenblick, in dem ein Proband den Platz betritt. Derartige Messergebnisse erlauben es, Zusammenhänge schwarz auf weiß darzustellen, an die wir früher nur glauben konnten. Die Abbildung beispielsweise zeigt einen Ausschnitt einer EEG-Aufzeichnung während einer Trance. Im Frequenzbereich von 14 Hz können wir eine sehr hohe Dopamin-Ausschüttung feststellen. Wie wir anhand von Vergleichsmessungen mit dem PET nachvollziehen konnten, handelt es sich bei der markierten Kurve tatsächlich um eine solche Hormonausschüttung. Unter normalen Umständen würde ein Mensch dabei in Krampfzustände fallen, doch die sich hier in Trance befindliche Person produziert gleichzeitig soviel Serotonin, dass sie diesen Extremzustand aufrechterhalten kann. Diese Art der EEG-Darstellung ist ein sehr feines Radar für jeden Impuls, der unser Gehirn erreicht. Wenn z.B. ein Mitglied des Messpersonals abgelenkt ist und etwa denkt, "oh, unser Proband hat aber eine schöne Krawatte", sehen wir dies anschließend in der Auswertung des Probanden! Um unverfälschte Ergebnisse zu erhalten, war es notwendig, unser Messpersonal in neutralem Denken auszubilden.

Das Hemisphärenmodell
Zum besseren Verständnis solcher Zusammenhänge stelle ich kurz das so genannte Hemisphärenmodell vor. Es gibt durchaus noch andere Modelle, die unsere Gehirnfunktionen zu erklären versuchen, doch mit dem Hemisphärenmodell lässt sich bei der Erforschung von Lernprozessen oder der Wirksamkeit von Kraftplätzen usw. am besten arbeiten. Das Gehirn besteht aus der linken und der rechten Hemisphäre. Nur die linke Gehirnhälfte - zumindest beim Rechtshänder, beim Linkshänder ist es in der Regel umgekehrt - hat Zugang zum wachen Bewusstsein. Die linke Hemisphäre ist verbal, rational, analytisch, zeitlich, linear und logisch orientiert, d.h. sie verarbeitet seriell einen Impuls nach dem anderen. Die rechte Hemisphäre ist unsere parallele Seite, die ganzheitlich, bildhaft, musisch, kreativ, intuitiv, zeitlos, räumlich, emotional und körperorientiert ist. Auch das Tier in uns, das uns z.B. in Wut geraten lässt, sitzt in der rechten Hemisphäre. Die kontrollierende Instanz, die uns schließlich daran hindert, den Wutanfall auszuleben, stammt wiederum aus der linken Hemisphäre.
Alle Impulse, die unser Bewusstsein erreichen, nehmen wir parallel auf: das Sehen über die Augenzäpfchen und -stäbchen, das Hören über die Härchen im Ohr, das Fühlen über unsere beiden Hände. Wiedergeben können wir diese Eindrücke jedoch nur seriell über die Sprache - wir können jeweils nur einen Buchstaben nach dem anderen aussprechen. Wie gesagt, hat nur die linke Gehirnhälfte Zugang zu unserem wachen Bewusstsein. Wahrnehmungen, die lediglich in der parallelen, rechten Seite stattfinden, bleiben hingegen unbewusst. Die Verbindung der beiden Gehirnhälften geschieht über eine Corpus Callosum genannte Brücke aus Nervenfasern. In der Schule vergessen die Lehrer oft, dass es für Kinder ein enormer Lernprozess ist, die parallel aufgenommenen Eindrücke und Informationen in eine serielle, intellektuelle Sprache umzusetzen. Es ist unter anderem z.B. wichtig, dass Kinder im Kleinkindalter viel krabbeln, denn dabei wird das Corpus Callosum mit beiden Hemisphären vernetzt.

