Pentagonale Energiestrukturen

Kosmische Energiebahnen - Die pentagonale Energiestruktur der Erde

von Peter Dawkins erschienen in Hagia Chora 5/2000

In Hagia Chora 3/1999 stellte Siegfried Prumbach einen den Globus umhüllenden Dodekaeder aus 12 Fünfecken vor, das aus Energieleitbahnen gefügt sein soll, die den "Sphärenklang der Geistsphäre auf dem Globus verorten". In Hagia Chora 4/99/00 entspann sich eine offene Diskussion zu diesem Konzept, die hier fortgesetzt wird.

Vier Fragen an Siegfried Prumbach
Stefan Brönnle
Zunächst einmal möchte ich mich bei Herrn Prumbach dafür bedanken, dass er bereit ist, sich überhaupt an einer solchen Diskussion zu beteiligen und seinen "Werkstattbericht" zur Diskussion zu geben. Es verlangt viel Mut und Offenheit, seine Arbeit so zur Kritik zu stellen. Deswegen muss ich ihm auch teilweise Recht geben, wenn er der Auffassung ist, die Kritik seitens der "Fachschaft" sei nicht adäquat. Auch ich würde mich dagegen verwehren, in eine Beziehungslinie mit den Nazis gestellt zu werden, doch kenne ich Hartmut Lüdeling, und ich bin sicher, dass die Passage lediglich unglücklich formuliert ist. Er wollte bestimmt nicht Herrn Prumbach in eine solche Kausalbeziehung setzen - auch ethisch nicht!
Die Warnung davor, "Gaia" nicht einzukerkern von Ingeborg Lüdeling ist sicher richtig, doch meine ich, dies darf man nicht Siegfried Prumbach vorwerfen. Es ist eine Frage unseres Bewusstseins, ob wir eine gleichmäßige Struktur wie die eines platonischen Körpers als "Gitter" oder "Netzwerk" begreifen. Auf steinzeitlichen Ritzzeichnungen oder z.B. dem Omphalos in Delphi waren häufig "Netzwerke" als magisch-symbolische Ornamente zu sehen, die sicherlich nicht Gaia unterdrücken wollten, sondern Ausdruck ihrer Allgegenwart waren. So spricht man ja heute auch gerne von der ökologischen Vernetzung und meint damit, dass man nirgendwo eine Handlung vollziehen kann, ohne dass diese eine Wirkung auf das Gesamtsystem, den Gesamtorganismus hat. Gerade dies macht natürlich ein vernetztes System auch angreifbar, da ein negativer Einfluss überall seine Wirkung entfaltet. Zudem: Kritisiere ich eine penatagonale Netzstruktur in ihrem philosophischen Kern, so muss ich folgerichtig jedes Netzsystem wie die radiästhetischen Gitternetze als Gedankenmodelle kritisieren, wie dies Marco Bischof in dem von Ingeborg Lüdeling zitierten Artikel konsequent tut. Hinzu kommt, dass man folglich jede Kristallstruktur, ja den molekularen Aufbau des Wassers als "verhärtet" und "unlebendig" kritisieren müsste . Doch dies, meine ich, kann nicht die Diskussion dieses Forums sein.
Wenden wir uns daher wieder der These von Siegfried Prumbach zu. Denn zunächst einmal ist es eine solche. Prinzipiell halte ich eine pentagonale Energiestruktur des Erdkörpers für möglich (wie auch andere platonische Körper, ja ich bin sicher, dass alle platonischen Körper sich in der Erde energetisch abzeichnen, aber das ist eine persönliche Meinung und nicht von mir belegbar). Die Frage ist, verhält sich ihre örtliche Lage so, wie von Siegfried Prumbach beschrieben, und was deutet darauf hin? Und hier ist meiner Ansicht nach der eigentliche Ansatzpunkt für eine Kritik zu finden, denn, um es zunächst hart zu formulieren: nach der Beweisführung von Siegfried Prumbach deutet nichts auf diese Verortung hin - was nicht heißt, dass es nicht dennoch so sein kann (es ist sozusagen eine Indizienkette ohne Beweis). Nur: Die Argumentation ist, wie es so schön heißt, ein Koloss auf tönernen Füßen. Es kann sein, dass ich einzelne Beweisschritte nicht richtig verstanden habe, oder vielleicht ist auch der Artikel nur ungeschickt formuliert, deshalb möchte ich Folgendes als Fragestellung verstanden wissen und hoffe auf die erneute Bereitschaft von Herrn Prumbach zur Aufklärung und Diskussion:
Soweit ich verstanden habe, folgt die Assoziationskette folgenden Schritten:
1.) Es wurden von zwei Personen zwei lineare Systeme entdeckt. Von Siegfried Prumbach und Peter Dawkins. Siegfried Prumbach nennt diese beiden Systeme "Energielinien".
Fragen: Wurden auch andere lineare Systeme anderer Personen mit in die Theoriebildung einbezogen (ich hätte da noch vier bis fünf Linien im beschriebenen Raum anzubieten .)? Wurde vorher klargestellt, was eine "Energielinie" oder Ley überhaupt ist und ob Prumbach und Dawkins dasselbe darunter verstehen (Hagia Chora hatte 1996 ein Symposium mit einem halben Dutzend Experten (u.a. M. Pogacnik und P.Devereux), die sich nicht einigen konnten, was nun eine Leyline ist und was nicht)? Auf rein radiästhetsischer Ebene gibt es (- und das ist nur das Ergebnis der Diskussion und des Austausches innerhalb der Fachschaft von Hagia Chora -) z.B. Großraumgitter (Hans-Jörg Müller), Verbindungs- und Kraftleylines (Marko Pogacnik), Linien des Gleichgewichtssystems der Erde (Marko Pogacnik), Drachenlinien (Johanna Markl), Geomantische Zonen (Eike Hensch) u.v.m. als potenzielle Möglichkeit für die Klassifizierung eines linearen Großraumsystems. Also: Herrschte ein Einverständnis zwischen Prumbach und Dawkins über das Diskussionsobjekt? Wurden die beiden Linien vom jeweils anderen gegengeprüft, um herauszubekommen, ob es ein gleichartiges Phänomen ist?
2.) Die beiden Linien treffen sich hypothetisch in einem bestimmten Winkel, der dem in einem Pentagramm vorkommenden Winkel entspricht (eigentlich eine Winkelhalbierende).
Fragen: Wurde der Ort der Kreuzung aufgesucht, um zu überprüfen, ob eine solche Kreuzung tatsächlich vorhanden ist? Oder handelt es sich um eine hypothetische Kreuzung auf Grundlage der Annahme, die Linien würden weiterlaufen?
3.) Die Mitte der einen Linie wird nach Angaben von Siegfried Prumbach durch Peter Dawkins als in Bourges liegend angegeben.
Fragen: Hat die Linie einen Anfangs- und Endpunkt (s.o.), wo liegt dieser jeweils, und wurde er überprüft? Wenn nicht, wie kann eine unendliche Linie eine "Mitte" haben? Handelt es sich um eine "energetische" und/oder "geistige" Mitte? Wenn ja, wie definiert sie sich?
4.) Ausgehend von dieser Mitte und dem um sie auf Grundlage des hypothetischen Schnittpunktes zweier Linien gebildeten Pentagrammes von einer bestimmten Größe, wird das Pentagramm "aufgeblasen" und solange vergrößert, bis es andere - hypothetische - Pentagramme eines ebenso hypothetischen Pentagondodekaeders trifft.
Fragen: Warum? Augenscheinlich habe ich hier irgend einen Zwischenschritt verschlafen. Bitte: Aufgrund welcher Basis wird das entstehende Pentagramm vergrößert? Genauso könnte ich das Pentagramm von Knielingen (J. Möller) immer stärker vergrößern und würde auf einen ebenso hypothetischen Pentagondodekaeder kommen, allerdings mit ganz anderer Lage und Ausrichtung. Hier brauche ich wirklich Nachhilfe!
Auf Grundlage dieser 4 Schritte bildet sich ein System über die ganze Erde. Habe ich das richtig verstanden? Es ist ein wenig schwach auf der Brust. Gibt es denn Hinweise, z.B. symbolischer Natur, wie das Pentagramm im Wappen von Knielingen bei Jens Möller, die die Hypothese stützen? Historische Belege? Beziehungen zu Bourges an den anderen Eckpunkten des Zwölfflächers? Berichte von Rutengängern aus z.B. Afrika, wo einer der Eckpunkte liegt? Gibt es z.B. seismische Aktivitäten an den Eckpunkten, die diese Hypothese untermauern, wie dies in der von Siegfried Prumbach zitierten Theorie von der "Tetraederstruktur des Erdkörpers" (Hans-Ulrich Schmutz) so prächtig herausgearbeitet wurde? Wurden die anderen "Leylines", bzw. "Energielinien", die das Pentagramm bilden, überprüft? Oder beruht alles tatsächlich nur auf zwei gefundenen Linien und einer nicht näher definierten "Mitte"?
Noch einmal: Ich halte das System für möglich, aber, mit Verlaub, für schlecht belegt.