Frequenzbereiche der Gehirnwellen
Die wichtigsten Frequenzen unseres Gehirns liegen im Bereich von 1 bis 30 Hz. In diesem Spektrum spielen sich alle unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen ab. Verschiedenen Frequenzbereichen kommen dabei unterschiedliche Bedeutungen zu. Ein wichtiger Frequenzbereich ist der Beta-Zustand zwischen 14 und 30 Hz, der für logisches Denken, aktive Aufmerksamkeit, starke Konzentration, aber auch für Aggression, Stress und Frustration steht. Wenn z.B. das Gehirnwellen-Diagramm im Bereich von 28 bis 30 Hz hohe Werte aufweist, deutet dies auf einen sehr angespannten, aggressions- und stressgeladenen Zustand hin. Im Alpha-Zustand zwischen 8 und 14 Hz können sich entspannte Konzentration und ruhiges, gelassenes Denken entfalten. Die beiden Hemisphären sind dann besonders gut verbunden; der Alpha-Zustand stellt die Brücke zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein dar. Der Theta-Frequenz von 4 bis 8 Hz entspricht ein ruhiger Zustand, in dem Schlaf, Inspiration, Traum, Visualisieren, Tagträumen und Phantasieren stattfinden. Nachts befindet man sich ständig im Theta- und auch im Delta-Zustand, der für traumlosen, tiefen Schlaf steht. Auch Trance und Hypnose ereignen sich im Delta-Zustand: das Unterbewusstsein, der Instinkt und unser "Sechster Sinn" sind im Bereich von 1 bis 4 Hz angesiedelt. Wir haben entdeckt, dass sich im Bereich der Delta-Frequenzen auf den Diagrammen besonders schöne Formen ergeben, die uns über die Beziehungen zwischen Menschen Auskunft geben. Wenn beispielsweise zwei Menschen sich lieben, entsteht ein symmetrisches, spiralförmiges Muster. Anhand solcher Bilder lässt sich z.B. erkennen, ob Arzt und Patient oder Lehrer und Schüler in gutem Kontakt sind. Wenn sich bei beiden im Delta-Zustand ein ähnliches Frequenzbild ergibt, haben sie eine gemeinsame Ebene gefunden. Ähnliche Ereignisse führen bei allen Menschen zu jeweils ähnlichen Mustern, die wir Patterns nennen. Solche Erfahrungswerte erlauben, aufgrund unserer Messungen bestimmte Zustände zu charakterisieren. Ein weiterer wichtiger Hinweis bei der Decodierung der Diagramme ist die Beobachtung, ob gewisse Ereignisse nur im rechten, d.h. im unbewussten Bereich, registriert werden, oder ob beide Hemisphären gleichzeitig aktiv sind.

Bewusst wahrnehmen
Ich halte es für eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Zeit, zu einer bewussteren Wahrnehmung zu gelangen. Der Schlüssel liegt dabei im Verständnis des Zusammenspiels unserer Gehirnhälften. Jeder hat wohl schon ein Unwohlsein beim ersten Blick auf eine Fotomontage eines menschlichen Gesichts gespürt, das aus fremden oder verkehrt herum eingesetzten Teilen, z.B. Mund und Augen, zusammengesetzt wurde. Das undifferenzierte Unwohlsein stammt von einem Impuls aus der rechten Hemisphäre. Erst wenn man das Bild dreht oder sich studierend damit beschäftigt, kann auch die linke Hemisphäre die "Fehler" analysieren. Im täglichen Leben passiert es andauernd, dass wir etwas intuitiv wahrnehmen, aber nicht bewusst erkennen und ausdrücken können. Mit entsprechenden Übungen ist es jedoch möglich, zu einer besseren Verbindung zu gelangen. Das nebenstehende Chronospektogramm, das während einer medial geführten Meditation aufgezeichnet wurde, gibt ein sehr schönes Beispiel einer bewussten ganzheitlichen Wahrnehmung. Die Kurven in der rechten und linken Hemisphäre erscheinen wunderbar parallel. Daraus können wir schließen, dass die Informationen, die während dieser Meditation aus tiefsten Schichten des Bewusstseins heraufgeholt werden, vollständig in den wachen, erkennenden Teil des Gehirns gelangen. Man sieht in der Aufzeichnung, wie sich ab einer bestimmten Stufe das Gehirn zu zentrieren beginnt und sehr viel Dopamin ausschüttet. Während des weiteren Verlaufs der Meditation zeichnet sich im Diagramm nochmals ein deutlicher Bruch ab, an dem die Probanden wieder in ganz andere Dimensionen des Bewusstseins vorgedrungen sind. Ein solches Beispiel zeigt, dass wir in der Lage sind, selbst zu bestimmen, auf welche Ebenen wir uns einlassen und wie weit wir die Filter vor unserer Wahrnehmung entfernen. Allerdings ist hierbei höchste Vorsicht angebracht, denn die Filter des Corpus Callosum stellen im täglichen Leben eine wichtige Schutzfunktion dar. Viele Menschen, die einen Sprung in andere Dimensionen erlebt haben, befinden sich heute in psychiatrischer Behandlung, weil sie nicht wieder in einen Normalzustand zurückgefunden haben. Auch im Zusammenhang mit Drogen stellt sich dieses Problem. Im zeremoniellen Rahmen einer indigenen Kultur wird eine Droge vielleicht einmal im Jahr oder einmal im Leben eingenommen und kann - unter bester Anleitung - eine Tür öffnen. In anderen Zusammenhängen oder gar bei regelmäßiger Einnahme hat sie hingegen katastrophale Auswirkungen. Wir hatten das Glück, im Ausland bei der Arbeit mit Drogenabhängigen zugelassen zu werden, die im betreuten Rahmen eine entsprechende Dosis eines starken Rauschgifts erhalten. Wir haben Probanden von dem Zeitpunkt an gemessen, an dem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie gleich ihre Droge bekommen würden. Allein diese Vorstellung veranlasst das Gehirn dazu, ein bestimmtes Muster zu erzeugen, dessen Existenz unter natürlichen Umständen ausgeschlossen ist. Die Droge selbst wirkt zunächst in der rechten Hemisphäre, dann tritt eine entsprechende Resonanz auf der linken Seite auf, so dass die Wirkung bewusst registriert wird. Die Schwingungen, die dabei aufgezeichnet werden, sind dem Körper völlig fremd, der Mensch sieht die Wirklichkeit durch ein von außen aufgeprägtes Raster. Es handelt sich daher in keiner Weise um eine Bewusstseinserweiterung, denn das Gehirn dringt überhaupt nicht in tiefere Schichten vor, wo es selbständig Endorphine ausschütten würde. Es erzeugt lediglich zwanghaft einen bestimmten Aufbau von Frequenzen. Bei einer Person hingegen, die zum ersten Mal eine Droge nimmt und dabei womöglich tatsächlich etwas erlebt, würden die Messungen ein vollständig anderes Bild ergeben. Im Rahmen unserer Lernforschung haben wir z.B. Untersuchungen mit Musik von Mozart gemacht. Langsam gespielte Mozartmusik in der historischen tieferen Stimmung erhöht den Acetylcholinspiegel im Gehirn, und damit wird das Gehirn extrem lernbereit; es entstehen wichtige neue Endorphine. Wir sind sozusagen in der Lage, fast jede Droge über Mozartmusik nachbilden zu können.

Gesellschaftliche Auswirkungen
In den letzten zwanzig Jahren haben wir einige tausende von Menschen gemessen, vom Schnell-Leser oder Mathematikgenie bis hin zum Gedankenleser oder Schamanen. Wir sind mit dieser Arbeit kaum an die Öffentlichkeit gegangen, da erst eine entsprechend relevante Menge an Daten anerkannte Aussagen erlaubt. Mittlerweile erhalten wir jedoch sogar Forschungsaufträge von der Industrie. Eine Fluggesellschaft wollte z.B. untersuchen, warum ein Flugzeugunglück häufig ähnliche Unfälle nach sich zieht. Wir konnten darauf hinweisen, dass unsere jahrelangen Messungen bei bestimmten Berufsständen immer wieder ähnliche Gedankenmuster hervorgebracht haben. Im Fall der Fluggesellschaft wurden wir auf das Problem aufmerksam, dass Piloten fast alle in baugleichen Simulatoren ausgebildet werden. In einer kritischen Situation reagieren sie alle gleich und machen denselben Fehler. Aufgrund unserer Ergebnisse hat man die Simulatoren so verändert, dass jeder Auszubildende spezifisch auf seine Persönlichkeit hin trainiert wird.