Die Macht der Projektionen
Hartmut Lüdeling
Sehr geehrter Herr Prumbach, es tut mir leid, dass Ihre Pentagondodekaeder-Theorie1 für meine eher grundsätzlich gemeinte Kritik herhalten musste. Verständlich, dass Sie sich zunächst persönlich betroffen fühlten. Ich bin jedoch enttäuscht über die Art, wie Sie auf die Sachkritik der verschiedenen Autoren reagieren2. Soweit Sie die von mir vorgetragenen Kritikpunkte ansprechen, erfährt der Leser von Ihnen nur allgemeine Klagen (über diffamierende Bilderketten u.ä.) aber wenig Inhaltliches.
Die Ausmaße des von Ihnen entworfenen weltumspannenden Pentagondodekaeders lassen sich sehr exakt berechnen. Hierfür muss man umfangreiche Formeln aus der sphärischen Geometrie heranziehen, deren Darstellung den Rahmen dieses Forumsbeitrags sprengen würden. Da die Erde eine Kugel ist (wenn man die Abplattung an den Polen vernachlässigt), ergibt sich theoretisch ein System mit genau definierten Maßen und Winkeln. Dieses könnte natürlich beliebig zur Erdoberfläche gedreht und verschoben werden. Sie stellen diesem entgegen, dass Ihre Angaben aus einer Konstruktion auf einem kleinen Globus stammen. Ich wollte das Ergebnis meiner Berechnungen natürlich auch auf einem Globus nachvollziehen. Dabei musste ich enttäuscht (= Ende einer Täuschung) feststellen, dass handelsübliche Globen nur Hilfskonstruktionen sind und durch die Art der Herstellung in keiner Weise einen hinreichenden Genauigkeitsgrad aufweisen. Bei Maßstäben zwischen 1:30 und 1:40 Millionen wirkt sich eine Ungenauigkeit von einem Millimeter immerhin zwischen 30 und 40 km in der Natur aus. An den Polen ist der Globus herstellungsbedingt wesentlich stärker verzerrt, und deshalb bin ich mit meinem Hinweis sicher, dass Sie sich um 50 bis 120 Kilometer vertan haben. Ich müsste dann Ihrem Rat folgen, nicht weiter zu argumentieren, denn allein diese Ungenauigkeit stellt Ihre Theorie schon erheblich in Frage.
Grundsätzlich war mein Hinweis auf eine (möglicherweise) militärische (bzw. geopolitische) Nutzanwendung des Pentagondodekaeders sehr ernst gemeint. Hier sehe ich eine Verwandschaft zu eigentlich allen regelmäßigen Gitter- oder Linienmustern, die von außen um unsere Erde gelegt werden. Diese haben eben etwas Janusköpfiges, sie lassen sich missbrauchen. Keinesfalls habe ich Ihnen, Herr Prumbach, unterstellt, dass Sie sich diesem Missbrauch anschließen, und verstehe deshalb nicht, warum Sie sich diesen Schuh anziehen. (Unabhängig von Ihrer Theorie, Herr Prumbach, finde ich es jedoch an der Zeit, dass sich das Forum der Geomanten offen mit der Frage "Geomantie, ein Machtinstrument in Historie und Gegenwart?" auseinandersetzt. Wir kennen viele Phänomene, die leider belegen, dass die heilige Wissenschaft der Geomantie schon seit antiken Zeiten von interessierten Kreisen schamlos zum Schaden von Menschen missbraucht wurde.)