Gehirnforschung und Geomantie
Ein Schwerpunkt unseres persönlichen Interesses bei der Forschungsarbeit liegt bei der Interpretation von Grenzerfahrungen. Hier ergibt sich auch die Schnittstelle zur Geomantie, für die einige unserer Untersuchungen an Kraftplätzen, Kirchen oder Steinkreisen von elementarer Bedeutung sein müssten. Wir können heute grundsätzlich sagen, dass solche Orte als Verstärker unserer Gedanken und Gefühle wirken. Wer mit einem Negativbild einen Kraftplatz betritt, erfährt eine Verstärkung seiner Ängste und Spannungen, wer mit einem positiven Bild, wie einer Hoffnung, in den Ort hineingeht, steigert diese ebenfalls. Solange man sich innerhalb des Kraftfeldes bewegt, können allerdings weiter keine aussagekräftigen Messungen zu Stande kommen, denn wie beim Ausschlag der Wünschelrute wirkt nur der Wechsel des Energiepotenzials als Auslöser für den Impuls im Gehirn. Um besser zu verstehen, was in uns bei der Konfrontation mit einem geomantischen Phänomen vor sich geht, haben wir vor zwei Jahren diverse Messreihen am Labyrinth des Schwedenrings bei Steigra aufgezeichnet. Als Schlüssel hat sich dabei der so genannte Totstellreflex erwiesen. Die folgende Abbildung zeigt die Messungen beim Begehen eines bestimmten Labyrinth-Abschnitts. An der markierten Stelle hat die Person eine Kehre abgeschritten, und genau hier erscheinen sämtliche Frequenzen plötzlich ausgelöscht, die rechte Gehirnhälfte stellt sich regelrecht tot. Bei einem anderen Probanden erschien diese Auslöschung auch in der linken Hemisphäre, d.h. diese Person nimmt den Einfluss der Kehre im Unterschied zur ersten Person auch bewusst wahr. Bei einer weiteren Person konnte man erkennen, wie sich beim Überqueren der Kehre eine Barriere zwischen den Hemisphären aufbaute - ein typischer Schutzmechanismus. Was hat es nun mit dem Totstellreflex auf sich? Geschichtlich gesehen verfügt unser Stammhirn über drei Hauptfunktionen zur Bewältigung von Gefahren, nämlich Flucht, Angriff und den Totstellreflex. In einem interessanten Versuch in unserer Lernforschung spielen wir Kindern eine Aufnahme von Walgesängen vor. An einer Stelle warnt die Walmutter ihr Junges vor Gefahr. Je nachdem, wie das zu messende Kind geprägt ist, ergibt sich in den Gehirnschwingungen ein Muster, das auf Aggression oder Flucht hindeutet, oder die Schwingungen erscheinen wie ausgelöscht, was den Totstellreflex charakterisiert. Dies weist auf frühkindliche Schädigungen hin, die sich später im Lernen auswirken. Oft entstehen solche Prägungen bereits im Mutterleib. Ein starker Schock, aber auch schon ein leichter Schreck, den die Mutter erlebt, übertragen sich unmittelbar auf das Kind. Im Bauch kann es sich gegen die ihm vermittelte Gefahrensituation weder wehren, noch kann es fliehen, deshalb bleibt als einzige Reaktion der Totstellreflex. Gegen den Einfluss einer Wasserader z.B. können wir uns nicht schützen. Auf jede geomantisch wirksame Zone reagieren wir zunächst unwillkürlich mit einer Art Schreck, der sich bei einer Schwangeren auch auf das Kind überträgt. Im Gehirn des Kindes verbindet sich durch die Reaktion der Mutter die Wahrnehmung einer Wasserader mit dem Totstellreflex. Vermutlich weisen wir aus diesem Grund alle diese Reaktion auf. Die Wünschelrute oder das Pendel machen dies über eine Muskelentladung sichtbar. Demzufolge ließe sich Sensibilität im Zusammenhang mit Traumatisierung verstehen. Es ist ja ohnehin so, dass sensible Menschen oftmals in traumatischen Situation, z.B. durch einen Unfall, an Ebenen herangeführt werden, die ihnen vorher unvorstellbar waren. Eine solche Öffnung kann einerseits ein Geschenk sein, andererseits auch psychisch enorm belasten, da man sich aufgrund der fehlenden Filter zwischen den Hemisphären nicht ausreichend schützen kann.

Steinkreise und das Bewusstsein
Die intensivsten Untersuchungen im Zusammenhang mit Kraftplätzen haben wir in den letzten Jahren in Südfrankreich in den Sevennen an zwei Steinkreisen aufgezeichnet, an denen wir regelmäßig unsere Ferien verbringen. Wir haben beobachtet, dass dort Steinkreise immer paarweise auftreten, ein männlicher, mit einem Menhir in der Mitte, und ein weiblicher. Interessant war außerdem, dass wir zu jedem Steinkreis eine zugehörige Höhle gefunden haben. Während der Messungen wurde uns klar, dass unser Bewusstsein mit solchen Anlagen interagieren kann. Durch Abschreiten des Steinkreises oder durch Töne oder Körperdrehungen konnten wir ihn regelrecht wieder "in Funktion versetzen". Wenn wir die Resonanzfrequenzen solcher sakraler Systeme erreichen, fangen sie an zu schwingen. Jeder Steinkreis hat seine eigene Anregungsform. Die intensive Arbeit an den beiden großen Steinkreisen hat sich unmittelbar ausgewirkt. Die ansässigen Bauern sagten zu uns, "kommt nächstes Jahr wieder, ihr verändert unser Wetter". In einem Jahr sind wir allerdings zu stürmisch herangegangen, es gab ein Unwetter, und der Hagel lag zentimeterhoch. Wir wussten nicht, wie wir dies ausgelöst hatten, sondern konnten nur im Nachhinein den Fehler nachvollziehen. Ist der Steinkreis aktiviert, ergibt sich bei allen Menschen, die sich z.B. an einen bestimmten Stein lehnen, das gleiche Gehirnwellenmuster. Der Stein erzählt Geschichten und entführt uns in unbekannte Dimensionen, denn die Frequenzen im Chronospektrogramm deuten auf außergewöhnliche Zustände, besonders im Delta-Bereich, hin. Solche Phänomene können wir beobachten und dokumentieren, jedoch noch lange nicht sagen, wie sie im Einzelnen hervorgerufen werden.

Trennung ist Illusion
Unsere Forschung führt deutlich vor Augen, dass wir keine separierten Wesen sind, sondern sich unsere Gedankenfelder ständig durchdringen und aufeinander abstimmen. Gegenwärtig arbeiten wir an einem interessanten Projekt an einer Universitätsklinik. Der Anstoß dazu kam vom Leiter der Anästhesie-Abteilung, der wegen eines Knieleidens selbst operiert wurde und während dieser Operation aus der Anästhesie aufgewacht ist - für ihn ein einschneidendes Erlebnis, das ihn veranlasste, eine Großstudie ins Leben zu rufen. Sowohl die Chirurgen als auch der Patient werden dabei an unser Messgerät angeschlossen. Wenn die Ärzte z.B. sagen, "oh weh, diesen Blinddarm werden wir wohl nicht gut hinbekommen", zeigt sich in den Gehirnwellen des Kranken sofort eine entsprechende negative Reaktion. Eine weitere Studie, die solch unmittelbare Interaktion bestätigt, führen wir im Rahmen unserer Lehrerbildung durch: Wir bitten einen Schüler, sich an das Instrument anschließen zu lassen. Dann geben wir zwei Lehrern, die den Schüler nicht kennen, unterschiedliche Informationen: Dem einen Lehrer vermitteln wir, der Schüler sei nur mäßig begabt und würde eine gestellte Aufgabe mit Sicherheit nicht lösen können. Dem anderen Lehrer erzählen wir das Gegenteil, der Schüler sei hochintelligent. In dem Moment, in dem der negativ eingestimmte Lehrer auch nur den Raum betritt, entsteht im Kopf des Schülers eine Blockade, die