Allgemein gilt für geomantische und radiästhetische Gittersysteme, seien sie drei-, vier- oder sonstwie eckig: ich komme nach langjährigen Studien immer mehr zu der Erkenntnis, dass Rutengänger die tatsächlich vorhandene physikalische Wirklichkeit häufig fehlinterpretieren. Dies wird bei der Untersuchung des Feldes eines radiästhetischen Rundstrahlers (z.B. brennende Kerze) deutlich3. Wird die Kerze in gewissem Abstand kreisförmig umgangen, finden sie mit ihrer Rute fast immer mindestens zwei "linienförmige" Reaktionszonen, die sich in der Mitte (direkt über dem Strahler) kreuzen. Wird das Strahlungsfeld sternförmig zur Kerze hin untersucht, finden sie ringförmige Zonen. Je nach geistiger Kalibrierung4 , werden an der diffus-kegelförmigen Abstrahlung unserer Kerze entweder Gitterlinien, Reizzonenkreuzungen, "Blind Springs", Schächte oder andere Strahlensysteme entdeckt. Rutengehen funktioniert nach dem Resonanzprinzip. Rutenreaktionen erfolgen dann, wenn das einprogrammierte Muster punktuell mit dem äußeren Feld in Resonanz gerät. Zusätzliche Reaktionen werden als "unpassend" unterdrückt, und so besteht die Gefahr, dass im Äußeren ein genaues Abbild des innerlich eingeprägten Musters entsteht5.
Die nächste Stufe ergibt sich, wenn mehrere Menschen intensiv von der Existenz einer regelmäßigen Struktur überzeugt sind bzw. fest daran glauben. Es ist altbekannt, dass Glaube und wiederkehrende Gedanken formbildend sind. Die Formen sind natürlich noch keine materiellen Manifestationen, zielen aber auf Gestaltgebung ab. Dieser Zusammenhang ist bereits in der Genesis beschrieben: "Im Anfang war das Wort" ist pure Information, aus der schließlich alles entstanden ist6. Wenn eine starre, regelmäßige Struktur, wie z.B. Ihr Pentagondodekaeder, durch festen Glauben um den Erdball gelegt wird, bilden sich diese zwangsläufig im geistigen Plan nach. Die so geschaffenen Kanäle werden zu Leiterbahnen der sonst freien Energien und Gedanken. Sie werden damit zu einem resonanzfähigen Gebilde, das wie ein Maschendraht um die Erde gewickelt ist. Aus der Funk- und Mikrowellenphysik kennen wir das Phänomen, dass Drahtgeflechte sowohl reflektierende als auch abschirmende Wirkungen besitzen. Trifft eine Strahlung auf ein Drahtgitter, gilt: Ist die Wellenlänge der Strahlung wesentlich kleiner als die Maschenweite, gelangt die Strahlung hindurch; ist sie größer, schirmt das Gitter ab; steht sie in einem harmonischen Verhältnis zu dem Maschenabstand, gerät das Gitter selbst in Schwingung. Ähnlich würde sich auch das durch Gedankenkraft fixierte geomantische Ordnungssystem auswirken. Teile der für unsere Inspiration notwendigen geistigen kosmischen Einstrahlung werden herausgefiltert und andere unnatürlich verstärkt. Auf diese Weise werden unmerklich die Lebewesen der Erde beeinflusst. Hier schließt sich wieder das Wirkgeflecht zwischen Idee, Struktur und Manifestation. Diese Erkenntnis fördert gleichzeitig leider auch den Schlüssel zum Missbrauch offen zu Tage. Möge er sich dort zusammen mit diesen Strukturen als Folge einer tieferen Einsicht wieder auflösen. n
(1) Siegfried Prumbach: Kosmische Energiebahnen - die pentagonale Energiestruktur der Erde. Hagia Chora 3/99. (2) Forum Pentagonale Energiestrukturen, Hagia Chora 4/99. (3) Hinweis zu "Feld bzw. Feldbegehung" in Lüdeling, Handbuch der Radiaesthesie, 3. Aufl., Nienburg 1998, Seite 110 ff. (4) Kalibrieren = abgeleitet von arab. qualib, Schusterleisten, im Wortsinne übertragen auch als "über den Leisten ziehen" gemeint? (5) Diese Fehler können vermieden werden, wenn das Rutengehen möglichst frei und ohne Vorprägungen ausgeübt wird. (6) vgl. lat. informare, Gestalt geben.

Schwer zu verstehen?
Siegfried Prumbach
Zwei Menschen begegnen sich, ein jeder mit der Quintessenz einer langjährigen geomantischen Arbeit. Unter anderem haben sie zwei gut belegte Energielinien im Gepäck. Jede Linie für sich ist eingebunden in komplexe Bezüge, doch schreibt man sie gemeinsam auf eine Karte, bilden sie einen magischen Winkel. Und da die eine der Linien, "Grail Line" genannt, ein Chakrensystem in der Landschaft aufzeigt, also einen Körper bildet, gibt es auch eine Körpermitte: das Schwerezentrum dieses Systems. Damit haben wir einen Mittelpunkt und einen Schnittpunkt oder, mit anderen Worten, einen Radius, der einen Kreis bestimmt, während der magische Winkel die dazu gehörende geometrische Form festlegt: ein volkommenes Fünfeck in der Größe Westeuropas. Fünfecke haben die Angewohnheit, dass sie aus sich heraus immer neue Fünfecke bilden: Verlängert man die Seiten eines Fünfecks, entsteht ein Fünfstern, dessen Spitzen ein neues, größeres Fünfeck bilden. Da das Fünfeck auf der gekrümmten (Erd-)Kugel liegt, ist es Teil eines Raumkörpers, denn alle Geometrie, welche die Fläche verlässt, erzeugt dreidimensionale Körper - in diesen Fall einen, der aus 12 Fünfecken besteht und deshalb Dodekaeder heißt (griechisch für 12-Flächner). Dieses Fünfeck umfasst den nordatlantischen, europäischen und nordafrikanischen Raum und passt genau zwölfmal auf die Erdoberfläche. Es bildet ein globales Dodekaeder genau im Maß der Erde.
Probieren Sie es aus, liebe Leser, zeichnen Sie ein regelmäßiges Fünfeck in der Größe Westeuropas auf einen Globus, vergrößern Sie das Fünfeck wie beschrieben, und fügen Sie dann diese Fläche zwölfmal aneinander. Wenn sie zum Schluss nirgendwo zu viel oder zu wenig haben, sollten sie sofort Lotto spielen, denn die Wahrscheinlichkeit, auf diese Art ein passgenaues globales Dodekaeder zu erzeugen, ist ebenso groß wie die Chance auf 6 Richtige.
Das von Jens Möller erforschte "Knielinger Pentagramm" wird schon deshalb keinen solchen Dodekaeder bilden, weil es kein regelmäßiges Pentagon ist, in dem alle Winkel gleich sind. Es ist vielmehr ein unregelmäßiges Fünfeck, denn seine Ecken liegen nicht auf einem gemeinsamen Kreis. Und selbst wenn es ein regelmäßiges Pentagon wäre, sind die Chancen, dass sich daraus ein globales Dodekaeder ergibt, verschwindend gering.
Herr Brönnle sagt, unsere Findung sei durch nichts zu beweisen. Zum Beweisen möchte ich bemerken, dass es in der Geomantie schwer sein dürfte, überhaupt irgend etwas im wissenschaftlichen Sinne zu beweisen, denn vom Rutengehen bis zur geomantischen Gestaltung unterliegt alles der gefühlsmäßigen Interpretation. Wenn es eine Ebene der Beweisführung gibt, dann ist es die der sakralen Geometrie, die die Gestaltungsgesetze des Kosmos wiedergibt. Diese geometrischen Gesetze sind existent, sie wurden in den Planetenabständen unseres Sonnensystems gefunden (Kepler), im menschlichen Körper (Leonardo und andere), in der Mikrobiologie (Langham) und im Molekularaufbau der Elemente und Kristalle, um nur einige Bereiche zu nennen. Das bedeutet aber, dass, selbst wenn wir nur zwei Linien aus einer geometrischen Form sehen, alle anderen Linien auch existieren. Dies zu leugnen wäre ebenso abwegig wie die Behauptung, eine Münze habe keine Rückseite, nur weil wir sie nicht sehen.
Das planetare Dodekaeder existiert also de facto in genau dieser Verortung, weil es zwei gut belegbare Energiestrukturen gibt, die Teil des Ganzen sind. Dass diese beiden Energiestrukturen unabhänig voneinander erarbeitet wurden, gibt dem Ganzen die nötige Würze.
Ich feue mich, dass die Hagia Chora Redaktion im Folgenden den Artikel von Peter Dawkins zur Ätherform, dem Energiekörper der Erde, abdruckt. Für den Leser ist es gewiss aufschlussreich, Peters Geschichte zu lesen. Als Kooperationspartner im Forschungsprojekt "Global Harmonics" stehen wir am Anfang einer großen Arbeit. Wir sind weit davon entfernt zu behaupten, auf alle Fragen eine Antwort zu haben. Deshalb möchten wir Sie weiterhin über neue Ergebnisse informieren und laden Sie, die Leser, ein, an diesem Projekt mitzuwirken. Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Austausch bietet die Sommerakademie in Frankreich, ein Forum, das die sakrale Geometrie der Gotik und des Planeten zum Thema hat, um beides zu untersuchen: die historischen und die aktuellen Bezüge zum Energiekörper der Erde