das Kind tatsächlich völlig außer Stande setzt, die Aufgabe zu lösen. Lehrer, die diese Erfahrung machen, sind oft derart beeindruckt, dass sie in therapeutische Behandlung gehen, um positiver denken zu lernen. Bis zu einem gewissen Grad kann man sich freilich von solchen mentalen Übergriffen abschotten oder statt mit einer Blockade mit einem Aggressionsimpuls reagieren, der schließlich zur Konfliktsituation führt. In Abhängigkeitsverhältnissen wie in einer Lehrer-Schüler- oder Arzt-Patient-Beziehung ist die gedankliche Beeinflussung jedoch besonders kritisch, weil sich der "Unterlegene" nur schwer schützen kann. Offenbar haben wir die Tendenz, uns mit den Frequenzen unserer Gehirnwellen untereinander zu synchronisieren, um zu gemeinsamen Wahrnehmungen zu finden. Dabei wirken bestimmte Rituale oder Körperhaltungen derart stark, dass man sich ihrer Wirkung kaum entziehen kann. Wir haben z.B. einen Priester in seiner Kapelle gemessen. Dieser ging immer links um den Altar herum, andersherum dürfe er nicht gehen, denn das Herz müsse zum Altar zeigen. Als wir ihn baten, trotzdem einmal rechtsherum zu gehen, veränderten sich seine Gehirnschwingungen tatsächlich. Wir maßen daraufhin auch die Gemeinde während der Predigt. Jedesmal, wenn der Pfarrer linksherum um den Altar ging, übertrug sich dies auf seine Zuhörer, sie gerieten in eine Art Gleichschwingung. Das Ritual einer Linksdrehung hat unserer Erfahrung nach eine konzentrierende Wirkung. Überdies lässt der Pfarrer die Gemeinde singen, wobei sich der Atem der Menschen synchronisiert, und in diesem Gleichklang erreicht die Predigt viel tiefere Ebenen. Die Kirchen wissen dies heute vielleicht nicht mehr, aber solche Prozesse sind Teil ihrer Liturgie. Das Phänomen der Linksdrehung verdeutlicht die Kraft von bestimmten Ritualen. In unserer Lehrerfortbildung raten wir z.B. dem Lehrer, die Kinder am Morgen, wenn sie von ihren Erlebnissen am Vortag erzählen, von rechts nach links aufzurufen. Auf diese Weise entsteht wie von selbst ein Verbund in der Klasse. Auch Derwische tanzen linksherum.
In solchen Mechanismen liegt selbstverständlich auch ein Gefahrenpotential für Manipulation und Massenhysterie. Der Nationalsozialismus hat beispielsweise massiv mit Riten und bestimmten Haltungen gearbeitet, die eben automatisch bestimmte Endorphine im Gehirn freisetzen und damit Programme aktivieren. Je mehr wir über solche Prozesse Bescheid wissen, desto eher finden wir zu Selbständigkeit und Selbstverantwortung. Ich kann mich bewusst in ein wie immer geartetes Feld begeben, sei es ein Kraftplatz oder eine gesellschaftliche Situation, und dabei erkennen, was in mir ausgelöst wird. Andernfalls bleibe ich den unbewussten Mechanismen unterworfen und bin Opfer der Situation. Die einzige Möglichkeit, sich der Manipulation zu entziehen, besteht darin, dass wir lernen, anders zu denken. Indem wir versuchen, selbst nicht mehr zu manipulieren, erzeugen wir auch keine Resonanz, die Manipulation zulässt. Hier kann die Gehirnforschung zu einem wesentlichen Faktor für ein neues Verständnis unserer Gesellschaft werden. Sie zeigt klar, dass wir unsere eigene Wirklichkeit selbst erschaffen.