Discovery of the Earth Etheric Form
oder: Die Entdeckung des irdischen Energiekörpers

von Peter Dawkins
Deutsche Fassung von Frances de Schrevel MA

Dies ist eine verzweigte Geschichte, die bis heute zwei moderne Geomanten und viele Helfer besonders verbunden hat. Es ist die Geschichte einer Schatzsuche, die ihren Anfang durch eine Vision auf der einen und durch Intuition auf der anderen Seite genommen hat, und bei der die Natur des Schatzes, der gefunden werden sollte, noch nicht bekannt war. Sie bedeutete Jahre gewissenhafter Suche, eine Fülle von tiefgreifenden Erfahrungen, einige Kümmernisse und sehr viel Freude.
Die beiden Geomanten sind meine Person: Peter Dawkins, und mein Freund Siegfried Prumbach, den ich 1990 kennen lernte. Meine Vorgehensweise ist vor allem visionär und intuitiv, während Siegfrieds Vorgehensweise hauptsächlich die Geomantie und das Rutengehen sind.
Wir verfügen beide über großes Wissen, das wir durch Jahre des Trainings, der Erforschung und Erfahrung gesammelt haben. Mein Hintergrund ist meine Ausbildung zum Architekten, Siegfrieds ist seine bildhauerische Tätigkeit als Kunstschmied, Designer und Bildhauer.
Zunächst berichte ich von meinen Entdeckungen, die dann mit Siegfrieds zusammengefügt werden sollen. Die Geschichte ist ein aufregendes Dokument über das Zusammenfinden zweier unterschiedlicher und unabhängiger Herangehensweisen, um eine große Wahrheit zu offenbaren. Sie bestätigt die Entdeckungen jedes einzelnen und verbindet sie auf bemerkenswerte Weise.
Mit der nötigen Vorsicht könnte man sagen, es handle sich dabei um ein Beispiel der Vereinigung von Wissenschaft und Mystik. Ich bezeichne mich zwar hauptsächlich als Mystiker, trotzdem folge ich so weit als möglich dem wissenschaftlichen Weg. Ich untermauere meine Visionen durch Untersuchungen, Experimente und Erfahrungen, während Siegfried als Geomant mit einem fundierten Wissen, langjährigen Erfahrungen und mit Rutentechniken arbeitet. Gleichwohl besitzt er seine eigenen mystischen Erfahrungen und intuitiven Sichtweisen.

Die Entdeckung der Gralslinie
1972 zog ich als junger Architekt von Birmingham zu meiner Verlobten Sarah nach Edinburgh. Im Monat vor unserer Hochzeit im folgenden Frühjahr hatte ich eine Serie von Visionen über das Königreich des Grals und die heilige Landschaft unseres Planeten.
Ich bin von Kindheit an hellsichtig und kommuniziere regelmäßig mit Engeln und spirituellen Meistern, berichte darüber aber selten. Während meines Studiums in Cambridge beschäftigte ich mich mit den großen Weltreligionen und Philosophien. Als frischgebackener Architekt begann ich nebenher, das Land nach den Geheimnissen unserer Vorfahren zu durchsuchen. Zu meinem Erstaunen sah ich Energielinien und Zeichen in der Landschaft, die sich über und in den physischen Formen befanden, auch sah ich Engelwesen (die ich Landschaftsengel nenne), die an bestimmten heiligen Orten oder Kraftpunkten in der Landschaft zentriert waren.
Ich wurde Mitglied in der White Eagle Lodge und begann die Heilungsarbeit der Loge auszuführen und den inneren Instruktionen meiner spirituellen Meister zu folgen. Ich entdeckte bedeutungsvolle Zeichen und Energiesysteme in der Landschaft, von Menschenhand gemachte oder natürliche, und verband diese mit dem Wissen, das in Architektur, Kultur, Mythos und Tradition bewahrt wird. Zurück in Edinburgh leistete ich Grundlagenarbeit bei der Wiederentdeckung der Landschaftstempel, d.h. des kompletten Chakrensystems in der Landschaft. Dies spielte sich aber alles in einem relativ begrenzten Raum ab, verglichen mit dem europäischen Landschaftstempel des Gralskönigreichs.
Die Vision vom Gralskönigreich hatte ich plötzlich, als ich auf einem bestimmten Platz in Edingburgh stand. Ich war von Wissen vollständig eingehüllt und sah den ganzen Landschaftstempel mit all seinen Chakren in einer Panoramasicht, als ob ich wie ein Vogel hoch über der Landschaft Westeuropas flöge. Während dieser Vision stand ich auf einer Hauptenergielinie oder Achse des Landschaftstempels - ein riesiger Energiefluss, der vom Golfe du Lion in Südfrankreich nach Norden zieht, sich durch Frankreich via Bourges und Chartres bewegt, den englischen Kanal überquert und über London (Kingston-upon-Thames) quer durch England nach Schottland reicht, um schließlich über die Hügel im Südwesten Edinburghs weiter zum Atlantik an Schottlands Westküste zu fließen. Es war eine lichterfüllte Energie - wundervoll. Ich taufte die Energiebahn die "Gralslinie".

Erfahrung und Überprüfung der Gralslinie
Ich bin zwar Visionär, besitze aber auch eine gesunde Skepsis, eine alles in Frage stellende Natur, und so war mein erstes Bestreben, die Wahrheit der Vision zu überprüfen und sie zu verstehen versuchen.
Es gibt tatsächlich sieben Ost-West-Landschaftsgürtel, die der Gralslinie von Südfrankreich nach Nordschottland folgen. Diese Bänder haben jeweils ihre eigene unterschiedliche Architektur, Kultur, Religion, Sprache und Musik. Die Unterschiede beziehen sich auf die Chakren des Gralskönigreiches, wobei der Ärmelkanal, der dem Zwerchfell des Körpers entspricht, die unteren Chakren in Frankreich von den Herz- und Kopfchakren in England und Schottland trennt.
Frankreichs Spezialitäten sind schöne Kleidung, Essen und Sex, während die magnetische Anziehungskraft Londons gut zu einem großen Herzen passt. Die Klarheit der schottischen Luft dürfte dagegen der Grund für den Erfindungsgeist der Schotten beim Sparen sein.

Gralspilgerreisen
Der beste Weg, Wissen zu überprüfen, ist die praktische Erfahrung, und dies vor allem zusammen mit mehreren Menschen in einer Gruppe. Geomantische Pilgerreisen sind Reisen zu heiligen Orten entlang von Energielinien, die in einem besonderen Bewusstsein durchgeführt werden, nicht aus religiösen Gründen, sondern einfach, um Liebe und Freude als Geschenk zu den Orten und den Menschen zu tragen.
Liebe ist die große Energie und die motivierende Kraft des Universums. Strukturen der Liebe zu bilden ist Teil eines Erleuchtungsprozesses, und Pilgerreisen sind ein alter, wohlerprobter Weg, auf dem Liebe für das Wohlergehen der ganzen Erde eingesetzt werden kann. Ein gesunder Landschaftstempel ist eine solche Form. Während einer Pilgerreise wird Liebe buchstäblich in den Boden gewandert. Fußstapfen von Licht bleiben zurück (die mit der Wünschelrute wiederum erfahrbar sind).

Die Entdeckung der Herzlinie
1988 wurde ich von Peter Caddy nach Daisendorf in der Nähe von Meersburg am Bodensee eingeladen. Dort hatte ich während eines Treffens die Vision einer anderen großen Linie aus Licht, die nördlich von Konstanz und Meersburg beginnt und quer durch Deutschland und Jütland bis Norwegen führt. Später sah ich die Linie sich auch durch die Schweiz und Norditalien, Korsika und Sardinien bis nach Nordafrika ausdehnen. Konstanz schien das Zentrum oder Herzchakra zu sein. Ich erfuhr, dass der Bodensee das einzige echte Herzzentrum des Kontinents Europa darstellt und nannte die Linie die Herzlinie Europas.
Im folgenden Jahr begann ich, auf dieser Herzlinie Workshops zu geben, beispielsweise an den Externsteinen. Jetzt konnte ich sehen, dass die Herzlinie eine weitere große Energieachse darstellt, die ihr eigenes Chakrensystem besitzt, in dem Konstanz das Herz, die Externsteine das Kehlkopfchakra, Jütland das Stirnchakra und Süd-Norwegen das Kronenchakra markieren.

Der planetare Dodekaeder
Diese Arbeit fand 1998 ihre abschließende Bestätigung, als Siegfried und ich uns wieder einmal trafen. Bei unserem ersten Treffen 1990 berichtete er von der Entdeckung einer Energiebahn, die er "Kosmische 33°-Linie" nannte. Er hatte diese Linie bei der geomantischen Analyse eines keltisch-römischen Tempels in Kornelimünster bei Aachen entdeckt. Mit Hilfe der Rute verfolgte er die Linie nordwestwärts durch Aachen nach Leiden in Holland, wo sie in der Nordsee verschwindet. Südwestwärts läuft sie durch Nettersheim, Baden-Baden, Tuttlingen, die Insel Reichenau bei Konstanz und St. Gallen in der Schweiz. Die "Kosmische 33°-Linie", so genannt, weil sie in diesem Winkel zu Nord verläuft, trifft auf die Gralslinie nordwestlich von Schottland in einem Winkel von 18 Grad - das ist der halbe Winkel eines Pentagramms und ein Viertel des Pentagons. Siegfried erkannte sofort, dass diese Linien in eine besondere Geometrie der Erdoberfläche eingebunden sind.
Innerhalb dieser Landschaftsgeometrie umfasst und beschreibt das Pentagon die Landschaft des Gralskönigreiches, während das innere Pentagon, das im Pentagramm entsteht, genau die Landschaft Frankreichs umschließt. Bemerkenswert ist vor allem, dass der Nordarm des Pentagramms fast genau die Landschaft Großbritanniens (England, Wales und Schottland) umschließt. Die Küstenlinie folgt der triangulären Form, während die Chakren des Gralskönigsreich sich genau den Chakren eines riesigen menschlichen Wesens anpassen, welches durch das Pentagramm symbolisiert wird. Bourges markiert den Nabel des Wesens, und die Gralslinie ist das Rückgrat oder die Achse.
Aber das ist noch nicht alles. Die absolut überwältigende Entdeckung, die Siegfried machte, als er seine Untersuchungen auf einem Globus fortsetzte, war, dass das Pentagon des Gralskönigreiches in seiner nächsten Oktave genau zwölfmal auf den Globus passt! Das heißt, dieses Pentagon bildet eines der zwölf Fünfecke eines sphärischen Dodekaeders - ein planetarer Dodekaeder.
Außerdem fand Siegfried heraus, dass die Herzlinie die Gralslinie ebenfalls in einem Winkel von 18 Grad trifft, also abermals eine geometrische Beziehung zum Dodekaeder aufweist. Siegfried suchte nach Zeugnissen dafür, dass alte Kulturen von dieser Struktur wussten. Ging ihr Wissen etwa über die Gralslinie und die Kosmische Linie hinaus? Er konnte dies belegen.
Eine Karte von Gerard de Sede, veröffentlicht in seinem Buch "Les Templier Sont Parmi Nous", die ich zum ersten Mal in Elizabeth van Burens Buch "The Sign of the Dove" (1983) entdeckte, zeigt Frankreich in 13 Sektionen unterteilt, die dem Tierkreis zugeordnet werden, mit Bourges als Zentrum. Die einzige Linie, die kontinuierlich von einer Seite des Zentrums zur anderen läuft (sie bildet die Diagonalachse), ist eine Linie, die mit der Gralslinie übereinstimmt. In einer weiteren Karte, die dem Templerorden gehört und die 1997 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, ist die Gralslinie als Achse eines siebenzackigen Sterns auf Frankreich projiziert.

Platonische Körper - das Reich der Ätherwelten
Was bedeutet das nun alles? Plato erwähnt fünf mögliche Typen von regulären geometrischen Formen, die heute als platonische Körper bekannt sind - der vierseitige Tetraeder, der sechseitige Kubus, der achtseitige Oktaeder, der zwanzigseitige Ikosaeder und der zwölfseitige Dodekaeder.
Die ersten vier Körper repräsentieren Feuer, Erde, Wasser und Luft. Der fünfte (der Dodekaeder) bezeichnet den Äther, wird aber auch dem Himmel, dem Licht und dem Universum oder dem All-Einen zugeordnet - sein besonderes magisches Wesen basiert aufgrund seiner pentagonalen Geometrie auf dem goldenen Schnitt und repräsentiert somit die göttliche Harmonie.
Diese fünf Elemente sind verbunden mit den alchemistischen Elementen, von denen die Quintessenz der Äther oder das Licht ist. Jedes Element hat eine Korrespondenz in unserer Psyche, unserem Körper, wie auch in der Welt und dem Universum. Erde, Wasser, Luft und Feuer repräsentieren beispielsweise nicht nur das feste, das flüssige, das gasförmige und das feurige Stadium der Materie, aus der unser Körper besteht, sondern auch die psychologischen Stadien des Bewusstseins, die den Hauptchakren entlang der Wirbelsäule zugeordnet werden. Zu diesen vier Elementen werden drei unterschiedliche Äther oder Stadien der erleuchteten Intelligenz hinzugefügt. Deshalb wird in alchemistischen und vedischen Traditionen die Erde dem Wurzelchakra zugeordnet, Wasser dem Sakralchakra, Feuer dem Solarplexus und Luft dem Herzchakra. Die drei Äther werden 1. dem Kehlkopfchakra, 2. dem Dritten Auge und 3. dem Kronenchakra zugeordnet. Die fünf platonischen Körper stehen in Beziehung zu den ersten fünf Chakren. Der Dodekaeder besitzt also Bezüge zum Äther (vedisch Akasha) und dem Kehlkopfchakra.
Kehlkopfchakra und Dodekaeder repräsentieren die höchste Kreativität, denn die Wirkkräfte des Dodekaeders tragen den ganzen Kosmos. Seine kreative Intelligenz ist die Basis der Erleuchtung. Deshalb wird das Kehlkopfchakra auch "das Tor der großen Befreiung" genannt. Dieser Impuls wirkt über den planetaren Dodekaeder auch auf die Erde ein. Die Entdeckung dieses Erdenergiekörpers zum Wechsel des Jahrtausends ist ein Geschenk für uns alle.